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BeitragVerfasst: 27. August 2009 09:16 
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Die schwedische Schriftstellerin Helena Henschen wird – neben Autoren aus elf anderen europäischen Ländern – mit dem neu geschaffenen Literaturpreis der Europäischen Union ausgezeichnet. Geehrt wird sie für ihr Buch "I skuggan av ett brott" (2004, dt. Insel 2005 "Im Schatten eines Verbrechens", aus dem Schwedischen von Angelika Gundlach), gab die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel bekannt. Der Preis ist mit 5.000 Euro pro Autor dotiert.
Ziel des Literaturpreises der Europäischen Union ist es, den Reichtum des zeitgenössischen europäischen Literaturschaffens in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu stellen, die Verbreitung literarischer Werke innerhalb Europas zu fördern und ein größeres Interesse für Literatur außerhalb des jeweiligen Herkunftslandes zu wecken. Der Preis wird mithilfe des Programms "Kultur" der Europäischen Union finanziert, das vor allem drei Ziele anstrebt: die grenzüberschreitende Mobilität von Kulturakteuren; die grenzüberschreitende Verbreitung kulturellen und artistischen Schaffens; die Förderung des interkulturellen Dialogs.

Am 7. März 1932 wurde Hjalmar von Sydow, Reichstagsmitglied und Arbeitgeberpräsident, in seiner Stockholmer Wohnung ermordet. Mit ihm starben zwei Angestellte. Erschlagen mit einer Eisenstange von Fredrik von Sydow, dem 23-jährigen Sohn, der sich und seine Frau Sofie wenig später auf der Flucht erschießt. Zeugen des Verbrechens werden Fredriks 15jährige Schwester, die spätere Mutter von Helena Henschen, und deren 16jährige Cousine.

Was waren die Gründe für den Mord am Vater? Warum mussten auch Köchin und Hausmädchen sterben? Und warum tötete Fredrik dann auch Sofie? Die Familie vernichtete Tagebücher, Briefe, Fotos – und schwieg. "Mama hatte keine Kindheit, und ihre Jugend war verminter Boden", sagt Helena Henschen und begibt sich mit ihrer Familiengeschichte mitten in dieses Minenfeld. Sie beschreibt einen der größten Gesellschaftsskandale des 20. Jahrhunderts in Schweden und sucht nach den Gründen, die zu diesem Verbrechen führten.

"Das ist eine große Erzählung und ich glaube, sie hat einen breiten Leserkreis in ganz Europa", sagte EU-Ministerin Cecilia Malmström, als sie am Montag an der Auftaktveranstaltung im Vorfeld der Verleihung des Literaturpreises der Europäischen Union in Stockholm teilnahm.

(Quelle: Schwedische Botschaft Berlin)


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