Ist Schweden ein rassistisches Land?

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Herowina » 13. September 2015 19:26

. zu sagen: Die Schweden sind so, die Deutschen sind so, die Sachsen machen dies, die Bayern das, die Einwanderer jenes..
Es geht immer um den Einzelnen, um den Menschen! Und der kann, egal wo er aufwuchs od in welchem Land er lebt, so oder so sein.


Das stimmt natürlich ganz genau, Mona-Linnea- Aber da der Mensch ein soziales Wesen ist, schart er sich doch gerne um eine kulturelle oder sonstwie geartete Identität. Und das gibt immer wieder Anlaß für Streit, siehe Hamburger und Bayern ;)
Allerdings sollte man 2015 soweit gekommen sein, dass man seine Identität nicht mehr bedroht sieht, nur weil Leute von woanders her einwandern (oder weil jemand 'ne Bemerkung, z.B. über Fischköpfe macht).

Naja, erzähl das "den osteuropäischen" Regierungen, die syrische Flüchtlinge nur aufnehmen, wenn sie Christen sind :roll: Es ist zum Haare raufen :mauer:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Framsidan » 14. September 2015 08:19

Herowina ich glaub ich muss dich da enttüschen bezïglich Vorurteile. Als ich noch in Bayern wohnte, hatten wir Fremdenzimmer auf unserem Hof. Ich hatte auch oft Gäste aus Hamburg und mir wäre nie im Traum eingefallen da von Fischköppen zu reden.

Auch als ich 1983-84 viermal innerhalb eines Jahres im Barmbecker Krankenhaus war, knüpfte ich nette Bekanntschaften mit Leuten von dort. Hatte sogar hier Besuch von Hamburgern die ich dort kennen lernte.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Grizzly2 » 14. September 2015 08:38

Also man darf ja nicht die bayrische Bevölkerung mit den Dumpfbacken von der CSU gleichsetzen. Den Unterschied hat man selten so deutlich gesehen wie bei den Bildern von der engagierten Hilfe der Münchner und anderswo in Bayern für die Flüchtlinge einer- und den fremdenfeindlichen Absonderungen von Seehofer/Friedrich und anderen "Ober"bayern andererseits.
Das muss ich als in Norderstedt/Schleswig-Holstein gestrandeter gebürtiger Weilheimer jetzt mal festhalten.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Gislaveds Tjej » 15. September 2015 15:28

Herowina hat geschrieben:Aber da der Mensch ein soziales Wesen ist, schart er sich doch gerne um eine kulturelle oder sonstwie geartete Identität.:

Jepp, der Mensch ist ein Gruppentier, der sich nur in der Gruppe sicher und wohl fühlt. Deshalb werden auch so gerne die Likes bei Facebook & Co ersatsweise gesammelt.

Leider kann es dann ebenfalls passieren, dass ein durchaus lieber und netter Mensch in falsche Kreise gerät, um Anschluss zu finden und dann ist es leider nicht mehr der Einzelne, für den man hätte etwas vorher tun können, sondern eine Gruppe, auf die man schauen muss. Doch auch in Schweden wird immer mehr gestrichen und dichtgemacht. :(

Und dann ist es nicht mehr so einfach, einen Kreis zu durchbrechen.

:bowler:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon siltal » 23. September 2015 17:32

hallo
das Land selbst ist bestimmt nicht rassistisch, aber Teile der Gesellschaft sind sehr nationalistisch und rassistisch eingestellt.
Aus eigener Erfahrung: Ich wurde von der Führungsabteilung gebeten im Pausenraum bitte nicht mehr mit meinem deutschen
Kollegen mich auf Deutsch zu unterhalten. Es würden sich andere dadurch gestört fühlen durch den Gebrauch einer fremden Sprache wenn alle beim "ficka" zusammmenkommen!!!!!!!!!
Mit dem dänischen kollegen sich auf Dänsich zu unterhalten war kein sanktioniertes Unterfangen.
Einzelne "ficka" teilnehmer darauf angesprochen, störte sich keiner an der anderen Sprache. Da kam dann das Jante-lagen
voll zum Durchbruch.

