Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Schwedenheinz » 30. Januar 2014 18:58

:flagge3: Hej,
damit ihr beim Hauskauf nicht auf die Schnauze fallt, solltet ihr
folgendes wissen.
In Schweden zahlt der Verkäufer die Maklerprovision, wenn ihr einen
deutschen Makler beauftragt, dann nimmt er die Provision nochmals
von euch.
Die Swedbank unterhält in allen größeren Städten sogenannte Fastighetsbüros.
Keine Angst geht einfach rein, man spricht dort sogar deutsch.
Ihr könnt euer Traumhaus aus dem Katalog auswählen.
Übrigens die Schweden lieben es nicht, wenn die Reichen Deutschen
die ganzen begehrten See-Grundstücke aufkaufen.
Bis bald in Schweden


:flagge3:
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon sabinetim » 30. Januar 2014 19:56

Welche "reichen Deutschen" meinst du denn ? Sind das die, die sich für 5.000 Euro ein saniertes Haus am See erwarten ?
Ich höre vor allem von den Deutschen, die sich vielleicht für reich halten, dann aber regelmässig von den schwedischen Banken abgelehnt werden, da kreditunwürdig ;)

Pauschalisieren kannst du auch bei den Fastighetsbyrås nicht. Bei den wenigsten wirst du zurechtkommen, wenn du nicht wenigstens englisch sprichst. Und ein Traumhaus aus dem Katalog auswählen kann man auch nicht so einfach. Einen Katalog gibt es nicht, genausowenig wie bei Maklern in Deutschland. Hier ist das also nicht anders als in D.

Ein Haus von privat kaufen ist kein Problem, vor allem wenn ein Makler den Papierkram übernimmt. Dann ist man immer auf der sicheren Seite.
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Framsidan » 31. Januar 2014 19:13

Man könnte ja glauben dass Schwedenheinz bei Fastighetsbyrån arbeitet.....

Makler sind nie engel, weder in Deutschland noch hie rin schweden. Ich bin da immer vorsichtig.

Jeder Makler, hier wie dort, will so schnell wie möglich ein geschäft abwickeln damit die Provision fällig ist.

Ein Makler verkauft nichts, er vermittelt den Kauf zwischen Verkäufer und Käufer. Er ist auch kein Notar wie hier ab und zu behauptet wird.

Der Verkäufer ist immer noch der Eigentümer und nur er alleine entscheidet wer kaufen kann/darf.

Was mich am meisten bei Fastighetsbyrån stört? Wir haben, wie so viele hier, einen grossen Zettel am Briefkasten: Ingen reklan, tack.
Alle respektieren das aber nich fastighetsbyrån. Ist ungemein nervend. Wir helfen vielen hie rin unserer Bostadsrättsförening mit Briefkasten leeren bei Abwesenheit. Nur derentwegen kann ich abends auch nochmal rumlaufen :x da sie dauernd ihre Reklame einwerfen

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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon calle » 31. Januar 2014 20:11

Hauspreise werden tatsächlich von Ausländern oder Großstädtern "verdorben". Aber das ist ein normaler Lauf der Dinge, der halbe Hauspreis wird inzwischen hier durch die Lage bestimmt. D.h. ein Haus in weniger nachgefragter Lage kostet dann auch entsprechend weniger. Was ist nun das eine und das andere: mit einem Ferienhaus möchte man sich schon seinen Traum erfüllen und mancher greift schon etwas tiefer in die Tasche dafür. Die Preise für Hauser in meiner Wohngegend für Superlagen sind in den letzten 10 Jahren quasi explodiert. Darüber jammert schon manch Einheimischer aber wir sind neben Småland auch die Ecke Schwedens mit dem höchsten Ausländeranteil, wenn auch nicht Deutsche, sondern Norweger. Allerdings muss man ehrlicherweise auch mal zugeben, viele meiner schwedischen Nachbaren würden Ihr Wohnhaus wohl eher nach anderen Lageaspekten wählen, wie z.B. gute Erreichbarkeit von allem, Schneearbeit, kurzer Weg an die Hauptstraße und manches Praktische mehr. Es ist schon ein Unterschied ob man Urlaub hat oder zur Arbeit will. :wink:
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon calle » 31. Januar 2014 20:28

