Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

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Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Karsten » 22. April 2015 14:01

In Schweden soll die Lizenz- und Schutzjagd auf den Wolf weitergehen wie bisher. Dies hat der Umweltausschuss des Reichstages am Dienstagabend beschlossen. Demnach soll sich an der von der bürgerlichen Regierung 2013 eingeführten Regeln nichts ändern, obwohl sich die Grünen in der rot-grünen Minderheitsregierung gegen die Wolfsjagd ausgesprochen haben. Die Regeln haben im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Naturschutzbehörde die Lizenzjagd zugelassen hatte...

(Quelle: Radio Schweden)

Weiterlesen:

http://sverigesradio.se/sida/artikel.aspx?programid=2108&artikel=6147594


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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon schwedenträumerei » 28. April 2015 19:31

Na das versteh ich nicht. Soviel schöne natur, sowenig Menschen und trotzdem so stur und tierfeindlich. Lange vor den Menschen zog der Wolf dort seinen Bahnen. Ich versteh es nicht. Ich versteh auch nicht wie Schweden ihr Altöl einfach in den Boden 10 m neben ihrem Trinkwasserbrunnen schütten können. Vielleicht liegt es daran das sie zuviel Natur haben und was man zuviel hat achtet man nicht mehr.
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Weichohr » 29. April 2015 07:57

ich sehe es genau so. Die Schweden sollten mal langsam lernen ihre Altlasten effizient zu entsorgen. Sie werben mit unberührter Natur und wenn man dann hin kommt und sieht was sie alles in den Wald schmeißen...einfach erschreckend !
Was die Wölfe betrifft, ist es doch so, das die Tiere sehr scheu sind und ich denke auch nicht so die Gefahr wie immer beschrieben. :?
:fahne:
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Alex-Art » 30. April 2015 11:30

Hmm, vielleicht muss man länger in S. wohnen um zu verstehen warum man den Wolf hier jagt. Das grosse Problem ist, dadurch das er zu lange nicht gejagt wurde, das er seinem Scheu vor Menschen verloren hat und seelen ruhig durch die Wohnsiedlung stapft, wo die Kids spielen! Reiter im Wald werden verfolgt etc. etc. So lange er im Wald bleibt, wo platz genug ist wäre alles gut...aber wenn er keinen Scheu mehr hat wird er gefährich!
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon philofaxx » 30. April 2015 13:00

Jo, und das ist dann genau das gleiche Thema wie nun aktuell auch mal wieder in Deutschland hochgekocht wurde... . Rotkäppchen lässt grüßen.

Natürlich ist der Wolf ein Raubtier und niemals ungefährlich. Aber nach wie vor -ob nun in Schweden oder in Deutschland- ist es wahrscheinlicher vom Blitz getroffen zu werden als von einem Wolf angefallen zu werden. Lassen wir also mal die Kirche im Dorf. Es besteht keine wirklich zwingende Notwendigkeit zur Wolfsjagd -außer vielleicht der, dass der Mensch manchmal immer noch der Meinung ist, er könnte alles beherrschen und kontrollieren. Gemeinsam mit der Natur leben fällt vielen eben schwer.

Mal abgesehen davon geht es in Schweden bei der Wolfsjagd nicht darum die (Pseudo-)Problemwölfe zu schießen sondern um eine generelle Schußerlaubnis mit Quote. Der Beweggrund liegt hier wohl kaum noch darin, spielende Kinder zu schützen!
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Knäckebröd:) » 30. April 2015 15:09

Ein gutes Ökosystem braucht Wölfe...
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Skadilein » 3. Mai 2015 07:34

Immer das gleiche...erst der Bär der durch die Wälder streift, jetzt der Wolf...was kommt als nächstes?
Es gibt zuviele Waldameisen die den Menschen in den Wäldern gefährlich wird.

