Norrbotten im Dezember

Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 09:23

Hej (soviel schwedisch ist grad noch hängengeblieben vom letzten Besuch beim Möbelgiganten... :mrgreen: ),

wollte mich als Neuling erstmal kurz vorstellen. Nachdem ich bislang in Skandinavien immer nur beruflich zu tun hatte, auch im Winter, aber immer nur in "gemäßigten" Breiten (Norwegen - Oslo, Beitostølen, Lillehammer; Schweden - Dalarna), soll es nun privat über Weihnachten/Neujahr weiter in den Norden gehen. Und weil wir befürchten, dass mangelnde Erfahrung da mitunter böse Folgen haben kann, versuchen wir gerade, alles an Tipps und Ratschlägen mitzunehmen, was geht.... :)

Also - wir (Familie) wollen Mitte Dezember bis Anfang Januar mit dem Auto (und einem Hundeanhänger mit 2 Huskies :)) nach Norrbotten/Lappland (Gegend um Moskosel). Geplant ist, ab Rostock die Nachtfähre zu nehmen; im Anschluss planen wir 2 komplette Tage, um von Trelleborg bis da hoch zu kommen; Zwischenübernachtung in Hudiksvall o.ä. Die Route ist an sich ja relativ klar - erst mal laaaaaange die E4 hoch. Einzige Frage - welcher Weg ins Inland dann der beste ist. Ab Piteå auf der 94 über Älvsbyn? Oder schon früher abbiegen in Skellefteå auf die 95 und über Arvidsjaur?

Die Fragen, die uns momentan allerdings am meisten umtreiben, sind die nach zwingend erforderlicher Ausstattung am Kfz.

1. Wir werden mit einem Seat Alhambra (baugleich VW Sharan) mit 150 Diesel-PS und Allradantrieb mit neuen, guten Winterreifen reisen. Nur für den Trip Spikesreifen anzuschaffen (oder zu mieten, was ja wohl auch gehen soll), scheint uns übertrieben (zumal das Auto vor Ort eher wenig bewegt werden wird).
Noch nicht schlüssig sind wir uns in der Frage bzgl. Schneeketten. Die Verwandtschaft, die wir in S besuchen wollen, meint, die würden uns nicht viel weiterhelfen; extra dafür anschaffen sei Blödsinn. Das passt zu Erfahrungen im Alpenraum, wo an Stellen mit Schneekettenpflicht Allradfahrzeuge oft explizit davon ausgenommen sind. Andererseits gibt es auch in diversen Foren genügend (Experten?-) Stimmen, die meinen: "Unbedingt welche dabeihaben!"...

2. Weiterhin ist oft zu lesen, dass die Fahrzeuge im Norden üblicherweise über eine Motorheizung verfügen. Lohnt es sich, für den Trip sowas nachrüsten zu lassen? Oder ist das übertrieben?

3. Müssen in Schweden Warnwesten mit an Bord sein? Habe dazu widersprüchliche Angaben gefunden. Wenn ja, wieviele?

4. Wie dicht ist das Tankstellennetz jenseits von Stockholm? Sollte ein (gefüllter) Reservekanister Diesel mit an Bord sein? Wenn ja - dann kann ich den ja sicher erst in S befüllen (wg. Beförderungsbestimmungen Fähre), oder??

5. Überhaupt - kann ich mit dem Diesel da oben Probleme bekommen (wg. Temperaturen unter -20°)?

6. Bzgl. Geschwindigkeitsbegrenzung: Es war zu lesen, dass für Wohnwagen-Gespanne bei 80 km/h Schluss ist. Gilt das nur für Wohnwagen? Oder auch für andere Gespanne (wie gesagt, kleiner Hundehänger dabei....)

7. Sonst noch irgendwas wichtiges zu beachten? :mrgreen:

Besten Dank schonmal!!!!!

LG, montebianco
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Mit Stena Line nach Schweden: Kiel-Göteborg

Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Carola » 24. November 2015 10:45

