Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon Erny » 16. Februar 2018 12:27

30. August

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Tja, so ändern sich die Perspektiven. Wenn ich heutzutage an einem Abhang vorbeigehe, auf dem ich als Kind mit einem Schlitten herunter gerodelt bin, wunde ich mich immer, wie klein doch dieser Abhang ist. Als Kind kam er mir immer viel größer und steiler vor.

Bei solchen Anstiegen, wie hier zum höchsten Punkt des Tjäktapasses, war es genau umgedreht. Sie kommen mir heutzutage höher und steiler vor als vor zwanzig Jahren, oder wann ich hier auch immer schon mal den Pass hoch gekraxelt bin.

Gegen halb elf hatte ich meine Sachen gepackt und machte mich auf den Weg. Der Himmel war bewölkt, aber es sah nicht nach Regen aus, wobei vom Tjäktapass aber ein eiskalter Wind herunter pfiff.

Trotz kaltem Wind kam ich ganz schön ins Schwitzen, bis ich oben an der Hütte angekommen war. Der höchste Punkt der Wanderung war erreicht. Von nun an ging es nur noch bergab, wobei bergab auch mal heißen konnte, fünfzig Meter runter und fünfundvierzig Meter wieder hoch.

Kurz hinter der Hütte musste ich dann auch erst einmal eine kurze Pause machen, auch wenn es hier kein Wasser gab und es auch nicht mehr höher ging. Aber die Aussicht nach Süden war einfach fantastisch und musste auf die Speicherkarte gebannt werden.

Nach dort unten wollte ich hin. Das sah wirklich bombastisch aus.

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Ein Blick nach rechts, zu dem dortigen Einschnitt. Und „aus der Mitte entspringt ein Fluss“. Hier, bei dem kleinen Bach, in der Mitte des Fotos zu sehen, der oben, am rechten Rand des Fotos, sich von den Felsen stürzt, ist aller Anfang von dem, was im vorherigen Bild nach Süden fließt. Alles was hinter mir, und damit hinter dem Tjäktapass liegt, fließt nach Norden.

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Dann ging es ins Tal. Der Abstieg war zwar nicht so anstrengend wie der Anstieg, ging dafür aber stärker auf die Gelenke. Unten machte ich daher erst einmal eine Rast. Dafür, dass der Fluss mal gerade ein paar Kilometer alt war, hatte er sich ganz gut gemausert, und bis zum Kaitumjaure sollte er dann auch mein ständiger Begleiter sein.

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Der Kungsleden ist hier oft ein ausgewaschener Trampelpfad, bei dem man öfters mal lieber auf den Flächen neben dem Pfad geht, als auf ihm selbst.

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Manchmal ging der Kungleden auch nur über Geröll, zu erkennen nur an den roten Markierungen an Steinen gemalt.

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Aber der Kungsleden hat auch seine angenehmen Seiten.

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Dann kamen die Sälkashütten in den Blick. Hier war ich das letzte Mal drei Jahre vorher gewesen. Damals bin ich von Süden gekommen und an den Hütten nach rechts, in den „Stuor Reaiddávággi“, abgebogen. Nun, dieses Jahr wollte ich nicht abbiegen, sondern auf dem Kungsleden weiter nach Süden.

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Ich hielt mich hier nicht weiter auf, sondern ging nur über den „Marktplatz“ von Sälkas, grüßte freundlich nach links und rechts und marschierte gleich, nachdem ich noch einen kurzen Blick in das Tal des „Stuor Reaiddávággi“ (nächstes Foto) riskiert habe, weiter.

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Ungefähr fünf bis sechs Kilometer hinter Sälkas, dort, wo der Guobirjohka von Osten kommt, machte ich für heute Schluss. Auch wenn der Kungsleden nicht gerade der tolle Wanderweg ist, war die Landschaft und die Wanderung toll gewesen. Das Aufbauen des Zeltes, noch mal schnell fotografieren und Wasser aus dem Bach holen, passierte mit etwas Hektik, denn es kam schon wieder eine dunkle Wolkenbank von Norden herangerauscht. Kaum war ich im Zelt, fing es auch schon wieder an zu schütten.

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31. August

Wenn man es positiv sehen will, dann kann man sagen, dass es in der letzten Nacht nur ein einziges Mal geregnet hatte. Negativ daran war allerdings, dass dieses eine Mal gestern Abend, als ich ins Zelt kroch, begonnen hat, und erst heute Vormittag, so gegen 11 Uhr, aufhörte. Und so wie es auf das Zelt trommelte, war das nicht mehr so, als ob man unter einer Dusche stehen würde, sondern es hörte sich an, als ob jemand mit einem Druckkompressor das Wasser auf das Zelt prasseln ließ.

