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Micha1991
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Verfasst: 26. Juli 2011 14:22 |
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Registriert: 5. Juli 2011 15:32 Beiträge: 162 Bilder: 0 Wohnort: Wernigerode, Tyskland
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Also ich hab gelesen, dass es zwar ein SIE im Schwedischen gibt, es aber nur bei der Königsfamilie und daher ziemlich selten verwendet wird. Das DU scheint also gaaaaanz normal zu sein  (IKEA hat ja auch das DU eingeführt wonach alle Kunden ja auch gleich gedutst werden sollen) Hälsning
_________________ "Durch Regen wächst das Gras, durch Wein das Gespräch."
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Petergillarsverige
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Verfasst: 26. Juli 2011 14:38 |
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Genau genommen gibt es kein Sie, sondern ein Ihr. Vad heter ni? Wäre Wie heißen Ihr? Im Deutschen ziemlich schräg. Aber es ging mir um den Redestil in Schweden.
_________________ Schweden ist nicht nur ein Land - das ist ein Virus
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goteborgcity
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Verfasst: 26. Juli 2011 17:58 |
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Im heutigen Schweden gib es ausschliesslich das DU, auch wenn in alten Büchern noch das NI verwendet wird. Das IHR gibt es immer noch, z.B. "har ni hört att ..." Früher war das NI in Schweden geläufig, aber man wurde auch mit dem Beruf angeredet, z.B. "herr ingenjör Svensson, har ni ..." Das Königshaus wird nicht nur mit NI, also Sie angeredet, sondern man muss auch noch gewisse Formulierungen beachten.
Einige deutsche Lehrnbücher sind leider wenig exakt in Hinsicht auf Anwendung von ni, da sehr häufig Autoren daran arbeiten, die nur altes Hochschwedisch lernten, aber nie in Schweden lebten.
_________________ Täglich ein Stück Schweden entdecken und Hintergründe verstehen. - Die Geschichte Schwedens von der Eiszeit bis zur Gegenwart
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Speedy
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Verfasst: 26. Juli 2011 18:42 |
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Also, ich fuer meinen Teil wuensche mir das in Deutschland uebliche Sie. Ich finde man hat einfach mehr Respekt wenn man zu jemandem sagt "Du olle Kuh" oder "Sie olle Kuh". Das zweitere wuerde ich nicht ueber die Lippen bekommen das erstere schon.
Gruss Speedy
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goteborgcity
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Verfasst: 26. Juli 2011 18:51 |
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Das Du oder Sie drückt sich nicht im Wort aus, das man anwendet, denn ein höfliches Du kann freundlicher sein als ein unhöfliches Sie. Auch in Schweden kann man Achtung, Respekt, Vertrauen und vieles mehr ausdrücken, selbst wenn es nur das Du gibt. Es häng doch immer von der Person und dem Sprachniveau ab, das die Person anwendet. Ich finde, zum Beispiel, das deutsche Sie als Barriere auf, die das Näherkommen von Menschen verhindert. Allerdings käme ich auch nicht auf die Idee "Du olle Kuh" zu sagen, weder in Deutsch noch in Schwedisch. Ich habe in Schweden das Sie und das Du erlebt und finde das heutige Du um ein vielfaches besser als das frühere Sie.
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Speedy
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Verfasst: 26. Juli 2011 20:27 |
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...schön fuer Dich ich erlebe es mit meinen "schwedischen Angestellten" nicht so. Aber ich bin ja hier auch nicht zu "Hause". Ich habe immer in D gedacht warum nicht "Du" auch dem Chef gegenueber und nun weiss ich warum. Das "Frau ..." hat viel mehr mit Abstand zu tun und als Chef soll man ja nun mal nicht Famielienmitglied sein, oder???
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Robur
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Verfasst: 26. Juli 2011 20:47 |
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Speedy hat geschrieben: ... als Chef soll man ja nun mal nicht Famielienmitglied sein, oder??? Warum nicht, man kann auch gemeinsam an einem Strang ziehen. Oder im gleichen Boot sitzen, ohne das nur einer auf dem Sonnendeck sitzt. Aber Anhand deiner Signatur (Schweden vom Traumland zum Alptraum ) vermute ich mal das du da schlechte Erfahrungen gemacht hast....
_________________ God save the Ted's! (Lou Cifer)
Für mich bitte die nächsten 24.000 Jahre keine Shiitake-Pilze mehr!
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goteborgcity
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Verfasst: 26. Juli 2011 22:17 |
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@Speedy
Ich kenne Deine Erfahrungen nicht, aber ich denke, wenn Du Deinen Angestellten gegenüber "deutsch und Sie" denkst, so wirst Du immer Schwierigkeiten haben, egal ob Sie oder Du. Ich habe mit meinen Angestellten keinerlei Probleme und alle Unternehmer, die ich hier kenne, haben ebenfalls keine Probleme.