Hallo Montebianco,
ich beneide Euch etwas - Eure Reise hört sich sehr spannend an!! Ich war vor Jahren mal zum Vintermarknad in Jokkmokk - mit meinem Motorrad mit Seitenwagen. Ich habe da auch "nur" Winterreifen gehabt und bin ganz gut zurecht gekommen (auch wenn's manchmal grenzwertig war). Mit einem Allrad-Auto sollte es keine Probleme geben und ich würde nichts vorher extra kaufen. Vielleicht erkundigt Ihr Euch mal, inwieweit für Euer Auto bei Biltema im Notfall irgendwas zu beschaffen ist.
Mit Tankstellen hatte ich noie Probleme, allerdings braucht mein Motorrad Super-Plus, aber ich glaube, das ist sogar seltener als Diesel. Mit Reserve-Kanister solltet Ihr gar keine Probleme haben. Wenn Ihr in Schewden tankt, bekommt Ihr automatisch speziellen "Winterdiesel" in den Tank (also vielleicht relativ leer auf die Fähre fahren). Wenn's ganz dicke kommt, gibt's an jeder Tanke Zusätze, die speziell für besseres Starten und Laufen in der Kälte gedacht sind. Für Benziner heißt der Zeug Kemetyl; was vergleichbares gibt's auch für Diesel - beschriftung Beachten.
Motorheizung ist natürlich was Feines, aber fraglich, ob es Sinn macht, da Ihr das hier nicht verwenden könnt. Wenn, dann würde ich eher in eine Standheizug investieren und die Zu-/Ableitungen geschickt verlegen. Mein Vater hat das mit seinem Toyota Landcruiser Diesel und der hat ohne irgendwelche Probleme jetzt schon gut 300.000km drauf. Wird halt nahezu immer (auch Frühjahr und Herbst) schön "vorgewärmt" über die Standheizung.
Was die Höchstgeschwindigkeit angeht: 80 ist fast überall für alle angesagt. Und bei mir war die E4 damals komplett verschneit/vereist - da sind (abgesehen von einigen Monster-Trucks) alle ganz freiwillig 60-70km gefahren. Da ist mehr das Wetter / die Straße die begrenzende Kraft; weniger irgendwelche Vorschriften.
Warnweste sollte auf jeden Fall vorhanden sein. Ich weiß zwar nicht, wie die Vorschriften sind, aber sie machen bei den Lichtverhältnissen zu der Zeit seeeehr viel Sinn.
Ansonsten "Kälteschutz" für Mensch und Tier (Decken, Schläfsäcke, Tee/Kaffee, genügend Proviant) sollte immer an Bord sein - kann durchaus mal sein, daß man im Fall einer Panne länger warten muß. Dazu genug Licht - (große) Taschenlampen, Warnblick-Lichter ö.ä. und eine Grundausstattung an Werkzeug und Ersatzteilen: Lampen, Sicherungen und überhaupt Elektrik hat manchmal Probleme mit der Kälte. Kontaktspray / Schmiermittel sollten auch dabei sein. Und alles, was spezifisch bei Deinem Auto gerne mal kaputt geht. Ach so, ja, Schneeschaufel oder kleinen Spaten nicht vergessen, damit man morgens das Auto freibekommt :pfeif:
Welche Strecke Ihr genau nehmt, würde ich vor Ort nach Wetterbericht entscheiden. Und über's Netz mal suchen, wie Übernachtung, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten verteilt sind. Ansonsten ist die Wahl der Strecke wohl Geschmackssache.

Eine Anmerkung noch: Trelleborg-Moskosel sind lt. meinem Routenplaner knapp 1600km. Da halte ich 2 Tage im Winter (auch wenn im Süden recht gutes Wetter sein dürfte) für recht sportlich. Bei extremer Kälte und event. Schneefall werden 800km/Tag verdammt viel - auch mit einem modernen Auto. Plant hier ggf. ein, daß es auch länger dauern könnte....

Auf jeden Fall viel Spaß!!!! :Flagge2: :Flagge2:
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 10:59

Carola hat geschrieben:Vielleicht erkundigt Ihr Euch mal, inwieweit für Euer Auto bei Biltema im Notfall irgendwas zu beschaffen ist.

Ist das sowas wie der schwedische ATU?

Wenn's ganz dicke kommt, gibt's an jeder Tanke Zusätze, die speziell für besseres Starten und Laufen in der Kälte gedacht sind. Für Benziner heißt der Zeug Kemetyl; was vergleichbares gibt's auch für Diesel - beschriftung Beachten.

Danke für den Tipp!!!

Motorheizung ist natürlich was Feines, aber fraglich, ob es Sinn macht, da Ihr das hier nicht verwenden könnt. Wenn, dann würde ich eher in eine Standheizug investieren und die Zu-/Ableitungen geschickt verlegen. Mein Vater hat das mit seinem Toyota Landcruiser Diesel und der hat ohne irgendwelche Probleme jetzt schon gut 300.000km drauf. Wird halt nahezu immer (auch Frühjahr und Herbst) schön "vorgewärmt" über die Standheizung.