Natürlich ist der Wolf immer noch ein Raubtier und es kann auch durchaus gefährlich werden wenn er im Rudel durch die Straßen läuft, aber wie oft kommt das den vor?
Vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen warum er in die Gemeinden kommt?
Liegt es daran das ihm durch den Menschen einfach das Futter vor der Nase weggeschoßen wird?
Oder kann es einfach daran liegen das der Mensch einfach zuweit in die Jagdgebiete des Wolfes eingedrungen ist und nun hat der Wolf einfach die Schnauze voll und holt sich daß zurück, was seid jeher ihm gehört?!

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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Framsidan » 3. Mai 2015 10:10

Skadilein hat geschrieben:Immer das gleiche...erst der Bär der durch die Wälder streift, jetzt der Wolf...was kommt als nächstes?
Es gibt zuviele Waldameisen die den Menschen in den Wäldern gefährlich wird.

Natürlich ist der Wolf immer noch ein Raubtier und es kann auch durchaus gefährlich werden wenn er im Rudel durch die Straßen läuft, aber wie oft kommt das den vor?
Vielleicht sollte man sich auch mal Gedanken machen warum er in die Gemeinden kommt?
Liegt es daran das ihm durch den Menschen einfach das Futter vor der Nase weggeschoßen wird?
Oder kann es einfach daran liegen das der Mensch einfach zuweit in die Jagdgebiete des Wolfes eingedrungen ist und nun hat der Wolf einfach die Schnauze voll und holt sich daß zurück, was seid jeher ihm gehört?!

...


Voriges Jahr strich ein Wolf oft in einigen Stadtteilen hier rum. Besonders um einen Kindergarten schleichte er tagelang rum. Die Kinder mussten mindestens eine Woche drinnen eingesperrt werden.

Auch brauchen wir unsere Landwirtschaft hier. Auch der Schwede will was zu essen haben. Was glaubt ihr was das für einen Landwirt bedeutet wenn er rauskommt und findet 10-15 halbtote Schafe und Jungrinder vor?

Komisch finde ich immer dass man um den Wolf besorgt ist aber nicht um andere tiere, die können gerne elendig kaputt gehen oder????

Oder wollt ihr die ganze Bevölkerung hier vertreiben damit Touristen zu den wilden Tieren fahren können? Dann ist es aber auch schnell mit "öppna landskap" vorbei hier denn pflegt kein Landwirt die Landschaft ist es schnell zugewachsen. Und auch ein Landwirt muss leben können.

Ich bin nicht gegen Wölfe aber eben alles am richtigen Platz.

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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon philofaxx » 3. Mai 2015 10:49

Hier geht es meiner Meinung nach keinesfalls um Tourismus (welcher Tourist hat bitte jemals einen wildlebenden Wolf zu Gesicht bekommen???), sondern darum, dass der Mensch immer mehr Platz für sich beansprucht und die angestammten Lebensformen über Jahrhunderte verdrängt hat (dies beinhaltet u. a. auch Wölfe). Ich finde schön, dass immer mehr dieser Tiere sich auch wieder Lebensraum zurück erobern.

Außerdem geht es hier auch nicht nur um die "unberührte" schwedische Natur (die auch mehr als Klischee als in der Realität existiert). Wer die deutsche Presse der vergangenen Zeit mitbekommen hat, weiß, dass hier exakt die gleichen Argumente und Aufschreie zu hören waren. Nur in Schweden darf eben legal geschossen werden... . -Die Illegalität hält aber auch hier so manchen ambitionierten Jäger nicht ab... .

Die ganzen Argumente sind jedenfalls viel zu emotional belastet. Wie in meinem ersten Beitrag geschrieben, sollte man einfach mal die Wahrscheinlichkeiten verschiedener Ereignisse abwägen und überlegen, welche (teilweise sehr überzogene) Reaktion so sinnvoll ist.