Gegen 9 Uhr war ich, nur schnell die Regenjacke überziehend, kurz mal raus, um mir Wasser vom Bach zu holen; dann trug ich noch schnell meinen Teil zur Bodenbewässerung bei, und kochte dann im Zelt mein Frühstück. Nach dem Frühstück schaute ich dann erst einmal wieder in Berlin vorbei. Man erinnere sich:

Håkan Nesser: ”Elva dagar i Berlin.”

Als es gegen 11 Uhr dann aufhörte zu regnen, fing ich an zu packen und kurz nach 12 Uhr war ich wieder auf Tour, mit der Kamera im Rucksack, denn es sah so aus, als ob jeden Augenblick wieder eine heftige Schüttung von oben kommen würde, was dann auch bald passierte. Da der Kungsleden nun mal nicht doll zu laufen ist, und da das Wetter auch nicht toll war, trottete ich einfach so vor mich hin.

So gegen 14:30 Uhr machte ich noch mal, als der Regen kurz aussetze, eine kurze Pause und holte sogar meine Kamera wieder aus dem Rucksack. Auch wenn dort, wo ich stand, sogar die Sonne durch ein kleines Wolkenloch auf den Boden schien, sah das alles ziemlich düster aus.

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Dann kam auch bald Singis in den Blick, und ich schoss noch schnell ein Foto von den paar einsamen Hütten, bevor ich die Kamera wieder in den Rucksack stopfte. Denn, es fing mal wieder an zu regnen.

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So ging es im Regen weiter. Erst so gegen 17:30 Uhr hörte der Regen wieder auf, sodass man auch mal Lust hatte, sich auf einen Stein zu setzen und Pause zu machen, und es lohnte sich sogar mal, die Gegend zu fotografieren, von der ich gekommen war. Irgendwo dahinten mussten die Hütten von Singis liegen.

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Ich wanderte dann noch ungefähr 1 ½ Stunden weiter, und als die nächste schwarze Wolkenwand in meine Richtung zog, suchte ich mir nordwestlich des „Stuor Jiertá“ einen kleinen Bach und schlug kurz dahinter das Zelt auf. Der Bach war mickrig, nur ein kleines Rinnsal, aber hier gab es einen Platz, wo man zumindest das Zelt einigermaßen aufstellen konnte. Ein bisschen schräg, aber was soll´s.

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Da ich das Zelt heute Vormittag total nass zusammengerollt hatte, war auch das Innenzelt nun nass. Aber trotzdem beeilte ich mich mit dem Wasser holen vom Bach, und verkroch mich dann auch gleich ins Zelt, denn, es begann mal wieder, und das heftig … …

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1. September

Gegen 6:30 Uhr bin ich wach geworden. Wasser hatte ich mir ja schon gestern Abend noch vom Bach geholt, so fing ich auch relativ gleich an, mir mein Frühstück zu kochen, nach dem ich vorher aber noch einmal, einfach so, mit meiner Kamera eine kleine Runde um das Zelt gedreht habe. Es war zwar bewölkt, aber es war nicht zu leugnen, die Aussicht, Richtung Norden, woher ich gekommen war, hatte was.

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Nach dem Frühstück habe ich in aller Ruhe gepackt und so gegen 9:45 Uhr bin ich dann losgekommen. Für meine Verhältnisse ein relativ zeitiger Aufbruch.

Langsam kamen dann auch schnell wieder die ersten dunklen Wolken auf, aber noch fing es nicht an zu regnen. Dafür sorgte der Kungsleden für Qualen.

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Zum Glück wurde der Weg aber bald besser, und so ging es, nach Regen aussehend, aber trocken bleibend, weiter nach Süden.

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Der kleine Bach, der mir beim Tjäktjapass begegnet war, als er sich, aus einem Nebental, von einem Berg nach unten stürzte, hatte sich inzwischen zu einem beeindruckenden Fluss entwickelt.

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Da es sowieso Zeit für eine Kekspause war, setze ich mich ans Ufer. Trotz der Wolken sah es nicht nach Regen aus, und es war inzwischen so windstill geworden, dass das Wetter nicht so kalt war, wie es auf dem Foto vielleicht aussieht. Es war richtig angenehm. Gegen meinen Rucksack gelehnt gönnte ich mir hier eine ausgiebige Keks- und Wohlfühlpause.

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Dann ging es, immer dicht am Flussufer längs, weiter, bis ich an dem nordwestlichsten Ausläufer des Leaibeceabetcohkka ankam. Dort gewann ich wieder etwas an Höhe, so konnte ich noch einmal ein tolles Foto in die Richtung schießen, aus der ich gekommen war.

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Und dann nur noch ein paar (und etwas mehr) Meter, und ich stand auf der Brücke, die mich zum Westufer des Flusses führte.