Das Auto ist noch recht frisch.... :D Perspektivisch ist vorgesehen, den ohnehin vorhandenen Zuheizer zur Standheizung aufzurüsten (das geht bei den VAG-Dieseln relativ unkompliziert), da das Auto schon auch auf Wintereinsatz (allerdings in Mitteleuropa) getrimmt ist, etwa zu SChlittenhunderennen, zu Skilaufen etc. Momentan fehlt uns dafür allerdings noch die Zeit (und das Geld.....)

Was die Höchstgeschwindigkeit angeht: 80 ist fast überall für alle angesagt. Und bei mir war die E4 damals komplett verschneit/vereist - da sind (abgesehen von einigen Monster-Trucks) alle ganz freiwillig 60-70km gefahren. Da ist mehr das Wetter / die Straße die begrenzende Kraft; weniger irgendwelche Vorschriften.

Ich gebs zu - die Frage bezog sich vor allem auf den ersten Teil des Trips im Süden..... ;)

Ansonsten "Kälteschutz" für Mensch und Tier (Decken, Schläfsäcke, Tee/Kaffee, genügend Proviant) sollte immer an Bord sein - kann durchaus mal sein, daß man im Fall einer Panne länger warten muß. Dazu genug Licht - (große) Taschenlampen, Warnblick-Lichter ö.ä. und eine Grundausstattung an Werkzeug und Ersatzteilen: Lampen, Sicherungen und überhaupt Elektrik hat manchmal Probleme mit der Kälte. Kontaktspray / Schmiermittel sollten auch dabei sein. Und alles, was spezifisch bei Deinem Auto gerne mal kaputt geht. Ach so, ja, Schneeschaufel oder kleinen Spaten nicht vergessen, damit man morgens das Auto freibekommt :pfeif:

Okay - und wo sitzen wir? :mrgreen: Bei dem ganzen Kram ist die Bude ja so schon voll.... :pfeif:

Eine Anmerkung noch: Trelleborg-Moskosel sind lt. meinem Routenplaner knapp 1600km. Da halte ich 2 Tage im Winter (auch wenn im Süden recht gutes Wetter sein dürfte) für recht sportlich. Bei extremer Kälte und event. Schneefall werden 800km/Tag verdammt viel - auch mit einem modernen Auto. Plant hier ggf. ein, daß es auch länger dauern könnte....

Nunja - wir werden uns auf jeden Fall mit Fahren abwechseln; Zwischenstopps für die Hunde sind auch noch vorgesehen. Zur Not gehts halt früh raus und spät ins Bett - da muss der Nachwuchs mal durch, schlafen kann er oben noch; dunkel genug isses ja.... :mrgreen:

Auf jeden Fall viel Spaß!!!!

Danke!!!!!
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Carola » 24. November 2015 11:25

Biltema ist besser als ATU - eher so wie Bauhaus für 80% Auto und 20% Sonstiges. Sieh' mal hier: www.biltema.se. Da bekommst Du selbst Stoßdämpfer als Bausatz zu selber zusammenstellen. Und viieel schönen nützlichen (oder auch nicht) Kleinkram. Ich weiß, daß ich von viel zusätzlichem Gepäck geschrieben habe, aber es ist einfach blöd, wegen "einer Sicherung" oder "eines abgefrorenen Kabels" liegenzubleiben. Bei mir war der Seitenwagen dmals auch recht voll...
Übrigens (hoffe, daß es noch aktuell ist); http://www.elchburger.de/schweden/urlau ... n-schweden.
Nochmal zur Strecke: Selbst wenn Du über die ganze Strecke einen Durchschnitt von 80m/h schaffen würdest, sind das 20 Stunden reine Fahrtzeit... Pausen, Tanken, Baustellen, langsamere Abschnitte (besonders im Norden auf der Landstrasse) kommen dazu....da bist Du schnell bei 25-30 Std Gesamtzeit für 2 Tage... Ich wünsche Euch, daß Ihr es schafft und es trotzdem noch Urlaub ist, aber nicht enttäuscht sein, wenn ein Schneesturm mal ein paar Stunden Pause erzwingt....
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 11:41

Carola hat geschrieben:Biltema ist besser als ATU - eher so wie Bauhaus für 80% Auto und 20% Sonstiges. Sieh' mal hier: http://www.biltema.se.

Schön zu sehen, dass die doch einige Läden entlang unserer Route haben..... :mrgreen:

Übrigens (hoffe, daß es noch aktuell ist); http://www.elchburger.de/schweden/urlau ... n-schweden.

Besten Dank!