Entweder Du hast die "falschen" Angestellten gefunden, oder Du warst auf schwedische Mentalität und Einstellung nicht vorbereitet. Deutsche und schwedische Einstellungen weichen sehr voneinander ab und eines wollen Schweden mit Sicherheit nicht, nämlich deutsches Denken und Dein "Sie-Anspruch" lässt da natürlich Vermutungen aufkommen. Schweden ineressiert es nicht, ob Du Chef oder Angestellter oder sonst etwas bist, sondern sie erwarten von Dir, dass Du weisst wie sie denken, arbeiten, ihre Freizeit verbringen usw. Aber das ist natürlich nicht so einfach zu vermitteln. Ich nehme an, Du hast in Schweden nie die einschlägigen Kurse für Führungskräfte gemacht, weil Du eine gute Ausbildung in Deutschland hattest und dort auch wusstest wie mit Angestellten umgehen. In Schweden funktionniert das leider nicht auf die gleiche Weise, und da wird Dir ein Sie absolut nicht helfen.
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Petergillarsverige
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Verfasst: 27. Juli 2011 07:59 |
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ÄÄÄÄÄhhhhmmmm, könnte mal jemand auf meine Frage eingehen wie das mit öffentlichen Reden in Schweden ist? Das interessiert mich einfach brennend.
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kapehei
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Verfasst: 27. Juli 2011 08:51 |
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Petergillarsverige hat geschrieben: ÄÄÄÄÄhhhhmmmm, könnte mal jemand auf meine Frage eingehen........ Also, ich kenne mich zwar mit schwedischen Reden und Redenhaltern nicht aus, könnte mir aber im Hinblick auf das jantelagen vorstellen, daß es bei solchen Gelegenheiten eben üblich ist, nicht mit technischen Details zu langweilen, sondern unter Zurückstellung des eigenen Beitrages die Arbeit des Teams und die gute Arbeit der anderen Beteiligten zu betonen. Da kommt dann sowas bei heraus.
_________________ Real Photo 2009 Allt kommer bli bra vi ses Karsten
"Gott hat den Menschen erschaffen, weil er vom Affen enttäuscht war. Danach hat er auf weitere Experimente verzichtet." Mark Twain
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aStrangeWorld
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Verfasst: 27. Juli 2011 09:39 |
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Registriert: 31. Oktober 2010 18:38 Beiträge: 106 Wohnort: Bonn
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@kapehei: Ich vermute, die öffentliche Rede, auf die sich Petergillarsverige bezieht, hat in Deutschland stattgefunden. Oder? Ich habe leider auch noch keine öffentliche Rede in Schweden erlebt. Aber auch in DE sind sie ja auch nicht immer gleich?
Und sorry, Petergillarsverige, das Du / Sie - Thema ist einfach zu verlockend. Ich kenne es andersrum, wir haben schwedisches (bzw. skandinavisches) Management, und ich weiss das Du und v.a. die Geisteshaltung dahinter sehr zu schätzen, die Idee, dass eben keiner nur aufgrund seiner Stellung ein höherwertiger Mensch ist. Es werden auch bei uns nicht alle gleich bezahlt, aber bekommen den gleichen Respekt. Und wir sind zwar nicht eine Familie, aber doch emotional verbunden. Das macht es manchmal auch komplizierter, aber hilft auch in schwierigen Zeiten...
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kapehei
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Verfasst: 27. Juli 2011 09:48 |
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Registriert: 28. Januar 2010 10:52 Beiträge: 428 Wohnort: 25541 Brunsbüttel
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aStrangeWorld hat geschrieben: @kapehei: Ich vermute, die öffentliche Rede, auf die sich Petergillarsverige bezieht, hat in Deutschland stattgefunden. Oder?
Dann lies mal den Titel des Threats.
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aStrangeWorld
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Verfasst: 27. Juli 2011 09:51 |
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Registriert: 31. Oktober 2010 18:38 Beiträge: 106 Wohnort: Bonn
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Er will wissen, ob es in Schweden genauso ist wie in dem Beispiel?
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goteborgcity
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Verfasst: 28. Juli 2011 21:24 |
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Es hängt davon ab wer die Rede hält, vor wem die Rede gehalten wird und was der Anlass der Rede ist. Ich habe Reden bei Vereinen gehört, die auch zu 3/4 aus Danksagungen bestanden und ich habe bei Preisvergaben Reden gehört, wo nicht einer Person gedankt wurde, sondern nur auf das Thema eingegangen wurde. Ich habe Reden gehört bei denen ich mich fragte, on sie je enden und andere von maximal fünf Minuten.
Es gibt keinen Leitfaden für die ideale öffentliche Rede, sondern man muss den Anlass kennen und wissen, wer angesprochen wird. Der Unterschied einer öffentlichen Rede ist so gross wir der Unterchied von A und Z. Hinzu kommt, dass auch vieles vom Redner abhängt, denn auch die Persönlichkeit des Redners entscheidet wie man eine Rede empfindet. Jemand, der nicht frei sprechen kann, sondern abliest, wird sich entweder kurz fassen oder langweilig werden. Jemand, der "in seinem Thema lebt" und frei reden kann, wird auch nach einer halben Stunde nicht langweilig, wenn er die richtigen Zuhörer hat. Ein erfahrener Redner, egal aus welchem Land und in welcher Sprache, kennt seine Möglichkeiten und seine Grenzen und ein unerfahrener Redner sollte sich auf das beschränken was er wirklich weiss und sich kurz fassen.
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