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Hinter der Brücke machte ich erst einmal wieder eine kleine Pause, auch wenn der Wind inzwischen wieder kalt aus dem Norden pfiff. An das Wasser vom Fluss kam ich nicht ran, aber zwanzig Meter von mir entfernt kam ein kleiner Bach aus einem Wald und stürzte sich mutig über die Klippen zu seinem großen Bruder. Der war mir gerade recht. So kam ich an Trinkwasser, ohne mich über die Klippen in den Fluss stürzen zu müssen.

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Dann wurde der Weg noch einmal etwas ungemütlich, aber dann tauchte auch bald schon der Kaitumjaure auf.

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Dann ging es an den Kautumjaurehütten vorbei, womit auch wieder der Regen begann, … …

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… … und dann kam der knüppelige Abstieg, mit Steinen und Wurzelgeflecht, am Südhang des Sánarcohkka, Richtung Westsüdwest, zur Brücke, die über den Kaitumjåkka, dem Zufluss zum See, führt.

Früher, aber das muss schon in grauer Vorzeit gewesen sein, musste man noch von den Hütten runter, direkt an den See, und dann war rudern angesagt gewesen. Tja, nicht alles war früher besser. Als ich hier das letzte Mal gewesen war, war auf jeden Fall noch pullen angesagt gewesen.

Nun gab es hier auf jeden eine Brücke.

Bevor ich zur Brücke kam, musste ich allerdings noch mal dringend Pause machen. Der Regen wurde stärker, und da ich schon am Anfang der Tour bemerkt hatte, dass meine Kameratasche inzwischen alles andere als wetterfest ist (es wird somit wohl ihre letzte Tour gewesen sein), musste die Kamera wieder in den Rucksack.

Noch schnell ein Foto von der Brücke, aus sicherer Entfernung, und dann ging es weiter.

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Und dann hörte der Spaß total auf. Der Regen goss in Strömen, der Weg war nur noch eine Geröllhalde, über die ich stapfte, und links und rechts des Weges waren entweder nur Felsen oder sumpfiges Gelände. Nichts, wo man ein Zelt hätte aufstellen können, und ganz nebenbei, gab es auch keinen Bach, aus dem man trinken konnte. Hier gab es zwar viel Wasser, aber es stand meistens nur dumm herum, floss so gut wie nicht, und wenn es etwas floss, dann durch sumpfiges Terrain.

Ich ging ziemlich missmutig immer weiter. Dann kreuzte, nicht ganz zwei Kilometer hinter der Brücke, der Weg einen kleinen Bach, der von links, vom Livamcohkka herunterkam, und ungefähr fünfzig Meter, vom Weg, bachabwärts gesehen, ragte ein kleiner flacher Hügel aus diesem Felsen und Sumpfgewirr heraus, bei dem man schon aus der Ferne am Bewuchs sehen konnte, dass er aus festem Boden bestand. Ich schlug mich am Ufer des Baches längs, durch das Gebüsch, und war richtig happy, als ich meinen flachen Hügel erreicht hatte.

Der Bach floss direkt an ihm vorbei, und es war wirklich ein herrlicher Platz, vielleicht 15 Meter im Durchmesser, alles außerhalb dieses Kreises war sumpfig, aber das war ja nun egal. Und da immer noch ein Wind wehte, gab es hier auch keine Mücken, denn die hätten mich, bei Windstille, schon längst entdeckt und hätten sich in Massen auf mich gestürzt.

Bereits hinter dem Felsen, oberhalb vom Zelt, fing der Sumpf an. Und hinter mir sah es nicht besser aus. Aber das Zelt stand auf trockenem und festem Boden.

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2. September

Ich bin so gegen 6:30 Uhr wach geworden und nahm mir auch vor, schnell auf die Piste zu kommen, da ich nicht wusste, wie lange der Weg noch so beschissen sein würde, und ich noch einiges schaffen wollte. Trotzdem kam ich erst wieder so gegen 10 Uhr los, da ich doch noch ein bisschen fotografieren musste.

Ich habe wirklich nur auf einem kleinen festen Hügel übernachtet. Gleich hinter mir, wenn man von meinem Standort ausgeht, von wo ich gestern das Zelt fotografiert habe, war es schon wieder sumpfig. Siehe das nächste Foto, gleich vorne im Bild.

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Noch einmal ein Blick zurück zum Fluss. Und wie man sehen kann, schien auch die Sonne.

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Dann ging es weiter. Der Weg hatte es dann auch erst einmal noch ganz schön in sich. Viel Geeier auf Steinen, und dann begann auch bald der Anstieg zwischen dem Livamcohkka und dem Sánarcohkka.

Weiter oben wurde der Weg dann zwar schnell flacher, aber nicht unbedingt besser. Ich habe hier einige Wanderer getroffen, die nur Turnschuhe, sicher gute, aber trotzdem nur Turnschuhe, die nicht bis zum Knöchel reichten, trugen, und ich fragte mich, muss ich die nun bewundern, oder sollte ich sie lieber bemitleiden. Ich zumindest wäre bei dem Weg, wenn ich in solchen Turnschuhen laufen würde, schon x-mal umgeknickt und wäre daher nur noch auf allen Vieren vorwärts gekrochen.