Soviel nur zum täglichen Rassismus in Schweden, der einfach subtiler und verdeckter stattfindet.

Schöne Grüsse
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Skandinavienfreund » 24. September 2015 13:32

Ich finde es aber sehr wichtig das Nationalstolz in Schweden nicht pauschal gleichgesetzt zu rassismus zu sehen ist.
Ich finde es toll wenn ich in Schweden an den Häusern die Landesflagge sehe oder auch zu Veranstaltungen und Feiertagen voll aufgehisst wird.
In Deutschland ist es da schon etwas anders (zumindest in den Gegenden wo ich mich dort aufhalte). Oftmals wird dort das hissen der Deutschlandflagge mit Nationalstolz und damit als geouteter Rassist (Nationalstolzer mit bezug auf Nazi) gleichgesetzt, unabhängig der Realität.
Einzige kurzweilige Ausnahmen sind vielleicht mal weltweite Sportveranstaltungen.
Wenn's alte Jahr erfolgreich war, dann freue dich aufs neue. Und war es schlecht, ja dann erst recht.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon vinbergssnäcka » 25. September 2015 19:05

@siltal: also ich finde es einfach unhöflich, wenn man sich in den gemeinsamen Kafferastpausen mit jemandem in einer Sprache unterhält, die kein anderer versteht. Das wirft manchmal die Frage auf, ob man sich gerade über die anwesenden Kollegen unterhält...vielleicht empfinden das Deine Kollegen auch so. Das hat meiner Meinung nach nichts mit rassistisch zu tun....weiterhin würde es Dir vielleicht gut tun, dich in der schwedischen Sprache etwas zu üben....dein Beitrag lässt jedenfalls (bei uns deutschsprachlern) die Frage aufkommen: WAS macht ihr da in den Pausen? FICKA???? Die Schweden nennen das "fika" ;-)
liebe Grüsse

Heike

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Framsidan » 25. September 2015 19:13

vinbergssnäcka hat geschrieben:@siltal: also ich finde es einfach unhöflich, wenn man sich in den gemeinsamen Kafferastpausen mit jemandem in einer Sprache unterhält, die kein anderer versteht. Das wirft manchmal die Frage auf, ob man sich gerade über die anwesenden Kollegen unterhält...vielleicht empfinden das Deine Kollegen auch so. Das hat meiner Meinung nach nichts mit rassistisch zu tun....weiterhin würde es Dir vielleicht gut tun, dich in der schwedischen Sprache etwas zu üben....dein Beitrag lässt jedenfalls (bei uns deutschsprachlern) die Frage aufkommen: WAS macht ihr da in den Pausen? FICKA???? Die Schweden nennen das "fika" ;-)


:thumbsup:
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon desinderia » 4. Januar 2016 14:45

muss mich jetzt hier mal einschalten.....

Habe zwar keine Ahnung, wie die Situation in Schweden im Moment wirklich ist, kann nur von meinen eigenen Erfahrungen in Bayern reden.

Wenn es nur syrische Flüchtlinge wären, dann wäre es alles nicht so schlimm. Im Umkreis von 20 km von meinem Wohnort sind nirgends Syrier untergebracht. Der Großteil kommt aus Pakistan oder Afghanistan und besteht zu 80 % aus jungen Männern.

Ich finde es von der Regierung unverantwortlich, dass man einfach alle Leute ins Land lässt ohne Papiere oder Herkunftsnachweis.
Von dem her finde ich es von den Schweden super, dass sie jetzt Grenzkontrollen eingeführt haben. Da kann sich die deutsche Regierung noch einiges abschauen.

Ich bin selber kein Rassist und habe auch nichts gegen Ausländer, solange sie sich anständig aufführen. Leider wurde ich in den letzten Monaten des öfteren Zeugin, dass dies viele nicht tun. Die Situation ist bei uns auf dem Dorf jetzt so, dass sich Frauen abends oder nachts nicht mehr vor das Haus trauen.

