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Keine konkreten Ergebnisse, aber viele gewinnbringende Erkenntnisse – mit dieser Bilanz ist am Donnerstagabend das Northern Future Forum in Stockholm zu Ende gegangen. Die Regierungschefs der nordischen und baltischen Länder sowie von Großbritannien haben in der schwedischen Hauptstadt über Zukunftsthemen wie das Rentenproblem oder die Repräsentation von Frauen in Unternehmensspitzen beraten.
Großbritanniens Premier David Cameron spielte die Schlüsselrolle bei dem Treffen in Stockholm, was dem Konservativen sichtlich behagte. Denn in der EU ist er nach seinem Nein zum Fiskalpakt zur Randfigur geworden. Die Idee eines informellen Treffens im Rahmen des Northern Future Forum sagt ihm auch deshalb zu:
„Es ist gut, sich mit gleichgesinnten Ländern zu treffen und Themen zu besprechen wie das Rentenproblem oder wie wir mehr Frauen in unternehmerische Spitzenpositionen bringen. Das ist nicht wie im Europäischen Ministerrat: keine langen Kommuniques, keine lange Politikerreden, sonder wir hören uns Ideen an und machen das Beste daraus.“
Junge Unternehmerinnen regen an
Über eine dieser Ideen konnte sich Cameron auf dem Nachhauseweg im Hauptquartier des schwedischen Telekomunternehmens Ericsson in Kista informieren. Dort erwarteten ihn Unternehmerinnen. Eine von ihnen war Mai-Li Hammargren. Die 24-Jährige Schwedin hat mit dem Modeuhrenunternehmen Mutewatch bereits ihr erste Firma gegründet und konnte nun dem britischen Premier von ihren Erfahrungen berichten.
„Ich habe die Chance erhalten, zu Wort zu kommen, obwohl ich sehr jung bin. Das ist das Besondere an mir, dass ich zwar jung bin, aber schon Erfahrung mit Unternehmensführung habe. Es war eine Ehre, hier zu sein und sagen zu dürfen, was eventuell Einfluss auf andere junge Frauen haben könnte, damit sie ein Unternehmen starten und eine Führungsposition übernehmen. Der Premier hat sehr gut zugehört. Man konnte sehen, dass er darüber nachgedacht und reflektiert hat. Es war sehr anregend, mit ihm zu diskutieren.“
Vorbild Norwegen
Was die Einbindung von Frauen in die Chefetagen angeht, so ist Norwegen Vorbild. Das Land hat bereits seit 2003 einen verpflichtenden Frauenanteil von 40 Prozent in den Unternehmensführungen. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg ist mit der bisherigen Bilanz zufrieden:
„Wir haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Zuvor hatten wir acht Prozent und jetzt haben wir 42“, meint Stoltenberg gegenüber dem Schwedischen Rundfunk, räumt aber gleichzeitig ein, dass es auch in Norwegen noch mehr Frauen bis ganz an die Spitze schaffen könnten: „Es macht uns noch Sorgen, das die Zahl der weiblichen Chefs nicht gestiegen ist. Das ist negativ.“
Weiterer Themenschwerpunkt beim Northern Future Forum war die Rentenproblematik. Hier hatte Gastgeber Fredrik Reinfeldt bereits einen Stein ins Wasser geworfen, mit der Aussage, dass man darüber nachdenken sollte, auch bis zum 75. Lebensjahr zu arbeiten und vielleicht mit 50 noch einmal ein neues Studium anzugehen, um umzusatteln.
Flexibel und nicht abgehoben
Starre Regelungen bringen hier wenig, so die Erkenntnis von David Cameron. „Wir müssen in dieser Frage einfach flexibler werden“, meinte der konservative britische Premier und erhielt Beifall von seiner dänischen Amtskollegin, der Sozialdemokratin Helle Thorning-Schmidt: „Wir müssen verstehen, dass das Arbeitsleben der Menschen sehr unterschiedlich aussehen kann. Wenn wir das nicht verstehen, wird die Diskussion sehr abgehoben.“
Fredrik Reinfeldt hat wegen seiner Aussagen zu Hause in Schweden bereits viel Kritik einstecken müssen. Der Chef der bürgerlichen Minderheitsregierung hat deshalb auch noch einmal verdeutlicht, worum es ihm geht: „Viele sind wütend geworden, weil sie das missverstanden und gedacht haben, ich rede vom allgemeinen Pensionsalter. Viele haben anstrengende Jobs, die sich nicht ewig ausführen können. Davor müssen wir Respekt haben und es berücksichtigen.“
Nichts ist entschieden, vieles nur angedacht. Dies war der Zweck des Northern Future Forum gewesen. Mit dem aktuellen Tagesgeschäft und der Krise in Europas Süden muss sich die gesamte EU herumschlagen.
(Quelle: Radio Schweden)
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