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Im Grunde ging es so die ganze Zeit über die Hochebene weiter. Es gab kaum Höhenunterschiede, aber der Weg selbst wurde im Großen und Ganze nicht besser.

Dann kam langsam der Teusajaure vor mich zum Vorschein.

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Oben, als ich an der Abbruchkante stand, hinter der es runter zum See führte, sah ich, dass von der anderen Seite des Sees gerade ein Boot mit einem zweiten Boot im Schlepptau auf meine Seite zu ruderte. Das sah nicht gut aus.

Wäre jemand mit nur einem Boot gekommen, hätte ich davon ausgehen können, dass zurzeit mindestens ein Boot auf meiner Seite liegt, und durch den Ruderer ein weiteres dazu kommt. Da aber der Ruderer ein Boot im Schlepptau hatte, hieß es, er war mit dem letzten Boot von meiner Seite zur anderen Seite gerudert, und brachte nun ein Boot, was am anderen Ufer gelagert hat, wieder zurück, damit auf meiner Seite wieder ein Boot vorhanden ist. Bis ich unten bei den Booten sein würde, wäre er sicher schon wieder zurück, zum anderen Ufer, und auf meiner Seite würde nur das eine Boot liegen, was er im Schlepptau hierher gebracht hat.

Und ich hatte recht. Ich war noch dabei den steilen Abhang zum See hinunterzusteigen, was ganz nebenbei für meine Gelenke eine Tortur war, da sah ich den einsamen Ruderer schon wieder auf seinen Weg zum anderen Ufer. Sollte in der Zwischenzeit nicht ein anderer Wanderer von der anderen Seite noch auf meine Seite rüber rudern, bedeutete das, dass unten nur ein Boot liegen würde, und ich, wie schon mein Vorläufer, drei Mal über den See rudern muss.

Tja, und selbstverständlich kam kein weiterer Ruderer, und somit fand ich auch nur ein Boot vor, in das ich dann meinen Rucksack, die Wanderstöcke und die Kamera packte, mich na klar auch, und dann ging es über den See, an den Bojen längs, was nicht so ganz klappte. Mehrmals musste ich über meinen Rücken nach vorne schauen, um nicht total vom Weg abzukommen.

Drüben angekommen, schmiss ich den Rucksack, die Stöcke und die Kamera aus dem Boot, band eines der beiden dort vorhandenen Boote an mein Boot hinten dran, und ruderte zurück. Dort habe ich dann das im Schlepp befindliche Boot auf dem Bootsplatz befestigt, und bin wieder zurückgerudert.

Als ich dort wieder angekommen bin, habe ich noch einmal beide Boote, wie sie friedlich nebeneinander liegen, fotografiert. Von da drüben, wo der Bach den Berg runter schießt, bin ich gekommen. Unten, am gegenüberliegenden Ufer, ganz klein, die Teusajaurestugorna.

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Dann noch etwas Stimmung über den See.

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Nach einer kleinen Pause ging es dann, jetzt wieder zu Fuß, weiter, und wie es so ist, wenn man vorher auf die Höhe eines Sees hinuntergestiegen ist, ging es nun wieder bergauf. Aber zum Glück nicht so steil, wie der gegenüberliegende Abstieg gewesen war.

Als ich wieder an Höhe gewonnen hatte, schoss ich noch einmal ein Foto zurück, zum See.

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Inzwischen war auch das Wetter endlich mal richtig gut geworden. So viel blauen Himmel, wie hier, hatte ich auf der ganzen Wanderung bis jetzt nicht zu Gesicht bekommen.

Auf der Hochebene machte der Weg, laut Karte, einen Knick nach rechts, wobei in natura der Weg genauso geradeaus weiter ging, aber dort, auf dem Boden, mit Steinen ein Pfeil nach rechts gelegt war, wo ein schmalerer Weg, in die Richtung, wie in der Karte eingezeichnet, nach rechts, vom Hauptweg, abging.

Der Knick auf der Karte und der Pfeil auf dem Boden hatten wohl ihren Sinn, sodass ich ihnen folgte. Und der Sinn war auch bald ausgemacht.

Eine neue Brücke, die hier über den Fluss führte, der von Osten kommend, hier vorbei floss. Ich ging über die Brücke und schoss dann, zurückblickend, ein Foto von ihr.

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Und gleich hinter dem Standort, wo ich während des Fotografierens gestanden habe, gab es einen wunderbaren Zeltplatz. Das nutzte ich dann auch gleich aus.

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3. September

Heute bin ich schon um 7 Uhr wach geworden. Die ganze Nacht über hatte es nicht geregnet. Ich glaube, das war das erste Mal auf dieser Wanderung, dass es die ganze Nacht über trocken geblieben ist.