Was die Schafe angeht: Leider wird da nie gegenübergestellt, wie viele der Risse auf Hunde zurückgehen. Das sind nämlich nach wie vor deutlich mehr. Auch so mancher angebliche Wolfsriss (in der Presse groß aufbereitet) stellt sich nachher als das Ergebnis wildernder Hunde heraus -das findet dann aber bestenfalls im Kleingedruckten Erwähnung.

Sollte also alles in seiner Verhältnismäßigkeit gesehen werden. Kein Schwede verhungert wegen 300 Wölfen im Land. Und warum bitte hat der Mensch das Recht, sich alles zu nehmen/zu zerstören wie es ihm beliebt und Wildtiere wiederum haben keine Berechtigung sich dafür neue Lebensräume zu erschließen -egal ob in Schweden, Deutschland oder sonstwo auf der Welt???
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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Skadilein » 3. Mai 2015 12:05

Framsidan hat geschrieben:Voriges Jahr strich ein Wolf oft in einigen Stadtteilen hier rum. Besonders um einen Kindergarten schleichte er tagelang rum. Die Kinder mussten mindestens eine Woche drinnen eingesperrt werden.


Ich hab ja nicht gesagt das es schön ist, wenn der Wolf durch die Strassen schleicht, aber wie gesagt (oder besser gefragt) warum macht er das denn wohl?
Darüber macht sich keiner Gedanken und selbst wenn, ist es die Berechtigung um den Wolf (also alle) zu jagen?


Framsidan hat geschrieben:Auch brauchen wir unsere Landwirtschaft hier. Auch der Schwede will was zu essen haben. Was glaubt ihr was das für einen Landwirt bedeutet wenn er rauskommt und findet 10-15 halbtote Schafe und Jungrinder vor?


Natürlich ist es nicht toll, aber gibt es dafür nicht Mittel und Wege den Wolf von den Tieren fern zu halten?
Muß es denn immer gleich der Griff zum Gewehr sein?
Ich kann es natürlich nachvollziehen daß man darüber nicht erfreut ist, (um es mal freundlich auszudrücken),
Aber eine Ausrottung kann wohl nicht die Lösung sein, denn was ist denn es das nächste Raubtier auf sich aufmerksam macht?
Und dann das nächste...usw.
Dann haben wir irgend wann nur noch Nutztiere und alle anderen Arten kann man dann nur noch im ZOO bewundern...

Framsidan hat geschrieben:Komisch finde ich immer dass man um den Wolf besorgt ist aber nicht um andere tiere, die können gerne elendig kaputt gehen oder????


Das wollte damit bestimmt keiner gesagt haben, es geht wohl eher darum das der Wolf gejagt werden soll, einfach nur weil er eben ein Wolf ist und das kann nicht richtig sein.
Natürlich hat jedes Lebewesen eine Lebensberechtigung!!!

Framsidan hat geschrieben:Oder wollt ihr die ganze Bevölkerung hier vertreiben damit Touristen zu den wilden Tieren fahren können? Dann ist es aber auch schnell mit "öppna landskap" vorbei hier denn pflegt kein Landwirt die Landschaft ist es schnell zugewachsen. Und auch ein Landwirt muss leben können.


Um die Touristen geht es hier überhaupt nicht, es geht hier einfach um eine friedliche Koexistenz, die ja wohl über lange Zeit auch möglich war.

Framsidan hat geschrieben:Ich bin nicht gegen Wölfe aber eben alles am richtigen Platz.


Jep, die freie und wilde Natur ist der Platz des Wolfes und nicht Tod und ausgestopft in einen Haus zu stehen/liegen oder so.

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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon Faxälva » 3. Mai 2015 14:29

Das Problem ist, daß die Hälfte des Landes für Wölfe tabu ist... und zwar genau der Teil, der weniger bewohnt ist und viel mehr Wald hat..... weil da laufen die Rentiere...und da darf kein Wolf sein..oder du legst dich mit den Sami an.... lycka till.... also drängeln sich in der unteren Hälfte 80% der Bevölkerung, fast die gesamte Landwirtschaft plus die ca 400 Wölfe.....

