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BeitragVerfasst: 28. Januar 2007 21:49 
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Hallöchen liebe Leser.
Wir sind Eltern eines Asperger Autisten und eines Frühchens .
Um einen ewig langen Text voller Erklärungen zu vermeiden,der Euch vielleicht gar nicht interessiert,möchte ich Euch bitten, uns Info´s zu geben wie es wirklich um behinderte Kinder (Schulen ect) in Schweden steht.
Was uns auch besonders interessiert sind "Schulbegleitungen,wie man sie aus Deutschland kennt und die Förderung spezieller Begabungen autistischer Kinder.
Vielleicht habt Ihr selber Erfahrung gemacht und könnt Sie uns mitteilen.
Ganz lieben Dank.
Nadine
www.kevin-schol.de


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BeitragVerfasst: 29. Januar 2007 14:08 
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Hallo Nadine,

möchte Dich herzlich im Schwedenforum begrüßen.

Zum Autismus kann ich leider nicht viel sagen nur eins, dass in Schweden generell mit Behinderungen viel offener und fairer umgegangen wird als in Deutschland. Da Du nach Schule fragst, da habe ich von deutschen Übersiedlern nach Schweden nur Gutes gehört. Unsere Kinder hatten eine minimale Behinderung und zwar Legasthenie und Schwerhörigkeit, wir hatten hier in Deutschland die allergrößten Probleme damit. Um sich die Arbeit mit unseren Kindern wegen eines Nachteilsausgleiches zu ersparen, haben die Lehräfte an den öffentlichen Schulen unsere Kinder gemobbt. Diese Dinge habe ich auch von vielen Eltern gehört, deren Kinder ein kleines Handikap hatten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sowas in Schweden passieren würde. Schweden ist ein sehr offenes Land für Behinderte und ich denke, dass dort viel eher Lehrkräfte zum Auffangen des Problems bereit gestellt werden, als es hier in Deutschland an irgendeiner Schule denkbar wäre.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir einen Kontakt zu meinen deutschen Bekannten in Schweden vermitteln, meine Bekannte würde sich sicherlich umhören, wie solche Sachen dort geregelt werden.
Grüße Dich
Aelve :rose: :forum:


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BeitragVerfasst: 29. Januar 2007 20:40 
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Hallöchen Aelve

Vielen Dank,für Deine Antwort.
Natürlich würde ich mich sehr über den Kontakt freuen.
Wir wollen mehr erfahren.Wir wollen nicht wieder das mitmachen müßen was wir vor 2 Jahren durchmachen mußten.
Ich selber habe Kevin ein 3/4 Jahr täglich in die Schule begleitet,damit er gehen durfte und konnte.(sonst hätte er nicht bleiben können)
Die Schule (eine Sonderschule) möchte diese Verantwortung nicht übernehmen hieß es usw..
Die Angst vor dem nächten Schulwechsel ,der in 2 Jahren ansteht, ist groß und wir wollen einfach auch für Kevin dies nicht nochmal durchmachen.
Wir haben 1 Jahr lang gebettelt das man unseren Jungen irgendwo nimmt und das ...man sollte sich es auf der Zunge zergehen lassen....wir eine Schulpflicht in Deutschland haben.
Weiterhin hoffen wir einfach auch auf Förderung seiner Fähigkeiten.
Er ist musikalisch hochbegabt aber auch hier wurden wir abgeleht,weil es schwierig ist mit ihm...er ist halt anders.
Wir haben hier die Hoffnung in allem verloren und zum Wohl unserer Kinder wollen wir einfach raus hier.
Eine Zukunft sehen wir hier nicht mehr.


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BeitragVerfasst: 29. Januar 2007 21:14 
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Hallo Nadine,

es ist unmöglich, was sich Lehrkräfte, Schulleiter und Kultusbehörden in Deutschland erlauben dürfen. Diskriminierung ohne Ende, unglaublich.
Wir haben das Gleiche erlebt. Unser Sohn, hoch intelligent aber legasthen, wurde stets als dumm bezeichnet. Als wir später einen Intelligenztest durchführen ließen, hatte er einen sehr hohen Intelligenzquotient, die Schule behauptete daraufhin, dass es sich um ein Gefälligkeitsgutachten handeln würde. Die Tochter, schwerhörig durch Mittelohrentzündungen, wurde gemobbt, weil wir wollten, dass sie in der 1 Reihe sitzen durfte, die Lehrerin verlangte ein ärztliches Gutachten, was ihr aber bereits vom HNO-Arzt vorlag. Als wir einen Hörgeschädigtenlehrer an die Schule haben wollten zur Beratung der Lehrkräfte, da wurde sie richtig fertig gemacht. Wenn sie ein Wort nicht richtig aussprechen konnte, sie hatte bereits logopädische Betreuung bekommen wegen der Schwerhörigkeit, wurde sie beschimpft. Dann wurde an der Schule eine strengere Bewertung für Legastheniker eingeführt, da die Legastheniker ja durch ihre Behinderung bereits einen Bonus hätten.
Wenn ich hier alles schildern würde, würde es Bücher füllen. Wir klagten gegen die Schule, da wurde gelogen, was das Zeug hält. Später wurde der Legastheniebeauftragte des Landes Schleswig-Holstein suspendiert, er hatte Europa-Fördergelder für Legastheniker veruntreut. Obwohl unser Anwalt alles aufführte, interessierte es das Gericht nicht. Wir konnten auch nicht weiter als bis zum Schlesw.-Holst. Oberlandesgericht gehen. Am liebsten wäre ich vor den Europarat gezogen, war aber nicht möglich.
Unsere Kinder haben ihr Abitur geschafft, da wir auf ein Privatgymnasium ausgewichen sind. Heute sind beide supergut drauf und musikalisch sind sie auch, bereits im Alter von 6 Jahren Klavierunterricht genommen und unsere Tochter spielt sehr gut Klavier.
Wir sind aus diesen unhumanen Gründen von Deutschland so enttäuscht, dass wir später sehr oft in Schweden sein wollen. Unsere sauer verdiente Rente soll nicht hier in Deutschland ausgegeben werden, da uns eine begabungsgerechte Bildung vorenthalten wurde.
Ich kann Euch nur raten, Euch um eine Auswanderung nach Schweden zu kümmern, meines Erachtens gibt es nirgends so eine schlechte Bildungspolitik wie in Deutschland.
Grüße Aelve :twisted:


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