Da ich relativ früh aufgestanden war, bin ich auch schon um 9:20 Uhr losgekommen. Das dürfte wohl dieses Jahr der Rekord gewesen sein. Inzwischen war es auch wieder bewölkt, sah aber immer noch nicht nach Regen aus.

Wie weit ich heute kommen wollte, war mir nicht so ganz klar. In Vakkotavare wollte ich eigentlich nicht übernachten. Da das Wetter auf der ganzen Wanderung eher nass, kalt und ungemütlich gewesen war, waren selbst meine üblichen Katzenwäschen, mit denen ich mich auf Wanderungen meistens begnüge, besonders mager ausgefallen. Unter Leuten wollte ich mich doch erst wieder begeben, wenn dort auch eine warme Dusche auf mich warten würde, und ich danach auch in wirklich sauberer Klamotten steigen konnte.

Aber bevor ich mir darüber ernsthafte Gedanken machte, musste ich sowieso erst einmal los.

Zuerst ging es flussaufwärts weiter, um wieder an die Stelle zu kommen, wo es, auf der anderen Seite des Flusses, vom Hauptweg nach rechts abgegangen war. Dort angekommen ging es wieder auf dem alten Wanderweg weiter. Während der ganzen Wanderung in diesem Jahr waren die Temperaturen bereits immer eher mickrig gewesen, aber heute wehte mal wieder ein extrem kalter Wind, sodass ich den Pullover und die Regenjacke (um den Wind abzuhalten) über zog.

Der Weg war auch, zumindest erst einmal, wunderbar zu gehen, und ich kam gut voran. Die Schräglage auf dem nächsten Foto lag nicht an mir. Links von mir lag der Ráhpattjårro. Wenn das Wetter besser gewesen wäre, wäre ein Tagesausflug auf seinen Gipfel rauf sicher toll gewesen. Von seinem Gipfel, der immerhin mit 1677 Metern der Höchste hier weit und breit ist, wäre eine Aussicht, nach Nordosten in das Kårsatjåkka-Massiv, nach Westen bis zum Kalllaktjåkka-Massiv und nach Süden bis zum Sarek, möglich.

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Das Wetter hielt sich. Es blieb bewölkt, sah aber nicht nach Regen aus. Dann, auf der zweiten Hälfte dieser Strecke wurde der Weg dann wieder richtig steinig, was meinen doch sehr ramponierten Gelenken nicht so gut bekam.

Und weit vorne kamen schon die Berge des Sareks in mein Blickfeld.

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Hier auf der Hochebene, die kaum Höhenunterschiede hatte, war es teilweise auch sumpfig, aber da gab es dann die entsprechenden Holzbohlen. Ich war ja auf dem Kungsleden, da war so was Pflicht.

An der kleinen Brücke, die über den Råssejåhkka führt, machte ich noch einmal eine längere Rast.

Nach der Rast ging es weiter, und bald kam die Abbruchkante in Sicht, und unten lag der Suorvajaure.

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Dann kam ich an der Abbruchkante an. Und damit es nicht langweilig wurde und alles zu schnell vorbei, ging es nicht einfach steil bergab, sondern es ging auch immer wieder mal ein Stück steil nach oben. Keine schöne Sache für meine angeschlagenen Gelenke.

Irgendwo, da ganz hinten, am linken Bildrand, allerdings auf der anderen Uferseite, liegt Saltoluokta.

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Gegen 16:45 Uhr kam ich an der Vakkotavare Fjällstugan an. Und kurz überlegte ich, ob ich hier doch übernachten wollte, ließ es aber, wegen der schon genannten Bedenken, sein.

Somit machte ich mich auf der Straße auf den Weg nach Osten. Nach dem ganzen Herumgeeier im Gelände war das hier ein wirklich tolles Wandern. Ich war noch nicht lange unterwegs, da gab es auf der Straße einen Strich und die Zahl 17 km. Nach der Karte zu vermuten, sollte das die Entfernung sein, bis zu dem kleinen Ort Vietas, wo die richtig ausgebaute Straße beginnen soll. Wo ich gerade ging, war das zwar auch eine Straße, aber eine ohne Mittel- und Seitenstreifen.

Alle Kilometer kam ein neuer Strich auf der Straße mit einer neuen Zahl, 16, 15, 14, usw. Kurz vor den paar Häusern von Sourva, ich war ungefähr 8 km gegangen, machte ich an einem kleinen Parkplatz noch eine Erdnuss- und Trinkpause; dann ging es weiter. Immer einen Kilometer nach dem nächsten, bis ich in Vietas den Nullpunkt, oder doch eher den Nullstrich, erreicht hatte.