In den Fernsehberichten wird immer wieder gezeigt, wie Flüchtlinge nur in die sozialleistungsstarken Länder wollen. Wenn es ihnen wirklich so schlecht geht, dann wäre es ihnen egal wohin sie kommen, Hauptsache in Sicherheit.

Meiner Meinung nach stehen wir in Deutschland/Bayern schon vor dem Kollaps. In Schweden wird die Situation nicht anders sein. Die Bürger haben Angst und geben ihre Bedenken zu verstehen und deswegen werden sie gleich als Rassisten beschimpft.

Finde ich so nicht ok.... Man muss immer beide Seiten betrachten...
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Elbfalas » 4. Januar 2016 15:07

In einem Punkt muss ich dir Recht geben. Ich finde es empörend das sich Flüchtlinge weigern in andere EU Länder zu gehen wie Luxemburg z.B. Vielleicht haben sie noch nie von dem Land gehört, aber das sollte ihnen doch egal sein. Hauptsache erstmal nuchtmehr in Syrien. Da finde ich die Doppelmoral dann schon ziemlich.....naja. Vor allem gabs mal ein Interview mit Flüchtlingen wo die gesagt haben sie warten solange vor Ungarn bis sie rein dürfen. Hauptsache sie sind nicht in der Heimat. Das kann ich auch alles verstehen, aber warum man dann nicht in ein anderes sicheres Land will kann ich mir nicht erschließen.
Ansonsten sind die Flüchtlinge aber auch ein Segen für Deutschland. Hier herrscht Fachkröfte mangel und da helfen die Flüchtlinge natürlich der Wirtschaft auch. Es gibt ja auch viele die sich sehr engagieren und die Sprache lernen wollen und so weiter. Das finde ich auch alles sehr toll. :) Dadurch gewinnen alle was.

Zu Schweden: Schweden hat von allen Ländern das meiste Recht zu sagen: Es geht nicht mehr. Schweden hat sehr viele Flüchtlinge im Verhältniss zu der eigenen Bevölkerungszahl aufgenommen und es kommen ja immer noch mehr. Ich kann schon verstehen, wenn Schweden da jetzt die Notbremse zieht. Ist ja auch ihr gutes Recht. Warum Schweden dann Teilweise in Dänemark oder woanders auf starke Krtik stösst lässt sich mir nicht erschließen. Dänemark hat soweit ich weiß nicht grade viele Flüchtlinge aufgenommen und die Rechten wollen das nicht gerne. Und auch das Vereinigte Königreich nimmt kaum welche auf, obwohl man das könnte. Und Schweden ist dann der böse Teufel, weil sie an den Grenzen Pass Kontrollen durchführen.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Grizzly2 » 4. Januar 2016 16:24

(Doppelpost, bitte löschen)
Zuletzt geändert von Grizzly2 am 4. Januar 2016 16:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Grizzly2 » 4. Januar 2016 16:46

Also was das Thema "Auslasten" betrifft, da hat die Politik natürlich eine Verantwortung bei der Verteilung der Flüchtlinge im Land, der sie nicht immer angemessen gerecht wird. 100 allein gekommene junge Männer kann man natürlich nicht in ein Winzdorf stopfen, da sind Verteilungskämpfe mit ihren ortsansässigen Altersgenossen um die vergleichsweise wenigen Frauen vorprogrammiert. In den größeren Städten sind sie da besser aufgehoben, oder eben in kleineren
Gruppen auf dem Land, am besten etwas vorgeplant - OK das geht jetzt auf die Schnelle nicht, aber dafür sind nicht die Flüchtlinge verantwortlich zu machen. In diesem Fall lindert auch ein schneller Familiennachzug das Missverhältnis.

