Hallo Stef,
also ehemaliger Feuerwehrmann versuche ich das gerne zu beantworten
Die Punkte, zu denen ich nichts sagen kann, habe ich weggelassen.
Gast hat geschrieben:
- sind Feuerwehrmänner in Schweden ebenfalls im Rettungsdienst tätig?
Das kann ich dir leider nicht beantworten. Laut Wikipedia gelten sie auch als Rettungspersonal. Sanitäter gibt es in Schweden aber in dem Sinne nicht. Es handelt sich bei diesen um Krankenschwestern mit Fortbildung.
Zitat:
- wie hoch ist die monatliche Besoldung (Feuerwehrmann,26Jahre) und wie gut steht diese im Verhältniss zu den schwedischen Lebenserhaltungskosten?
Laut dem hier
http://www.lonestatistik.se/loner.asp/yrke/Brandman-1003 liegt der Lohn meist zwischen 20.000 kr und 22.000 kr. Das ist ein schwedischer Durchschnittslohn. Nicht besonders gut, aber im normalen Rahmen.
Lebenshaltungskosten im Vergleich zu sehen ist schwierig. Du zahlst ca. ein Drittel Steuern.
Zitat:
- welche staatlichen Förderungen erhält man zur Familienplannung und zum Hausbau dazu?
Spontan fallen mir ein:
- Elternzeit, in der man sich ähnlich wie in Deutschland die Zeit zuhause unter den Eltern aufteilen kann.
- Kindertagesstätten. Wenn ich richtig informiert bin, kann das Kind schon nach einem Jahr dorthin, wobei ein Platz innerhalb von 4 Monaten zugeteilt werden soll, was in vielen Kommunen mehr schlecht als recht funktioniert.
- Ein eher bescheidenes Kindergeld von ca. 100 € im Monat. Ab 16 Jahren fällt das weg und das Kind kann stattdessen Ausbildungsunterstützung beziehen, die etwas höher ausfällt.
- Allerdings gibt es keine direkten Steuervergünstigungen nach Familienstand wie in Deutschland.
- Immobilienkredite werden in nicht unerheblichen Maße steuerlich begünstigt. Allerdings würde ich sagen, dass der Erwerb eines Hauses in einer Großstadtregion mit dem Lohn eines Feuerwehrmanns eine ziemliche Herausforderung ist. Da würdest du wohl nur sehr weit außerhalb was finden, denke ich.
Zitat:
- wird die Krankenversicherung über den Staat geregelt?
Ja - man ist über die Steuern versichert. Allerdings sollte man auch vorwegschieben, dass das Krankenversicherungssystem von vielen Deutschen als klarer Nachteil dieses Landes gesehen wird. Die Behandlungsqualität ist gut, aber die Wartezeit auf Behandlungen ist oft enorm lang.
Zitat:
- Gibt es Internet-Links über die Feuerwehren z.B. Stockholm? und /oder größere Städte mit Berufsfeuerwehren
Also hier ist mal die von Stockholm:
http://www.storstockholm.brand.se/web/Jobba_hos_oss_1.aspxDas ist die Jobseite von denen.
Zitat:
- sind Deutsche nach dem Ausscheiden Schwedens bei der WM 2006 überhaupt noch gerne gesehen?
Keine Sorge - das haben sie schon verkraftet.
Die Frage ist eher, ob dein Beruf überhaupt so anerkannt ist und wie deine Position im Arbeitsmarkt ist. Zwar liegt es an der jeweiligen Kommune, die Eignung zu beurteilen. Doch gibt es eine formelle Ausbildung und landesweit gerade einmal 4000 Vollzeitjobs, die in Krisenzeiten wie jetzt sicherlich begehrt sind.
Dass du wahrscheinlich eine fürstliche Ausstattung mit Handwerkskenntnissen und Führerscheinen hast, ist sicherlich von Vorteil. Jedoch würde ich die Sprache als Hindernis sehen, denn in dem Job ist es ja unabdingbar, dass die Kommunikation passt, selbst wenn der Funk noch so blechern klingt.
Beim schwedischen Arbeitsamt habe ich gerade einmal eine Stelle gefunden, die nicht nur eine Sommervertretung ist:
http://tinyurl.com/cbkth9
Hier die Ausschreibung für Sommervertretungen in Stockholm:
http://www.storstockholm.brand.se/web/Sommarvikarie_2009.aspx
Die Sommervertretung ist für dich vielleicht eine Einsteigsmöglichkeit, denn im Sommer ist ganz Schweden in Urlaub - auch die Feuerwehrmänner. Daher suchen da Branchen, die einfach nicht Sommerpause machen können, immer sehr intensiv nach Vertretungen - und dich würden sie sicher gerne nehmen. Das Haupthindernis ist da natürlich, dass du für Ausbildung und den Sommerjob für längere Zeit nach Schweden kommen müsstest.
Grüße,
Fabian