Ab Vietas gab es dann auch die richtige Straße, also mit Mittel- und Seitenstreifen. Leider hörten die Entfernungsangaben auf der Straße auf, sodass ich, nachdem ich 17 Abschnitte a. einen Kilometer hinter mir gebracht hatte, nur noch einen großen Abschnitt, mit ungefähr 15-17 Kilometern, ohne Unterteilungen, vor mir hatte; was ich nicht so schön fand. Es was etwas Beruhigendes gewesen, ungefähr alle 15 Minuten zu sehen, dass ein weiterer Kilometer geschafft war. So konnte man sich von einem Abschnitt zum nächsten hangeln. Das war jetzt vorbei.

Eine weitere Pause machte ich nicht mehr. Ich hielt höchstens kurz an, um mich, auf meinen Stöcken gestützt, vielleicht so 10-15 Sekunden zu verschnaufen, dann ging es aber immer gleich weiter. Auch wenn ich mich eigentlich wirklich gut und fit fühlte, hatte ich das Gefühl, dass ich, wenn ich den Rucksack erst einmal abgenommen habe, ich mich nicht mehr aufraffen könnte, ihn wieder aufzuschnallen, um weiterzulaufen.

Bereits durch Vietas bin ich schon im Dunkeln gegangen, und so ging es auch im Dunkeln weiter, und nachdem ich gefühlsmäßig langsam auf der Höhe von Saltoluokta angekommen war, achtete ich verstärkt auf einen Abzweig, nach rechts ab. Aber das dauerte und dauerte und dauerte, und da auch kein Kilometerstand auf der Straße angezeichnet war, konnte ich nur schätzen, wo ich war, wobei mir das Gebirge, auf der anderen Uferseite etwas half. Der Taleinschnitt zwischen dem Alep Gierkav und dem Gasska Gierkav war im fahlen Mondlicht zu erkennen. Dann wurde es wieder flacher und die nächste Erhebung musste dann der Lulep Gierkav sein. Aber, auch als ich an ihm vorbei war, waren es immer noch runde 3 Kilometer bis Kebnats. Dann tauchten am gegenüberliegenden Ufer Lichter auf, die nur von Saltoluokta, den Laternen, die dort auf dem Platz stehen, und von dem erleuchten Servicehaus, sein konnten. Nun würde es bald geschafft sein.

Aber da die Einfahrt nach Kebnats östlich von Saltoluokta liegt, ging es noch ein Stück weiter. Endlich kam ein Abzweig nach rechts. Ich holte meine Taschenlampe raus, leuchte auf das Hinweisschild und las, wenn ich ganz ehrlich bin, doch sehr erleichtert, „Saltoluokta.“

Endlich, es ging rechts ab zum Bootsanleger, den ich um 1:30 Uhr erreichte. 8 Stunden und 45 Minuten für 32-33 Kilometer, mit einem 20-Kilo-Rucksack auf dem Rücken, und einem vorherigen Marsch von ungefähr 10 Kilometern im Gelände, mit dem folgenden Abstieg nach Vakkotavare, war doch keine schlechte Zeit.

Tja, wäre ich gestern hier eingetroffen, wäre das erste Boot um 10:30 Uhr gefahren. Seit dem heutigen Tag, inzwischen war es ja bereits der 4. September, war Nachsaison, und das erste Boot sollte erst um 12:30 Uhr kommen.

Ich ließ den Rucksack erst einmal am Anliegersteg und ging die Straße zurück, nach links und rechts mit der Taschenlampe leuchtend, um nach einem Zeltplatz zu suchen. Fast schon wieder an der Hauptstraße angelangt, fand ich auch einen. Nach dem ich meinen Rucksack vom Bootsanleger abgeholt hatte, baute ich, im Schein der Taschenlampe, mein Zelt auf.

Und somit war die Wanderung (fast) beendet.

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04. September

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An diesem Tag erlebte die ganze große Frechheit des Wettergottes. Die Wanderung war vorbei, wenn man mal von den vielleicht 200 Metern bis zum Bootsanleger absah, und es gab einen total blauen Himmel. Keine einzige ernst zu nehmende Wolke war zu sehen.

Tja, und da war ich wieder bei meinem Lieblingsendpunkt einer Wanderung, und beleidigt schaute ich zum Himmel. Absolutes Blau.

Das Haupthaus

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Während der Zeit des Mittagessens war die Rezeption geschlossen, aber sobald sie wieder geöffnet hatte, buchte ich mich ein und bekam wieder ein Bett in der „Gamla Station“.

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Es war kurz nach 14:00 Uhr, als ich an meinem Bett des 4- bzw. 6-Bettzimmers (4 Betten sind in dem Raum, aber es geht noch eine Tür zu einem weiteren kleinen Zimmer ab, wo noch zwei weitere Betten stehen) stand. Die, die sich am heutigen Tag von Saltoluokta verabschiedet hatten, sind entweder auf Wanderschaft gegangen oder waren mir begegnet, als sie aus dem Boot gestiegen sind, während ich einsteigen wollte, und die, die von einer Wanderung kommen würden, waren noch nicht eingetroffen, genauso wenig wie die, die von Gällivare mit dem Bus kommend, am späteren Nachmittag eintreffen würden. Somit war ich, zum Glück aller anderen (nicht Anwesenden), alleine. Nur auf einem Bett lag ein Schlafsack, der allerdings leer war.

