Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon vinbergssnäcka » 2. Mai 2014 07:16

Legt man in Deutschland kein Kupferrohr mehr in die Wände? Bei meinen Eltern im Mietshaus sogar in die Aussenwand....war ne ziemliche sauerrei, als das leck schlug....

Habe gerade hier in Schweden ein Haus (Ferienhaus) gesehen, das von einem deutschen Unternehmen gebaut wurde....war aber schon was älter, Regeln ändern sich ja aber dauernd...
liebe Grüsse

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon calle » 3. Mai 2014 18:41

Man verlegt keine Wasserrohre in die Außenwand, weder hier noch in Deutschland, wenn es richtig gemacht wird, zumindest muss dann für ausreichend Isolation gesorgt werden. Das ist also nicht die Frage. Die andere ist wohl eher, sind Handwerker in der Ausübung Ihres Berufes perfekt, Lehrer, Bänker, Politiker,.... sind es auf alle Fälle auch nicht. Ändert aber nichts daran, dass man im Prinzip wissen sollte wie's geht. Übrigens zahlen hier in Schweden die Handwerker selber oder die Versicherungen, wenn ein derartiger Fehler trotzdem passiert. Davon gibt es übrigen zahlreiche bei jedem Bau, mehr oder weniger auffällig und schmerzhaft. Ich bin vom Fach und muss mich entsprechend über Schäden ärgern, die in meinen Häusern eingebaut werden. Aber ob Deutscher, Schwede oder, ein anderer aus meiner multikulturellen Belegschaft ist frei von rein menschlichen Versagen. Und Böswilligkeit oder Mutwillen konnte ich noch keinem nachsagen. Ich würde auch gerne mal die Bekanntschaft des perfekten Menschen machen. Solange muss ich leider damit leben, dass Fehler menschlich sind und vorkommen. :thumbsup:
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon Rallaren » 6. Mai 2014 21:19

Hej Calle, wer also andere Erfahrungen macht, ist ein Miesmacher? Ohne Optimismus? Ich arbeite in Schweden u.a. als Bauleiter. Und ich muss zusehen, daß jeder, der einen Jobb auf der Baustelle ausführt auch die richtige Qualifikation hat. Eine certifikation. Ein guter deutscher Handwerker kommt hierher. Sicher topp in seinem Gebiet. Aber er kann die certifikation nicht nachweisen. Wenn etwas nicht dem schwedischen Standard entspricht, es zu Schäden kommt, wer meinst Du wohl haftet?
Ich habe in den 6 jahren in Schweden mehr Zusatzausbildungen bekommen, als in 30 Jahren in Deutschland. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht, das ist so Vorschrift. Punkt. Das muss man nachweisen. Und das müssen die Arbeiter auf der Baustelle nachweisen. In Göteborg muss ich als Bauleiter auch kontrollieren, ob die Maschinen den Umweltnormen der Stadt Göteborg entsprechen.
Weißt Du so etwas, wenn Du als Handwerker hierher kommst? Sicherheitsfragen? Arbetsmiljöplan, BAS-P und BAS-U? SOS ledare, Tillsyningsman? Skyddsombud? Baustellenorganisation?
Ich bin felsenfest überzeugt, ein deutscher, gelernter Zimmermann, kann auch in Schweden Häuser bauen. Fachlich kein Problem. Aber das Drumherum ist ein ganz anderes. Hat man in Deutschland schon mal was von der Nullversion gehört? Null Unfälle auf Baustellen. Das beginnt mit der vorgeschriebenen Arbeitskleidung, und geht weiter über die Baustellenbeleuchtung. Die Ausbildung, auf der Strasse arbeiten zu duerfen, Sicherheit, immer wieder Sicherheit.
Und die unzähligen Bauvorschriften, Ausführungsvorschriften. So wird in Schweden gebaut, vermessen. Punkt, keine Diskussion.
Ich wäre als Bauherr bescheuert, wenn ich was anderes zuließe. Wenn ich meine Hütte verkaufen wollte, hätte keine entsprechenden Nachweise über fachgerechte Ausfuehrung nach schwedischem Standard (ob nun sinnvoll oder nicht), kann ich den Kaufpreis gleich mal senken.
Und Dein Bauboom. Im Wohnungsbau? Wer glaubt, der Bauleiter leitet den Bau, der glaubt auch, der Zitronenfalter faltet Zitronen.
Oder anders ausgedrückt: der glaubt auch, Politiker halten ihre Versprechungen. Ich arbeite in einer riesengroßen Konsultfirma, wir sind von Umweltsanierung über Infrastruktur, Bahn, Straße bis hin zur Kernkraftsicherheit überall vertreten. Aber Wohnungsbau? Da gibt es nix. Tote Hose, ingenting. In Göteborg beschäftigt sich Rot/Grün mit ihrer Trängsel(sossen)skatt, dem Västlänken, dem Västsvenska paketet. Reine Prestigeobjekte. An denen wir zugegebener Maßen gut verdienen. Aber der notwendige Wohnungsbau?
Und Probleme mit Handwerkern? Termine, Arbeitsausführung? Wartezeiten? Kenne ich nicht. Anrufen, planen, Kostenvoranschlag (mündlich), und es läuft. Ich habe zwei Häuser und eine Wohnung. Und nur gute Erfahrungen. Vielleicht, weil wir von denselben Voraussetzungen ausgehen?
Also, nicht Miesmacherei, sondern Realismaus. Kenntnis des Arbeitsmiljös.
Lustig finde ich im Eingangstext, daß gerade die Bayern berufen sind, die schwedischen Häuser wärmetechnisch zu verbessern. Anscheinend gibts nur dort fähige Handwerker.
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon vinbergssnäcka » 7. Mai 2014 11:19