Das Fluchtproblem ist AUSSCHLIESSLICH über die Fluchtursachen zu lösen, repressive Maßnahmen wie Grenzzäune, Schiessbefehl oder Massenzurückweisungen/deportationen sind unmenschlich und haben zwingend zu unterbleiben. Die langfristigen Fluchtursachenreduktionsmaßnahmen (was für ein langes Wort ...) sind bekannt, kurzfristig müssen die versprochenen EU-Milliarden locker gemacht werden. aber nicht um dem Massenmörder Erdogan die Analregion zu pudern, sondern direkt an UN und Hilfsorganisationen, damit die Standards in den türkischen, jordanischen, kurdischen und libanesischen Lagern verbessert werden. Denn die große Fluchtwelle wurde wesentlich durch die Kürzung der Lebensmittelrationen in diesen Lagern ausgelöst. Ausserdem müssen die lokalen Bodentruppen gegen den IS gestärkt werden, dazu gehört zwingend ein sofortiges Ende des PKK-Verbots, denn die hat bei der Befreiung zB von Kobane und anderen Regionen eine entscheidende Rolle gespielt.
OK dann beisst Herr Erdogan vor Wut in seinen Teppich, aber das ist sein Problem und ggf das seines Zahnarztes.

Zurück zum Eingangsthema:
Rassisten sind Arschlöcher, und die gibts in D wie vermutlich auch in S. Wobei - da kann ich nur von D sprechen - ich die kaum mitbekomme: Unterwegs treffe ich bei dem Thema (ich betreue als Arzt-Rentner selber Flüchtlinge) auch bei Zufallsbekanntschaften wie letztens in einem Zugabteil ausschliesslich auf Zustimmung, die andern hocken wohl hinter dem Ofen oder trauen sich nur hordenweise auf Faschistendemos an die Öffentlichkeit ...
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Sapmi » 4. Januar 2016 18:33

desinderia hat geschrieben:Wenn es nur syrische Flüchtlinge wären, dann wäre es alles nicht so schlimm. Im Umkreis von 20 km von meinem Wohnort sind nirgends Syrier untergebracht. Der Großteil kommt aus Pakistan oder Afghanistan und besteht zu 80 % aus jungen Männern.



Diese Aussage ist für mich ein sehr anschauliches Beispiel für Rassismus (lieber Syrer als Pakistani oder Afghanen) und zudem auch noch Sexismus (zu viele Männer). Dass eine Abneingung gegen "junge" Menschen vorliegt, werde ich jetzt mal nicht unterstellen. ;)

Im Ernst: Bei all den genannten Flüchtlingen handelt es sich um Menschen, die in ihren Heimatländern nicht mehr sicher sind und oftmals schon genügend Nahestehende durch die Kriege verloren haben. Und am meisten gefährdet sind bekanntlic die jüngeren Männer, die, wenn sie in ihrem Heimatland bleiben würden, sich nicht einfach wie Frauen, Kinder und Alte irgendwo in "Sicherheit" bringen könnten, sondern zur aktiven Teilnahme am jeweiligen Gemetzel gezwungen würden. Wer behauptet, die sollen doch gefälligst dort bleiben und "um ihr Land kämpfen", möge sich bitte selbst in den Schützengraben begeben. :thumbsdown:
Klar gibt es immer auch Leute, die meinen, sich als Kanonenfutter zur Verfügung zu stellen, aber sowas kann man nicht einfach von fremden Menschen erwarten. Ich selbst würde es nicht wollen, also gestehe ich es auch anderen zu.

