Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Administrator kat » 22. Juni 2016 16:13

Von der liberalen Asylpolitik und den “offenen Herzen” der Regierung Reinfeldt ist wenig übrig geblieben: Das schwedische Parlament hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause das Asylrecht verschärft. Begrenzt auf drei Jahre soll das neue Gesetz den neuerlichen Zustrom von Asylsuchenden eindämmen, indem unter anderem die Familienzusammenführung erschwert wird. Außerdem werden keine permanenten Aufenthaltsgenehmigungen mehr ausgestellt. Der Regierungsvorschlag von Sozialdemokraten und Grünen wurde von den bürgerlichen Moderaten (M) und den rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD) mitgetragen. Gegen das Gesetz stimmten die bürgerliche Centerpartei (C) sowie die Linkspartei (V). Liberale und Christdemokraten legten vor dem Beschluss ihre Stimmen nieder.

Mit den umstrittenen neuen Regelungen geht Schwedens offene Asylpolitik über zu einer der restriktivsten innerhalb der EU. Die Abschottung geschieht nicht ohne heftige Debatte im Land, wo unter anderem die eigene Ausländerbehörde (Migrationsverket) die neuen Regelungen kritisierte.

Weiterlesen: http://www.schwedenstube.de/schwedens_asylpolitik/
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon vinbergssnäcka » 22. Juni 2016 22:42

Weist du eigentlich worüber du schreibst?


Skickat från min iPad med Tapatalk
liebe Grüsse

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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Framsidan » 23. Juni 2016 08:36

Siltal will doch nur gegen Schweden hetzten, wie immer.

Und dann glaubt er auch noch an den Nikolaus weil er oft davon schreibt dass die SD Einfluss auf die anderen Parteien hat. Ist ja lächerlich.

Die Äusserung von Reinfeldt war auch bevor der grosse Andrang hier kam. Aber klar, Siltal braucht ja nicht bezahlen.
Dass Altenheime geschlossen werden, ganze Abteilungen in den Krankenhäusern auch usw berührt ihn auch nicht. Gross reden kann jeder.......

Siltal machst du blau nur weil Fussball EM ist? Hier muss man auch während der EM arbeiten und auch der Reichstag.

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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Herowina » 25. Juni 2016 22:05

Was ist denn das für ein verunglimpfender Ton hier gleich wieder??'
Ich sehe das genauso wie Silltal, und in Schweden sehen das viele Leute übrigens ganz genauso. Die Enttäuschung über die Abstimmung war zu recht groß. Frage doch z.B. mal Stammwähler der miljöpartiet, - wie sie sich von ihrer jetzt regierenden Partei vera...t fühlen!?
Oder die Kristdemokraten, die sind ja eher für eine geregelte Zuwanderung, aber trotzdem haben sie dagegen gestimmt, dass jetzt keine Frauen und Kinder mehr nachkommen dürfen (oder nur sehr erschwert). Die Centerpartiet, die sonst immer mit den Moderaten gekuschelt hat, wählte auch dagegen und hat eine Kampagne gegen den Regierungsvorschlag gefahren.
Diese Abstimmung hat wirklich die Spaltung gezeigt, die quer durch die Parteien geht.

Und ja, es ist Mittsommer und EM, darum bleibt ein bitterer Beigeschmack. Der normale Svenne Svensson geht in die Ferien, und die Kriegsflüchtlinge können sehen, wo sie bleiben.. Da kann man schon etwas bitter werden... :-/
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Rallaren » 1. Juli 2016 11:36

[quote="siltal"]Hallo,

damit hat sich die Sache mit liberalem Land und liberaler Gesellschaft, was Zuwanderung betrifft, erledigt. Die humanitäre Grossmacht hat sich abgeschafft. Ging doch recht schnell. Der Druck von Rechtsaussen (Schwedendemokraten), Medien usw. hat die Regierung und, vor allem die Miljöpartei, einknicken lassen.