Ich suchte schnell meine Duschsachen und saubere Klamotten aus dem Rucksack, zog mich so weit aus, dass ich gerade noch, ohne gleich verhaftet zu werden, über den Platz laufen konnte, öffnete ein Fenster, schmiss meine dreckigen und stinkigen Klamotten vor die Hütte an die frische Luft, und beeilte mich, zum Servicehaus und dort unter die Dusche zu gelangen.

Als ich nicht nur sauber, sondern rein war, zumindest fühlte ich mich so, ging es erst einmal zurück zur „Gamla Station“, die Sachen, die vor der Hütte auf einem Haufen lagen, wurden zum Ausschweißen etwas abseits in die Sonne gelegt, auch die Stiefel wurden so hingestellt, dass die Sonne richtig in sie rein schien.

Danach machte ich mich mit einer Tüte Trockennahrung, den Rest der Nudeln und Tee wieder zum Servicehaus auf, um in der Küche mir was zu essen zu kochen. Ich hatte an dem Tag noch nichts gegessen, und auch gestern war die letzte Kekspause kurz vor Suorva gewesen, und danach war ich noch einen halben Marathon gegangen.

Nach dem Essen wurden die dreckigen Klamotten geruchsneutral in Plastiktüten verpackt und tief unten in den Rucksack verstaut. Somit war die Wanderung nun endgültig abgehakt. Ich nahm mein Buch, setzte mich auf dem Gelände gegen einen Birkenstamm, pendelte immer ein bisschen zwischen den Abenteuern, die Arne Murberg in Berlin erlebte, und dem Ausblick, hier über den See, hin und her, und genoss die Ruhe.

Schluss

Am nächsten Tag machte ich auch nicht mehr viel, und am Tag darauf ging es dann mit dem Bus nach Gällivare. Zwei Mal wollte ich in Gällivare auf dem Campingplatz in dem dortigen Vandrarhem übernachten. Das war aber bereits verheiratet, also nicht mehr „ledig“. Ich bekam dafür eine kleine Hütte, die aber auch nur für eine Nacht frei war, wobei für die zweite Nacht ein Bett im Vandrarhem wieder frei sein würde, was dann auch in einem Einzelzimmer lag.

Tja, noch ein bisschen einkaufen, durch Gällivare stromern, mal wieder in das örtliche Lokalmuseum gehen, und, das allererste Mal, obwohl ich doch auch hier schon öfters übernachtet habe, einmal in den Wald, der hinter dem Campingplatz liegt, und der eine Art Freiluftmuseum beinhaltet, mit alten schwedischen Häusern und Höfen, die man vom ursprünglichen Standort abgebaut, und hier wieder aufgebaut hat.

Man muss sich das mal vorstellen. Das war oft der ganze Bauernhof. Links ein Vorratshäuschen, in der Mitte das Haupthaus, rechts ein Stall.

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Vielleicht gab es außerdem noch einen Schuppen für gemähtes Stroh.

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Das war es, und drum herum nur Wald. Wald, Wald und noch mal Wald. Der nächste Nachbar wohnte vielleicht einen ganzen Tagesmarsch entfernt. Im Winter meterhoher Schnee, und Wölfe, die ums Gehöft schlichen, und sicher auch gerne in den Stall wollten.

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Das erste Handelshaus (genauer gesagt, Handelsschuppen) von Gällivare. Tja, da haben es ICA und COOP doch inzwischen etwas weiter gebracht.

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Irgendwann stand ich dann auf dem neuen Bahngleis 1 in Gällivare.

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Das war´s.

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Fazit der Wanderung. Sie hat sicher, trotz des schlechten Wetters und des Kungsledens, der nun mal nicht so mein Ding ist, Spaß gemacht, auch wenn es eher eine Wanderung war, die ich nicht zu den herausragenden zählen würde. Aber nicht jede Wanderung kann wirklich toll sein, dafür hängt eben auch zu viel vom Wetter ab. Und geregnet hat es eigentlich jeden Tag, manchmal etwas, oft aber eben sehr viel. Wie schlecht das Wetter war, kann man auch an der Anzahl der geschossenen Bilder sehen. Es war ungefähr nur 1/3 der sonstigen Menge, die ich fotografiert habe.

Flüsse musste ich dieses Mal nicht durchwaten, aber es hat zumindest einmal ein unscheinbarer Bach dafür gereicht, mich mal im Wasser richtig lang zu legen.

Der Kungsleden hat meine Gelenke sehr beansprucht. Er ist nun mal eine ausgetretene Wander-Autobahn, auf der dort, wo das Gras weggetreten ist, nackte Erde hervorschaut, die der Regen dann nun einmal fortspült, und was bleibt, sind Steine, in jeglicher Größe, Form und Schräglage.