Und was die vermeintliche freie Wahl des Ziellands betrifft: Ganz so einfach kann man sich das natürlich auch nicht aussuchen, aber dass in der aktuellen Situation mehr Flüchtlinge in ein Land wollen, von dem bekannt ist, dass sie gut aufgenommen werden, als in ein anderes, das sie, falls es sie überhaupt rein lässt, einfach links liegen lässt und ihnen keine Perspektive gibt, wird ja wohl auch jeder Mensch nachvollziehen können, wenn er nur mal ehrlich genug ist und sich überlegt, wie er sich selbst in einer vergleichbaren Lage verhalten würde.
Immerhin geht es ja bei einem Großteil der Menschen nicht nur darum, mal ein paar Wochen oder Monate auszusitzen, sondern langfristig eine Perspektive zu haben, solange sie nicht in die Heimat zurück können (was die meisten ja wollen, aber eben nicht unter den aktuellen Umständen vor Ort).
Zu den genannten Nationen: Mit Pakistanis kenne ich mich persönlich nicht aus, da ich hier auch noch keine kennengelernt habe (kommt vielleicht noch); habe hier derzeit vor allem mit Syrern, Irakern und Afghanen Kontakt (ausschließlich Männer, davon die allermeisten im besten Alter von unter 25 Jahren). Und bezügl. der Afghanen wird behauptet, dass sie wohl doch bald wieder zurück müssten (was der Grund dafür ist, dass sie weniger Sprachunterricht bekommen als die anderen), aber ich hab kürzlich einen Verwandten dazu befragt, der seit langem im Asylrecht tätig ist, und der sagte, das könne man vergessen, da Afghanistan nach wie vor alles andere als ein sicheres Land ist.

Dass die Verteilung der vielen Menschen auf die verschiedenen Staaten so schlecht klappt (da sich eben so viele drücken), ist schlimm, und noch gar nicht mal so sehr für D un S, die am meisten Leute aufnehmen, sondern vor allem für die Betroffenen selbst, da ja erst dadurch die teils sehr schlechten Wohnsituationen entstehen, wie in diesen Hallen. Ich wäre da schon nach kürzester Zeit Amok gelaufen, egal in welchem Land und mit was für Leuten; dass es da gelegentlich mal Rangeleien zwischen den Bewohnern gibt, ist also nicht verwunderlich.
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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon desinderia » 4. Januar 2016 21:02

@ Sampi: das hat nichts mit Rassismuss oder Sexismus zu tun....

Klar gibt es Flüchtlinge, die Hilfe benötigen und in ihrem eigenen Land nicht mehr sicher sind.

Leider habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass viele nur nach Deutschland wollen, weil "hier viel Geld und nix arbeiten". Bei uns im Dorf wurde versucht, die "Flüchtlinge" in die Dorfgemeinschaft zu integrieren und sie am Vereinsleben teilhaben zu lassen. Leider ging der Schuss nach hinten los.

Wiederum ist es bei einer Freundin im Dorf so, dass sich Flüchtlingsfrauen ehrenamtlich engagieren.

Meine Nachbarin fand es auch nicht besonders lustig, als sie aus dem Haus kam und in ihr Auto steigen wollte, 3 "Flüchtlinge" vor dem Auto warteten und von ihr verlangten, dass sie sie in die Stadt fahren soll.

Wie gesagt, es gibt immer 2 Seiten.

Generell JEDEN als hilfsbedürftig anzusehen oder JEDEN als Schmarotzer ist falsch.

Bin aber nach wie vor der Meinung, dass an den Grenzen differenziert werden soll und nur Menschen mit Herkunftsnachweis ins Land gelangen sollten.

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Re: Ist Schweden ein rassistisches Land?

Beitragvon Grizzly2 » 4. Januar 2016 22:17

Das mit dem Herkunftsnachweis ist grad bei Afghanen oft schwierig. Zum einen ist es dort v.a. auf dem Land nicht so einfach überhaupt an einen Pass zu kommen, besonders wenn man es aufgrund von konkreten Drohungen eilig hat (und die Taliban sind ja nicht so zuvorkommend einem die Drohung schriftlich zuzustellen, zwecks besseren Nachweises für die spätere Anhörung), zum andern gelten gelegentlich bestimmte Regionen als sicher, und die Betroffenen befürchten dann eine Zurück- oder schnelle Ausweisung, weshalb sie einen evtl. doch vorhandenen Pass zurückhalten.
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