Nun hat ja Rallaren eigentlich schon sehr genau beschrieben, wo das eigentliche Problem liegt. Er ist ausserdem noch vom Fach und kennt sich da sicher besser aus als ich.

Calle, vielleicht solltest Du nochmal durchlesen, was ich geschrieben habe. Mir geht es hier keinesfalls darum, das die kulturelle Herkunft eines Handwerkers ausschlag für die Qualität seiner Arbeit geben würde. Mitnichten.

Was ich schrieb war, das eine Firma aus Deutschland, Polen oder was weis ich woher es eben nicht so leicht haben würde (zumindest so wie das im ersten Beitrag dargestellt wird) einfach so einen Auftrag in Schweden anzunehmen....die Regeln sind eben anders. Gerade was Elektrik und VVS angeht gibt es ja einige Unterschiede.

Nebenbei, das was ich schilderte, Wasserleitungen in einer Ausenwand...Mietshaus...war auch eine Baufirma aus Deutschland...
und die hatten noch nichtmal gegen die da gültigen Regeln verstossen...vielleicht ist das ja heute anders, der Bau ist 20 Jahre alt.
liebe Grüsse

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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon calle » 7. Mai 2014 21:55

vinbergssnäcka hat geschrieben:Was ich schrieb war, das eine Firma aus Deutschland, Polen oder was weis ich woher es eben nicht so leicht haben würde (zumindest so wie das im ersten Beitrag dargestellt wird) einfach so einen Auftrag in Schweden anzunehmen....die Regeln sind eben anders. Gerade was Elektrik und VVS angeht gibt es ja einige Unterschiede.

Besser wäre wohl mal die Unterschiede in den Gewerken beim Namen zu nennen als sich in Allgemeinplätzen zu verlieren.
vinbergssnäcka hat geschrieben:Nebenbei, das was ich schilderte, Wasserleitungen in einer Ausenwand...Mietshaus...war auch eine Baufirma aus Deutschland...und die hatten noch nichtmal gegen die da gültigen Regeln verstossen...vielleicht ist das ja heute anders, der Bau ist 20 Jahre alt.

20 Jahre :pfeif: Erkenntnisse im Bau haben sich längst weiterentwickelt, die Pflichten eines Hausbesitzers bleiben bei Altbauten gleich.
Rallaren hat geschrieben:Ich habe in den 6 jahren in Schweden mehr Zusatzausbildungen bekommen, als in 30 Jahren in Deutschland.

