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BeitragVerfasst: 6. Januar 2012 14:54 
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Malmös Nähe zum Kontinent ist in jüngster Zeit immer wieder als Erklärung für die eskalierende Gewalt in Schwedens drittgrößter Stadt angeführt worden. Für illegale Waffen und Drogen aus südlicheren Gefilden ist der Weg nicht weit, Abnehmer sind vielfach die besonders in Südschweden aktiven Motorradgangs. Verschiedene Experten erinnern aber auch daran, dass die Stadt Malmö stark mit einer sozialen Kluft zu kämpfen hat – was unweigerlich zu Problemen führt.

Für Soziologieprofessor Mikael Stigendahl ist die Sache klar: Wo Perspektivlosigkeit herrscht, die Jugendlichen keine Arbeit finden und das Gefühl haben, die Gesellschaft braucht sie nicht, dort haben Kriminelle leichtes Spiel. In Malmö mit seinen vielen Einwanderern beobachtet Stigendahl, dass die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird.

„Diese Verhältnisse schaffen einen Nährboden für Kriminalität. Menschen, vor allem Jugendliche, die nicht gesehen werden und nicht teilhaben dürfen oder zumindest dieses Gefühl haben, werden von den Möglichkeiten des Kriminellenmilieus angelockt. Wer sich nicht als Teil der Gesellschaft empfindet, sucht sich andere Wege.“

Segregation und ihre Folgen sind jedoch längst keine Erfindung der Stadt Malmö. Einwandererstarke Problemviertel wie Rinkeby in Stockholm und Hisingen in Göteborg sind inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Bei einer landesweiten Jugendarbeitslosigkeit von 22 Prozent müsste es weit mehr Überläufer in die Unterwelt geben und Malmö nur ein Beispiel unter vielen sein. Dennoch sticht Malmö mit seinen Erschießungen auf offener Straße derzeit heraus.

Rekrutierung stoppen

Kriminologe Jerzy Sarnecki fordert eine umfassende Strategie zur Eindämmung der Probleme, die um sich zu greifen drohen. Verschärfte Waffengesetze und ein härteres Durchgreifen der Behörden von Polizei bis Finanzamt sind ein Teil dessen. Jarnecki sieht aber wie Soziologe Stigendahl auch das Anwerben als größtes Problem.

Im Schwedischen Rundfunk sagte Sarnecki: „Längerfristig muss der Rekrutierung dieser kriminellen Gruppierungen der Riegel vorgeschoben werden. Dafür muss man die wirtschaftliche Situation des Einzelnen in Malmö in den Griff bekommen.“

In Zeiten der Niedrigkonjunktur ist dies leichter gesagt als getan. Der sozialdemokratische Bürgermeister Illmar Reepalu brüstet sich zwar damit, die hohe Arbeitslosigkeit in seiner Stadt auf 5 Prozent gedrückt zu haben. Infolge der Rezession liegt die Quote jedoch inzwischen wieder bei 9 Prozent, Tendenz steigend.

(Quelle: Radio Schweden)


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