Mich würde interessieren, wie die Dänen das Ganze jetzt betrachten. Noch kein halbes Jahr her, dass sie von der Fraktion der offenen Herzen in die nationalistische Ecke gestellt wurden. Tempora mutantur wird sich die schwedische Regeirung wohl sagen, oder ums mit Conny Adenauer auszudrücken: was interessiert mich mein (dummes) Geschwätz von gestern.

Vielleicht ist die schwedische Regierung auch einfach nur in der Realität angekommen???
Man kann natuerlich fordern, alle Fluchtlinge aufzunehmen, klingt immer gut. Aber irgendwo sollen sie dann auch bitteschön menschenwuerdig wohnen. Doch wo sind da die Befuerworter der offenen Fluchtlingsströme?
Schon mal in den Kommunen nachgefragt, wie man dort helfen kann??? Wohnraum zur Verfuegung gestellt? Sprachkurse gegeben?
Fordern ist immer leicht, Machen ist was ganz anderes.
Und bezahlen muessen es diejenigen, die brav ihre Steuern zahlen. Nicht diejenigen, die lauthals fordern.
Und dass die Gruenen nur noch rumeiern, ist doch nur verständlich. Haben sie doch mit ihrem Wohnungsminister eindrucksvoll bewiesen, dass noch nicht mal sie Integration hinbekommen. Die brauchen keinen Druck von rechts um sich selbst aufzulösen.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Herowina » 1. Juli 2016 14:01

Rallaren, ich weiß nicht, ob ich mich angesprochen fühlen soll. Ich bezahle auch brav meine Steuern, aber trotzdem "fordere" ich von der Regierung, dass sie sich etwas Besseres einfallen lässt als inhumane Abschreckung von ohnehin schon völlig schutzlosen Flüchtlingen, die keiner haben will. Und ich finde, den Familiennachzug zu unterbinden, ist inhuman, - außerdem für die Integration nicht eben förderlich. Es klagen doch immer alle, dass so ein großer Anteil junger Männer in den Flüchtlingsunterkünften sitzt..

Anstatt den Zuzug zu nutzen, um dieses schreckliche Gefälle zwischen Stadt und Land mal ein wenig auszugleichen, die Landwirtschaft zu stärken, neue "brukssamhällen" zu schaffen und kleinere Orte zu Mittelzentren zu machen, geht die schwedische Regierung den "bürokratischen" Weg und sagt, die jetzige Infrastruktur reicht nicht aus. Nee, weil alles vom Kopf her gesteuert ist und man den Neuankömmlingen jede Fähigkeit zum "Selbst-Anpacken" abspricht. Dabei wären viele bereit, mit erleichterter Arbeitserlaubnis, sich selber etwas aufzubauen, sich einzubringen und unternehmerische Fähigkeiten an den Tag zu legen. Das weiß doch jeder selbst, der ausgewandert ist: Die meisten wollen doch dem neuen Land gar nicht auf der Tasche liegen!
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon calle » 1. Juli 2016 18:00

Liebe Herowina,
ich bin mir nicht ganz sicher, was Du damit meinst:
Herowina hat geschrieben:Anstatt den Zuzug zu nutzen, um dieses schreckliche Gefälle zwischen Stadt und Land mal ein wenig auszugleichen, die Landwirtschaft zu stärken, neue "brukssamhällen" zu schaffen und kleinere Orte zu Mittelzentren zu machen

Sollen die Flüchtlinge in der schwedischen Einsamkeit, sprich kleinen Orten angesiedelt werden? Da müssen wir aber doch ersteinmal diese fragen. Ich stelle nur fest, dass die Regierung inzwischen zu recht groben Massnahmen wechseln musste, um Flüchtlinge davon zu überzeugen, in kleineren Orten und dazu gehört sogar schon Östersund, überhaupt nur aus dem Buss auszusteigen.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Herowina » 1. Juli 2016 19:10