Über den Durchmarsch, von Vakkotavare bis Kebnats, habe ich mich, im Nachhinein, am meisten gewundert. Einmal, dass ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, und dann, dass ich die Strecke von runden 32 km in 8 Stunden und 45 Minuten geschafft habe. Mit den rund 10 Kilometern, die ich an dem Tag bereits vor dem Abstieg nach Vakkotavare gegangen bin, war das immerhin schon eine Marathonstrecke. Sicher, die Zeit war nicht rekordverdächtig, aber dafür gingen die ersten 10 Kilometer auch noch über Stock und Stein, und – auch das sollte man nicht vergessen – wog mein Rucksack, trotz des Verlustes der meisten Lebensmittel, noch runde 20 kg. Und, der Jüngste bin ich auch nicht mehr.

Mal sehen, was 2018 auf mich zukommt.
Zuletzt geändert von Erny am 17. Februar 2018 17:24, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon Helma » 17. Februar 2018 15:24

Vielen Dank für deine tollen Berichte!
Ich bin sehr beeindruckt und lese und schaue staunend alles an!
Alles Gute für die nächste Tour 2018!!!
LG/Helma
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Re: Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon schwarzbart » 17. Februar 2018 15:27

:thumbsup: :superok: :flagge3:

Bravo und Danke
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Re: Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon Bessy » 28. Februar 2018 19:50

Hej Ernst,

erst heute konnte ich den 2.Teil deiner Wanderung lesen.
Bewunderungswert, was du so schaffst, trotz des schlechten
Wetters und des "Alters".
Der Kungsleden sieht ja wirklich schlecht aus, zu meiner
Wanderzeit war er noch nicht so ausgewaschen. Als wir
damals vor fast 30 Jahren dort gewandert sind, hab ich
geschimpft, wie kann man über die felsigen Steine einen
Wanderweg machen. Heute denke ich anders.
Zum Tjätjapass hoch lag noch viel Schnee, wir sind Mitte
Juli gewandert.
Einige fragen sicher, warum tust du dir das an, weil deine
Gelenke nicht mehr die Jüngsten sind. Aber was man so alles
unterwegs sehen und erleben kann, da vergißt man schnell
die Strapazen.
Hast du dich inzwischen entschieden, welche Weg du in diesem
Jahr gehen möchtest? Ich wünsche dir auf jeden Fall besseres
Wetter.
Wir haben hier im Süden ein kleines Schneechaos mit viel
Wind und Eiskälte, Frühling ist noch nicht in Sicht.

Många hälsningar

Bessy :blizzard:
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Re: Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon Erny » 1. März 2018 19:11

Nein, mit diesem Jahr bin ich immer noch nicht weiter. Das kann auch sein, dass ich mich erst an dem Tag entscheide, an dem ich den Zug reservieren muss.

Leichte Tendenz geht aber zu der erwähnten Tourenvorstellung, die durch den Stora-Sjöfallet-Nationalpark geht. Dort gibt es keine Hütten, und Touren, an denen ich ständig in Hütten übernachten kann und muss, kann ich mir auch für spätere Jahre noch vornehmen, wenn mir 24 Kilo Anfangsgewicht auf dem Rücken doch zu viel wird, und ich lieber mit nur noch 15 Kilo loslaufen möchte. Das ist immerhin doch ein erheblicher Unterscheid. Inzwischen bin ich älter als die letzten beiden Zahlen meines Geburtsjahrganges sind. Oft werde ich wohl mir das mit dem Zelt und dem entsprechenden Gewicht, man braucht ja auch noch Kocher, Spiritus, dickeren Schlafsack, usw., nicht mehr antun. Obwohl, wenn man von Hütte zu Hütte geht, versäumt man die schönsten Stellen. Das ist 2017 sicher nicht so ins Gewicht gefallen, aber gerade die letzten Touren davor, 2013, 2014, 2015, haben doch extrem gezeigt, dass die wirklich tollen Gegenden und Aussichtspunkte eben abseits der Wege liegen.

Bei uns ist es auch arschkalt. Sogar die Wakenitz ist zugefroren. Hier ein Blick über die Wakenitz auf unsere sieben Türme, von heute.

Bild
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Re: Von Abisko nach Saltoluokta 2017 Teil 2

Beitragvon Bessy » 1. März 2018 22:01

Ein herrliches Bild von Lübeck, sieht man ja selten schneebedeckt. Meine Tochter hat früher in der Nähe der Wakenitz gewohnt und war als Fremdenführerin für die Schweden unterwegs. Wir waren also oft in Lübeck, eine wirklich schöne Stadt.
Jetzt ist Schweden für mich das Land, es zieht mich nichts mehr nach Deutschland.

Gruß Bessy
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