Beim Hauskauf sollte man wissen, dass man als Käufer eine Untersuchungspflicht hat. Manche Hauser wurden schon ein wenig abenteuerlich renoviert. Entweder man akzeptiert das und kauft oder man lässt besser die Finger davon. Man sollte schon mal auf den Dachboden schauen und die Fundamentbalken von unten, ein Trick von mir ist auch immer, dass ich eine Besichtigung in Socken mache, da spürt man schon das eine oder andere unter den Sohlen. Auch der Geruch ist wichtig, gammlige Stellen bemerkt man so manchmal ganz gut. Ein Blick auf Wasser - und Elektroinstallation geben auch ein paar Aufschlüsse über den Vorbesitzer. Freundlich nach allen vorhandenen Papieren fragen, es gibt manchmal gewisse und nicht unwichtige Messungen, Einträge wie Servitute ectr. ein seriöser Makler hat da mehr Angst etwas u verschweigen als wenn man unter der Hand kauft. Der Verkäufer muss sowieso den Makler bezahlen und ich setze für meine Käufe am Ende immer einen Makler meines Vertrauens ein. Naja und last not least, wenn die Lage gefällt kann man vielleicht schon einige Schmerzen im Zusammenhang mit der Haussubstanz ertragen. Es gibt dann auch noch sogenannte versteckte Fehler, wo man als Käufer dann schon auch in den nächsten Jahren zu Recht meckern darf, aber soweit sollte es möglichst nicht kommen. :wink:
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Littlegrandpa » 2. Februar 2014 13:15

Wenn man ein Haus in Schweden kauft sollte man das ganze nur mit Verträgen machen die man dann rechtlich verbindlich sprich beglaubigt übersetzen lassen sollte. Ein Freund von mir hat sich Segelboot (Jolle) aus Schweden gekauft. Er hat nachher einige Mängel am Boot festgestellt und hatte noch einiges an Ärger wegen möglicher Garantieübernahmen. Er ist allerding ganz glimpflich bei weg gekommen weil alle Vertragstexte übersetzt und beglaubigt waren.
Beim Hauskauf kann ich somit jedem nur raten Alles ins deutsche übersetzen zu lassen (englische Texte müssen bei Gericht nicht anerkannt werden) Ich kenne aber nur einen Internetdienstleister der beglaubigte Übersetzungen für schweden anbietet.
Wer sich dafür interessiert kann gerne hier unter
http://www.panoramalanguages.com/schwedisch-uebersetzer/schwedisch-deutsch-uebersetzung.html
nachsehen.


Grüße

Littlegrandpa
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Abborre » 2. Februar 2014 13:51

Hej,
ja, ihr möget ja alle recht haben. Natürlich ist es so, daß man für sein sauer verdientes Geld auch was anständiges bekommen möchte, das ist keine Frage.
Trotzdem bin ich der Meinung, daß sich die Dinge heute immer komplizierter gestalten. Da wird bei kleinen Mängeln sofort ein Anwalt eingeschaltet oder auf Schadenersatz geklagt. Das ist eine Spirale, die sich immer weiter nach oben dreht. Das fängt doch heute schon in der Schule an, wenn die Eltern rechtlich gegen die Lehrer vorgehen, weil sie ihre Kinder ungerecht behandelt oder benotet fühlen.
Konflikte unter Nachbarn wurden früher bei einem klärenden Gespräch am Gartenzaun geregelt, heute gibt es direkt Post. :?
Ich habe mir nochmal den Kaufvertrag unseres Schwedenhäuschens angeschaut, außer der genauen Bezeichnung von Haus und Grundstück, sowie der Namen von Käufer und Verkäufer und dem Preis stand dort nicht mehr drin. Dazu noch alles auf schwedisch.
Wir haben uns das Haus angeschaut und gekauft wie gesehen. Wir wussten auf was wir uns eingelassen haben.
Das scheint heutzutage unmöglich zu sein, man muß sich immer ein Hintertürchen auflassen... :roll:

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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Framsidan » 2. Februar 2014 14:31

Man streitet heutzutage um alles....

Als wir unsere Stuga verkauften, verkauften wir sie auch wie gesehen. Aber wir haben auch ausführlich erklärt was wir gemacht haben, was ev. verbessert werden könne usw.

Wenn ein Käufer seiner Untersuchungspflicht nicht wahrkommt, ist es seine Schuld. Aber man kann auch nicht für einen appel und Ei eine Luxusvilla erwarten.

Alte Häuser haben nun mal ihre Mängel und frühe wurd mal hie rund mal dort geflickt.....
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Timmerhugaren » 3. Februar 2014 17:30

Der Schwedenheinz scheint ein Kenner der Materie zu sein...