Nein, ich will niemanden irgendwo ansiedeln. Zumal wenn man im schwedischen Nirgendwo 1-2 Jahre untätig rumsitzen soll (wegen der langen Asylverfahren etc.) :-/ Ich meine deshalb auch zentral in den Orten und nicht Wanderheime im Wald. Und wenn man den Menschen dann noch die Möglichkeit gibt, während der Wartezeit zu arbeiten und sich zu betätigen, dann sieht Östersund vielleicht schon viel freundlicher aus.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Grizzly2 » 7. Juli 2016 10:52

Das Fluchtproblem ist ausschliesslich über die Fluchtursachen bearbeitbar, nicht über Abschottung und Deportation. Denn die Menschen kommen, fragt sich nur wie und welche. Die Brutalsten überleben den Kampf um die Plätze in den Schlauchbooten, und Frauen und Kinder, woran in Schweden wie in Deutschland (Frauen im gebärfähigen Alter gemeint) ein Defizit herrscht, ersaufen im Mittelmeer. Das ist die logische Konsequenz der Abschottungspolitik - strunzdumm also, inhuman sowieso.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Grizzly2 » 1. August 2016 07:49

Ja, ich glaub, da sind ein paar Postings weg. Jetzt glaub ich nicht an Zensur, denn so staatsgefährdend waren die nicht, wenn ich mich richtig erinnere. Aber es wär nett, wenn die Administration versucht, diesen Vorgang nachzuvollziehen und uns das Vorgefallene erklärt.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Grizzly2 » 2. August 2016 07:05

Die Erklärung ist wohl harmloser, der NSA dürfte ausnahmsweise mal unschuldig gewesen sein:
http://sweforum.schwedenstube.de/schwedenfotos/serverausfall-am-wochenende-t33145.html
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Rallaren » 9. August 2016 19:38

Grizzly2 hat geschrieben:Das Fluchtproblem ist ausschliesslich über die Fluchtursachen bearbeitbar, nicht über Abschottung und Deportation. Denn die Menschen kommen, fragt sich nur wie und welche. Die Brutalsten überleben den Kampf um die Plätze in den Schlauchbooten, und Frauen und Kinder, woran in Schweden wie in Deutschland (Frauen im gebärfähigen Alter gemeint) ein Defizit herrscht, ersaufen im Mittelmeer. Das ist die logische Konsequenz der Abschottungspolitik - strunzdumm also, inhuman sowieso.

Da gebe ich Dir vollkommen recht. Ich finde es total verfehlt, sich mit viel Aufwand um die zu bemühen, welche nach Europa gekommen sind, aber die zu vergessen, welche noch in den Kriegsgebieten oder Lagern in den Nachbarländern leben, vegetieren. Es ist beschämend, Alte und Schwache vor Ort verrecken zu lassen, hier aber viel Geld für diejenigen, die es geschafft haben, weil sie jung und kräftig sind oder so wohlhabend um kriminelle Schlepper zu bezahlen, auszugeben.
Das hat vor der letzten Wahl die SD gefordert. Nun fordert es ganz Europa, macht aber nichts.
Und es ist wahr, wem es gut geht, wer nicht um Leib und Leben fürchten muß, der flieht auch nicht.
Hoffentlich gibt es bald ein Mittel gegen diese Pest Religiöse Verbohrtheit und Dummheit.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Speedy » 4. Mai 2018 12:06

aber mal ehrlich das Asylgesetz war ja in S noch grosszuegiger als in D. Viel zu ueppig was die z.T, bekommen haben.
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Re: Asylpolitik: Von "offenen Herzen" zu "Kopf in den Sand"

Beitragvon Grizzly2 » 5. Mai 2018 08:13

Gäbe es keine Fluchtursachen, gäbe es auch keine Schlepper. Das Fluchtproblem ist AUSSCHLIESSLICH vor Ort anzugehen, diejenigen die schon hier oder auf dem Weg sind, brauchen hier Hilfe. Rassisische Hetze wie die von SD ist drakonisch zu bestrafen und nicht zu honorieren, indem man diese Verbrecher pampert und ihnen nach dem Mund redet. Löfven macht den gleichen Fehler wie Seehofer/Söder &Co. und wird mit dieser falschen und inhumanen Taktik scheitern.
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