Genauso. Es ging hier ja schließlich am Anfang der Debatte um auswanderungswillige Handwerker und evtl. offene Arbeitsstellen.
Rallaren hat geschrieben:Weißt Du so etwas, wenn Du als Handwerker hierher kommst? Sicherheitsfragen? Arbetsmiljöplan, BAS-P und BAS-U? SOS ledare, Tillsyningsman? Skyddsombud? Baustellenorganisation?

Genau und beim privaten Bau muss außerdem auch noch der Bauherr in vielerlei Hinsicht für die Sicherheit seiner Handwerker den Kopf hinhalten. Wir Schweden sorgen für unsere seltene gewordene Berufsspezies
Rallaren hat geschrieben:Ich bin felsenfest überzeugt, ein deutscher, gelernter Zimmermann, kann auch in Schweden Häuser bauen.

Jepp, stimmt genau, und das unter den segnenden Augen der Obrigkeit. Deutschsein ist hier kein Hinderungsgrund. :champion:
Rallaren hat geschrieben:Nullversion

Haben wir auch im Straßenverkehr, trotzdem dürfen hier Ausländer mit Ihren Autos fahren. :doppelwink:
Rallaren hat geschrieben: Aber Wohnungsbau? Da gibt es nix.

Richtig, genau da ist das Problem: Wohnungsnot, steigende Einwanderungszahlen aber nur sehr vorsichtige Versuche, Abhilfe zu schaffen. Aber das ist nicht nur ein Problem von Papa Politik.
Rallaren hat geschrieben:Wenn ich meine Hütte verkaufen wollte, hätte keine entsprechenden Nachweise über fachgerechte Ausfuehrung nach schwedischem Standard (ob nun sinnvoll oder nicht), kann ich den Kaufpreis gleich mal senken.

Klar sind fachmännisch gebaute Hauser teurer und heute ist auch nichts anderes mehr erlaubt, es sei denn, man renoviert sein eigenes Nest mit seinen eigenen Händen und selbst dann gibt es eine Baubehörde genauso wie in Deutschland.

Ich könnte noch etliches Hinzufügen, aber es reicht vielleicht mit einer Schlussbemerkung, hier im Internetforum scheint irgendwie eine antideutsche Stimmung in vielen Einlagen zu herrschen, wir Schweden freuen uns im Großen und Ganzen über Euer kommen. Schweden ist ein superabgesichertes Land auch für Einwanderer, aber wir setzen auch noch viel auf gesunden Menschenverstand und interessant ist doch wie etwas zu schaffen ist, anstatt auf die Bremse zu treten. Wisst Ihr eigentlich wie viele Einwanderer Schweden jedes Jahr schluckt? :doppelwink:
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Re: Deutsche Unternehmer in Schweden aufgepasst

Beitragvon Rallaren » 7. Mai 2014 22:22

Hej Calle, schöner Dialog mit Dir, danke.
Ich habe so eine Deutschfeindlichkeit/abneigung nicht im Forum entdecken können. Eher zuviel Blauäugigkeit bei den Anfragen.
Ich bin immer gerne bereit, zu helfen, den Einstieg zu erleichtern. Ich fühle mich hier sehr wohl, eigentlich nur schade, daß ich nicht schon früher hierher gekommen bin. Ich finde, in Deutschland wird der Arbeitnehmer nur als Kostenfaktor gesehen, in Schweden als wertvoller Mitarbeiter. Das ist mein persönlicher Eindruck. Das will ich gerne weitervermitteln.
Ich will also keinen entmutigen, eher die Stolpersteine/Hürden aufzeigen.
Bewundernswert finde ich in Schweden, wie der Arbeitgeber seine Mitarbeiter ausbildet, weiterbildet. Vielleicht ist die direkte Selbständigkeit in Schweden nicht der einfachste Weg.
Seht auch meinen Artikel zu ÅF
Gruß
Peter
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