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Re: Schwedischer Reichstag lässt weiter Wölfe jagen

Beitragvon calle » 3. Mai 2015 19:48

Mal ein paar Gedanken von jemanden, der schon seid zwei Jahrzehnten jeden Tag mit den Wölfen "zwangskuschelt"

Ich lebe in Värmland, und dort in dem Hauptkonzentrationgebiet für Wölfe, ich lebe praktisch mit Ihnen auf per "DU". Täglich Spuren auf meinem Grundstück, manchmal keine 10 m von meinem Wohnhaus Pfotenabdrücke im Schnee. Ich schicke ab und an mal Kotproben ein, die ich an unterschiedlichen Stellen bei mir im Wald finde, damit die genetischen Analysen der Behörde damit aufdatiert werden können. Also für mich ein inzwischen recht bekanntes und alltägliches Prozedere mit Wölfen zu leben und geniesse es sehr, sie Abends in einer eiskalten sternenklaren Nacht heulen zu hören.
Das Thema Wölfe wird immer sehr heiss gekocht und mit unendlich viel Polemik belegt. Doch es ist auf den zweiten Blick nicht alles so leicht zu be- und verurteilen, wie es im ersten Moment erscheint.
Mal ein paar Tatsachen:
- die Wölfe sind tatsächlich nur auf einer sehr kleinen Fläche in Schweden "erlaubt" nämlich überall da nicht, wo es zuviele Menschen gibt und das fängt bei allen Ländern südlich von Värmland an und auch nicht in den Rentierzuchtgebieten. Das heiss dass das gesamte nördliche Schweden für Wölfe tabu ist. Ab Darlarna im Idre-Fjäll ist es praktisch schon vorbei mit Lustig für den Wolf und die Samen (Lappen) haben normalerweise das Recht sich Wölfe vom "Hals" zu schaffen, die sich bei Ihnen verirren. Manchmal werden die Tiere auch eingefangen, wenn sie seltene DNA aufweisen. Also ein klassischer Konflikt zwischen zwei Naturlebenden nämlich den Wölfen und dem "Naturvolk" den Samen. Und die Samen kämpfen sehr aktiv und selbstbewusst für Ihre Rechte hier in Schweden.
- Die nächste Gruppe Wölfe, die durch Lizensjagd geschossen werden sind auffällige Tiere wie z.B. der Wolf, der vor zwei Jahren in einer Nacht 48 Schafe riss.(Leider haben Wölfe den Instinkt ähnlich Mardertieren solange zu jagen, bis das Wild erlegt ist, das hat dann nichts mehr mit Hunger zu tun sondern der Jagdreflex wird im Blutrausch durch Bewegung immer neu aktiviert) darum manchmal auch schwerstes Gemetzel auf Weiden.Im Gegensatz zu der hier im Forum geäusserten Meinung sind es tatsächlich Wölfe und keine Hunde, denn es werden DNA-Texts an den gerissenen Tieren genommen. (Im übrigen helfen da auch nicht immer die von den Landwirten aufgesetzten Wolfsschutzzäune) Auffällige Tiere, die auf den Geschmack gekommen sind und anstatt schwierige Waldbeute zu jagen nun auf leichtes Wild nämlich Weidetiere gehen, werden erschossen - leider will keiner die Wölfe haben sonst könnte man sie ja auch fangen. Nur ein paar Zahlen: im letzten Jahr wurden über 300 Schafe und einige Rinder und Pferde bei uns von Wölfen gerissen.
-Ein drittes Problem, warum die Regierung bis heute hartnäckig an der Wolfsjagd festhält ist tatsächlich die Nähe zu den Menschen.
