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Ich weiss nicht, wie man seine Reden in Deutschland hält, aber ich denke, dass es auch dort sehr unterschiedlich ist.
Wenn in Schweden jemandem ein Preis verliehen wird oder eine andere Ehre zuteil wird, so ist es selbstverständlich dass er jenen dankt, die gerade ihm oder ihr den Preis verlihen haben oder besonders ehrten. Das ist wohl in allen Ländern so. Wenn dagegen jemand über die Leistungen des Geehrten spricht, so wird er/sie meist nur ihm oder ihr danken für die ausserordentliche Leistung. Der Rest der Rede geht dann um das Thema, das zur Ehre führte.
In der Politik und der Wirtschaft schreibt der Redner seine Rede nur äusserst selten selbst, sondern sie wird ihm vorgelegt und das weiss auch jeder, der die Rede hört. Warum sollte man da also mit Baubepinseln um den Brei herum reden. In diesem Fall kommt man direkt zur Sache, so neutral wie möglich und mit dem persönlichen Touch, der eben notwendig ist.
Der Rest hängt dann ganz vom Redner ab. Wenn ich selbst rede, so beobachte ich das Publikum. Habe ich nicht innerhalb von 2 Minuten Kontakt, dann füge ich, je nach Publikum, einfach etwas hinzu, das die Atmosphäre lockert oder das Publikum unter Umständen sogar zum Lachen bringt. Je öfter man eine Rede hält, je mehr bekommt man das Gefühl dafür, wie man sich verhalten muss. Das ist auch der Grund, warum eine Rede kürzer oder länger wird und manchmal auch um 20 Prozent vom ursprünglichen Manuskript abweichen kann.
_________________ Täglich ein Stück Schweden entdecken und Hintergründe verstehen. - Die Geschichte Schwedens von der Eiszeit bis zur Gegenwart
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