Nochmal zur Strecke: Selbst wenn Du über die ganze Strecke einen Durchschnitt von 80m/h schaffen würdest, sind das 20 Stunden reine Fahrtzeit... Pausen, Tanken, Baustellen, langsamere Abschnitte (besonders im Norden auf der Landstrasse) kommen dazu....da bist Du schnell bei 25-30 Std Gesamtzeit für 2 Tage... Ich wünsche Euch, daß Ihr es schafft und es trotzdem noch Urlaub ist, aber nicht enttäuscht sein, wenn ein Schneesturm mal ein paar Stunden Pause erzwingt....

Alles bis 13,14 Stunden Gesamtfahrzeit/Tag halte ich bei Fahrerwechsel noch für verkraftbar (jeweils von 7 bis max. 21 Uhr). Die Fahrten da hoch und wieder runter sind wirklich nur als An- und Abreise gedacht; ausnahmsweise ist der Weg mal nicht das Ziel, sondern nur die schnellstmögliche Verbindung zur Oma.... :-)
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 12:20

Carola hat geschrieben:Wenn's ganz dicke kommt, gibt's an jeder Tanke Zusätze, die speziell für besseres Starten und Laufen in der Kälte gedacht sind. Für Benziner heißt der Zeug Kemetyl; was vergleichbares gibt's auch für Diesel - beschriftung Beachten.


Grade gesehen - sowas gibts auch hier in Deutschland. Oder ist das Zeuchs in S nochmal effektiver?
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Carola » 24. November 2015 13:01

Keine Ahnung - Liqui Moly ist grundsätzlich gut. Aber -31°C kann in Nordschweden nachts schon mal leicht auftauchen. Bei den Schweden habe ich mir angewöhnt, die Sachen da oben zu kaufen. Ist preislich ungefähr gleich und man kann sicher sein, daß sie wirklich bei Extrem-Temperaturen bzw. bei deren Wetterverhältnissen funktionieren. Außerdem ist die Luft "da oben" anders (trockener). Mein Motorrad hat jedenfalls während der ganzen Zeit keine Probleme gemacht.
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Lukä » 24. November 2015 14:24

Hej.
Ich habe auch einen Sharan Diesel 4motion und wohne in Norrbotten ueber dem Polarkreis.
Der Diesel ist mir hier noch nie eingefroren, auch nicht bei Temperaturen unter -35 Grad. Aber, ohne Motorheizung schuettelt sich der Diesel, und stöhnt ganz grausam jeden Morgen bei allem, was unter -20 Grad liegt. Vor allem aber können diese Temperaturen ganz schnell der Tod fuer deine Batterie sein. Wenn du häufiger nach Skandinavien fährst, dann rein mit Motorwärme, Batterieladung und Innenraumsteckdose fuer die Innenraumheizung. Verbaut werden hier Anlagen von DEFA oder Calix. Gibt es in Deutschland z.B. beim Bosch Dienst.
Auf Spikes hingegen kannst du beim 4WD Auto verzichten, wenn du nicht gerade die befestigten Wege verlassen willst.
Also wie vorhin beschrieben, leer auf die Fähre und in Trelleborg den guten schwedischen Diesel rein. Das gleiche gilt fuer Waschanlagenfluessigkeit. Leer machen und schwedisches Spolarvätska geholt. Hilft dir aber eh nur im Sueden, aber nur da brauchst du es auch, weil die die Autobahnen freisalzen. Hier oben bleibt die Scheibe eigentlich den ganzen Winter sauber. Hier friert dir auch jede Wischwaschanlage ein ;)
Ohne Reservekanister wuerde ich an eurer Stelle keinen Meter fahren. Dieser ist absolut notwendig! Wenn ihr hier mal liegen bleibt, dann kann es unter Umständen dauern, bis euch jemand hilft. Ich wuerde euch auch empfehlen, das Auto nie leerer als 2/3 zu fahren. Unbedingt auftanken, wenn die Möglichkeit besteht. Wichtig bei der dt. Kreditkarte - PIN nicht vergessen! Automatentankstellen befinden sich oft abseits in den kleinen Ortschaften, also immer die Tankuhr im Blick behalten.
Mitnehmen wuerde ich in jedem Fall eine kleine Schneeschaufel, 2 Decken, einen Zurrgurt (Schwerlast) damit ihr notfalls aus dem Schnee gezogen werden könnt. Das macht kein Seil mit. Denkt bitte auch daran, dass ihr eine Kuehlbox braucht. Nicht zum Kuehlen aber zum "nicht einfrieren", vor allem fuer eure Hunde. Keine Panik, aber sicher ist sicher.
Kör försiktigt.
Hälsningar Luki



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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 15:26

Hey,

super!!! Danke für die echt wertvollen Tipps!
Tja - häufiger nach Skandinavien ist so eine Sache. Beruflich gelegentlich (dann aber nicht mit dem Privatwagen); und wie häufig wir uns in Zukunft privat diesen Ritt antun, steht noch in den Sternen. Die Oma wohnt erst seit diesem Jahr bei euch da oben....:)
Aber wie gesagt - vielleicht kommt ja ohnehin Aufrüstung des Zuheizers zur vollwertigen Standheizung; dann dürfte sich das Problem mit dem kalten Motor doch auch erledigt haben, oder nicht?

