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Acht von zehn langzeitarbeitslosen Teilnehmern an der Arbeits- und Entwicklungsgarantie der Arbeitsämter sind voll oder zumindest teilweise zufrieden mit ihrem ABM-Platz. Dieses überraschende Ergebnis erbrachte jetzt eine interne Untersuchung der Arbeitsmarktbehörde.
„Phase 3 ist ein Start" Von den 850 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Teilnehmern der so genannten Phase 3 beurteilte eine deutliche Mehrheit ihre Arbeitsaufgaben als sinnvoll. So sieht es das Programm auch vor: Demnach sollen die Langzeitarbeitslosen bei einem Arbeitgeber mit Aufgaben betraut werden, die nicht mit einer gewöhnlichen Anstellung konkurrieren, aber dennoch qualitätssteigernd sind. Die Arbeitsaufgaben sollen auch dazu dienen, den Lebenslauf mit neuen Erfahrungen aus dem Arbeitsleben aufzufrischen.
Einer, der durch seine ABM-Stelle in einer Gemeinde der Schwedischen Kirche wieder neuen Mut geschöpft hat, ist Karl Nyr. Im Schwedischen Rundfunk erklärte er: „Ich besuche Alte und Vereinsamte, arbeite aber auch als Wächter. Die Aufgaben sind sinnvoll, und ich finde, dass ich mich als Mensch verändert habe. Ich strahle jetzt etwas ganz anderes aus, so dass es für mich bei Anstellungsgesprächen leichter wird. Außerdem bin ich auch wieder disziplinierter: Ich stehe frühmorgens auf, bin pünktlich und organisiere mein Leben, wie man es eben tut, wenn man arbeitet.“
20 Prozent der insgesamt 36.900 Teilnehmer der Phase 3 sind unzufrieden mit ihrer Beschäftigung. Die Hälfte von ihnen klagt über zu wenig Geld für ihre Mühen. Das Entgelt für die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme berechnet sich anhand des Arbeitslosengeldes und beträgt umgerechnet mindestens 32 Euro pro Tag. Der Höchstsatz beläuft sich auf 72 Euro.
Die Hälfte der Unzufriedenen findet zudem, dass ihr persönlicher Berater beim Arbeitsamt sie zu wenig unterstützt.
Vor allem Opposition und Gewerkschaften hatten die Regierung in der Vergangenheit für das Phase-3-Programm kritisiert. Der Hauptvorwurf galt den mangelnden Kontrollen der rund 8.000 in die Maßnahme eingebundenen Arbeitgeber, darunter Privatunternehmen wie auch Gemeinden. Diese würden teilweise unseriös sein und keinesfalls sinnvolle Beschäftigungen anbieten, die für die Wiedereingliederung der dauerhaft Erwerbslosen nützlich sei. Wie die Untersuchung der Arbeitsämter zeigt, wurde die Zusammenarbeit in 269 Fällen abgebrochen, weil die Arbeitgeber den Ansprüchen nicht genügten. In weiteren 270 Fällen forderten die Arbeitsämter Nachbesserungen.
„Menschen der Phase 3 keine unmittelbare Konkurrenz"
Gleichzeitig betonte die Leitung der Arbeitsmarktbehörde, die Besetzung der Phase-3-Plätze werde auch künftig eine Gratwanderung bleiben. Es bestünde immer die Gefahr, dass Arbeitsaufgaben mit der Tätigkeit eines Festangestellten konkurrierten. Das Risiko, dass ein Angestellter durch die ABM verdrängt werde, müsse man aber in Kauf nehmen, erklärte Gert Sternskog, Chef der Abteilung für Arbeitslosenversicherung.
„Wir dürfen nicht vergessen, dass Menschen in der Phase 3 im Durchschnitt immerhin sieben Jahre lang arbeitslos gewesen sind. Das heißt, sie stellen gar nicht unmittelbar eine Konkurrenz dar. Diese Menschen benötigen zunächst einmal eine Plattform, von der aus sie starten können. Anschließend ist es unsere Aufgabe, zusammen mit den Gewerkschaft zuzusehen, dass keiner mit der ABM weitermachen soll, wenn er oder sie stattdessen eine richtige Arbeit bekommen kann.“
(Quelle: Radio Schweden)
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