Wölfe haben sehr grosse Reviere, darum täuscht es ein wenig wenn man meint hier in Schweden wäre doch so viel Natur, mit aussreichend Platz für Wölfe. Leider finden das nur die Menschen, aber nicht die Tiere. Wölfe haben einen sehr grossen Bedarf an jagdbaren Wild, ein Familienrudel kann manchmal für seine heranwachsenden Welpen täglich bis einmal wöchentlich einen Elch reissen. Reste der Beute bleiben meistens im Wald liegen und werden von anderen Aasfressern verbraucht. Dieses kann zu einem kompletten Plündern eines Wolfrevieres an einigermassen jagdbaren Wild führen. Das ich nicht übertreibe zeigen Abschüsse der Elchjagd vom vorigen Jahr wo im benachbarten Jagdrevier nur noch ein einziger Elch geschossen wurde weil einfach keine da waren. Nun ist das ein ganz normaler Zyklus in der Natur, die Wölfe wandern normalerweise weiter und die Elchpopulation würde sich wieder erholen. Und irgendwann wären dann auch die Wölfe wieder da. Hier bekommt man natürlich auch eine kleine Vorstellung warum Jäger Wölfe hassen, Jagd ist hier bei uns nicht nur Spass sondern natürliche finanzielle Grundlage vieler Waldbewohner. Ein ansässiges Wolfrudel kann in einem Jagdgebiet einen geschätzten finanziellen Schaden von 20000-60000 Euro Jährlich verursachen. Und da man heute auch wegen jeder popeligen Lohnerhöhung streiken darf und damit der Wirtschaft einen riesigen Schaden zufügen kann, denke ich, dürfen Jäger auch mal ein bisschen meckern - denn entgegen der herrschenden Meinung ist es fast unmöglich Wölfe illegal abzuschiessen. (Ich kann dieses Thema ja etwas neutraler beobachten weil ich es mir finanziell erlauben kann und meine Elche nur selten geschossen werden, doch das Privileg haben hier in der Gegend nicht viele)
Wenn ein Jagdgebiet von den Wölfen gelehrt wurde bedeutet das normalerweise in der Praxis, das diese aus den tiefen Wäldern Värmlands an die Randgebiete wandern, immer der Beute nach doch da beginnen auch die menschlichen Siedlungen. Und schon fängt der eigenliche Stress an. Die 40 geschossenen Wölfe vom Vorjahr kommen fast alle aus diesen Bereichen.
- Tja und da haben wir das wirkliche Problem,die Sympatie mit dem Wolf steigt scheinbar mit dem Quadrat der Entfernung.
Ein wenig amüsiert sehe ich wie hektisch der Mensch wird, wenn denn doch mal ein Wolf über die Anlagen des ortsansässigen Kindergarten schleicht. Oder sich gar in Stockholm verlaufen hat. Dabei wird doch immer gesagt, Wölfe sind soooo scheu (kann ich nur bestätigen!!) Das Thema ausrottungsgefährdete Wölfe wäre natürlich binnen kürze erledigt, wenn wir diesen armen Tieren tatsächlich mal etwas Nahrung und Lebensraum in den von Ihnen erwählten Vorgärten gönnen würde. Also im Ernst durch Autos werden mehr Menschen getötet als durch Wölfe. Wenn mir mein Nachbar in allen Einzelheiten schildert,wie sein Hund, der eigentlich Abends nur kurz mit raus lief und keine 30 m von ihn von einem Wolf geschnappt wurde bin ich natürlich auch tief berührt. Das jämmerliche Gejaule, was sein Liebling dabei angeblich von sich gegeben hat ist aber ja nüchtern betrachtet nur ein Zeichen der Angst was ja auch jedes Wildtier empfindet, wenn es zerrissen wird. Gehört also zum Spiel der Nahrungsgewinnung dazu. Und bloss weil ich dieses Fellknäul meines Nachbar gut leiden konnte ist er in den Augen eines Wolfes eben nichts anderes als ein Stück Fleisch. Ach ja mein eigener Hund lebt noch, der geht brav bei Fuss :-)
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