Hier mal unsere eigenen Erfahrungen beim Hauskauf:

Der Makler war Remax und hat alles, wirklich alles perfekt gemacht. Sämtliche seine (resp. Ihre, es war eine Dame) Aussagen haben sich bewahrheitet, die Kosten waren von Anfang an ersichtlich und jederzeit nachvollziehbar. Und es war ganz und gar nicht so, dass wir die Maklerin hätten bezahlen müssen! Diese Kosten übernahm der Eigentümer.

Wohl war es ein Vorteil, dass wir das Haus kannten, dennoch, es war an uns, abzuklären was Sache ist... und ein Haus auf Kredit hätten wir schon gar nie gekauft. Das Wichtigste ist, dass man sich eben nach dem Möglichen richtet. Unser Haus liegt direkt am See in Mittelschweden. Wir bekamen was wir bezahlt haben und fühlten uns zu keiner zeit unter Druck oder hatten nie das Gefühl über den Tisch gezogen zu werden.

Bei der Übergabe gab es eine 20-seitige Liste (!) worauf sämtliches Fahrhabe akribisch genau aufgelistet war und die Maklerin bestand darauf, dass wir diese Liste persönlich mit ihr durchgegangen sind...

Das ganze Prozedre nahm einen halben Tag in Anspruch aber am Ende wussten wir wirklich über jedes Detail bescheid.

Was ich sagen will:
Es braucht eben auch ein wenig Wille, sowas genau zu machen. Wir zB. haben uns einen ganzen Tag ausbedungen, das Gebäude von zuoberst bis zuunterst genauestens anzuschauen, inkl. sämtlichen Ablaufleitungen innerhalb uns ausserhalb des Hauses.

Wir haben uns bei der Gemeinde vorgestellt und nachgefragt ob irgendwelche Auflagen bestünden die der ehemalige Besitzer hätte usw.

Für uns war es ein Glücksfall und wir würden unser Haus nie mehr hergeben! Und mit der Maklerin haben wir auch heute noch Kontakt.

Cheers
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon schwedenkoch » 3. Februar 2014 20:29

Hej hej,

besser als Timmerhuggaren hätte ich es auch nicht schreiben können. Wenn man als Käufer freundlich, seriös und gesprächsbereit auftritt, kann nicht viel schief gehen. Wenn man dazu noch schwedisch spricht ist das Eis in den meisten Fällen schon gebrochen. Eine gründliche Begutachtung des Hauses ist eine Grundvoraussetzung und jeder Makler gesteht dem Käufer dieses ein. So war es auch bei uns und wir sind super zufrieden mit unserem Ferienhaus. Auch wir haben zu unserer Maklerin, nach wie vor, einen guten Kontakt und auch der Verkäufer ist stets hilfsbereit.
Ich denke, man kann sich nicht vor allem schützen, aber man kann viel zu einem unkomplizierten Hauskauf beisteuern.
Gruß schwedenkoch
Vem som vill sig ta över en klyfta, lyckas inte med två små hopp.
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon vinbergssnäcka » 4. Februar 2014 08:07

Kann nur das zuletzt gesagte hier unterstreichen. Vor allem sollte man eins beachten: Man bekommt das, wofür man bezahlt. Wenn ich in Schweden ein Haus zum Preis eines gebrauchten Kleinwagens erwerbe, kann ich keinen Ferrari erwarten....
liebe Grüsse

Heike

meine Homepage: www.figeholm.jimdo.com
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Re: Vorsicht beim Hauskauf in Schweden !

Beitragvon Leska » 4. Februar 2014 08:43

Hej,

auch ich kann nur positives zum Hauskauf in Schweden berichten. Wir haben im Oktober letzten Jahres unser Haus in Südschweden gekauft. Der Makler war sehr sehr freundlich und sehr genau. Bei der Hausbesichtigung war auch der Verkäufer vor Ort, sodass man ihn wirklich über jedes Dteail ausquetschen konnte ;)
Auch hier wurde nichts vertuscht, über kleinere Mängel (es gab nur einen kleinen, da das Haus komplett renoviert wurde) klärte uns der Verkäufer ohne Nachfrage auf. Die Besichtigung ging quasi vom Giebel bis in den "Kriechkeller". Die anschliessende Vertragsaufsetzung war sehr ausführlich und detailreich, quasi jeder Satz des Vertrages wurde genau besprochen.
Von A bis Z ein absoluter Traum :doppelwink:

Gruß
Sven
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