Den Tipp mit der Schneeschaufel habe ich auch schon von anderer Seite gehört; Wo ich so'nen SChwerlast-Zurrgurt herkriege, muss ich mal gucken...
Ansonsten - für die Hundis ist schon gut vorgesorgt; nur wegen denen haben wir z.B. nen Campingkocher dabei, um Wasser erwärmen zu können (und damit das tiefgefrorene Futterfleisch aufzutauen.....); und wenn's ganz hart auf hart kommt, kauen die auch auf "Fleisch-Eis" rum.... sind ja schließlich "nordische" Hunde.....;)
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Lukä » 24. November 2015 17:23

Einen Zuheizer habe ich auch im Auto. Der bringt es echt, denn sonst wird der Diesel nicht warm. Ueber die anderen Sachen musst du selbst entscheiden ;) Mit Schwerlastgurt meinte ich im Prinzip den etwas breiteren mit ordentlicher Ratsche.
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon insa » 24. November 2015 18:04

tip: tanke so , dass dein tank in schweden lehr ist und tanke denn hier den diesel. der ist mehr auf kalte temperaturen eingerichtet.

oops lukä hatte das ja schon erwähnt.... kreditkarte visa oder mastercart... gehen am besten

fahren nur diesel- lg aus jämtland
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 24. November 2015 21:22

Ich find's ja echt super, was man hier innerhalb eines halben Tages so alles an meist doch recht wertvollen Tipps bekommt - hätte ich so nicht erwartet. Dankeschön!!! :thumbsup:
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon montebianco » 26. November 2015 10:14

Also - ich fasse mal den bisherigen Verlauf des Threads (und weitere Erkenntisse aus anderen Quellen) zusammen:

- Schneeketten bei 4x4 nicht unbedingt erforderlich; gute Winterreifen und angepasste Fahrweise vorausgesetzt
- Motorheizung ist "nice to have", aber ebenfalls nicht zwingend erforderlich. Wichtiger: Gute/fitte Battrie; für den Notfall unbedingt Starthilfekabel dabei haben; ebenfallsc Schneeschaufel mit an Bord haben
- Bei Sprit und Frostschutz frühestmöglich auf schwedische Produkte ausweichen
- bei jeder sich bietenden Gelegenheit nachtanken; zusätzlich Reservekanister Diesel (10l oder doch 20?) an Bord
- Strecke ist sportlich; also nicht aus allen Wolken fallen, wenn es länger dauert als geplant
- dennoch unbedingt Hotel vorbuchen und nicht auf spontane Quartiersuche verlassen

Weitere Anmerkungen.....? :-)
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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon Lukä » 26. November 2015 12:00

Frostschutz spindeln nicht vergessen und ggf. aufruesten. Meiner geht bis -45 Grad.
Und ja, 10 Liter Diesel sollten reichen (aber erst in Schweden tanken) :)
Hälsningar Luki



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Re: Norrbotten im Dezember

Beitragvon GT-Hans » 26. November 2015 19:17

Hallo,
ein paar Erfahrungen aus mehrjähriger Fahrt im Winter nach Schweden:

Grundsätzlich ist eine Vorwärmmöglichkeit für das Kühlwasser äußerst sinnvoll, auch in D trägt das entscheidend zur Verlängerung der Motorlebensdauer bei.
Zwei Systeme sind möglich
- der in S weit verbreitete 220 V Vorheizer (im Prinzip ein Tauchsieder im Kühlwasser), Vorteil: relativ billig , Nachteil : du brauchst immer eine Steckdose
- Zuheizer kraftstoffbetrieben , Vorteil: funktioniert auch ohne Stromanschluss, Nachteil : Starterbatterie muss den Strom liefern, kann bei tiefen Temperaturen Probleme geben

Die Fahrzeiten sind bei Winterwetter sehr hoch, da oft eine festgefahrene Schneedecke oder auch oft eine Eisdecke vorzufinden ist. Für die Spikesfahrenden Schweden kein Problem, für uns mit normalen Winterreifen ist eine deutliche Geschwindigkeitsreduzierung absolut notwendig! Habe schon 100 km mit Tempo 30 zurückgelegt trotz sehr guter Winterreifen und wintertauglichem Fahrzeug.
Viele Grüße
Hans
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