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BeitragVerfasst: 15. März 2010 10:02 
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Moin Jungs und Mädels,
ich werde ab dem 01.04. ein dreimonatiges Praktikum in Stockholm absolvieren. Dazu habe ich insbesondere 2 Fragen an euch.

1.) Kennt ihr zufällig jemanden der gerade für 3 Monate sein Zimmer/ seine Wohnung in Stockholm untervermieten möchte?

2.) Kennt ihr euch aus mit der Versteuerung in Schweden? Für mich als Studenten ist es sehr interessant, wieviel meines Gehalts tatsächlich übrigbleibt. Ich bleibe wie gesagt 3 Monate in Stockholm und habe nicht vor mich dort extra anzumelden (oder muss ich das?). Meinem Arbeitgeber habe ich meine dt. Konto angegeben. Ich werde dort monatlich 18000 sek verdienen und frage mich, wie dies versteuert wird. Da ich nur 3 Monate arbeite und somit lediglich ein Jahreseinkommen von 54000 sek haben werde gehe ich davon aus, dass ich dort unter einer Steuerfreizgrenze liege oder?!
Zahle ich, falls dem so sein sollte, trotzdem Steuern und muss die dann per Steuererklärung zurückfordern?
Zahle ich überhaupt Steuern in Schweden oder unterliege ich der dt. ESt?
Beeindruckend nutzlos so ein VWL-Studium für den Alltag :lol:

Ich bin da wirklich etwas ahnungslos und es macht für meine finanzielle Planung einen großen Unterschied, ob ich 1800€ oder 1000€ ausgezahlt bekomme. Könnt ihr mir da weiterhelfen?
Danke ;-)

Lg
Martin


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BeitragVerfasst: 15. März 2010 11:33 
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Fubbes hat geschrieben:
1.) Kennt ihr zufällig jemanden der gerade für 3 Monate sein Zimmer/ seine Wohnung in Stockholm untervermieten möchte?


Leider nein - und in der Stadt ist es nicht leicht, etwas zu finden. Ich würde dir raten, auf Blocket und Easyroommate Ausschau zu halten. Es ist nie leicht, aber es findet sich irgendwie immer etwas.

Hier vielleicht auch: http://www.studentlya.nu/Default.aspx?page=StudentlyaRegional

Zitat:
2.) Kennt ihr euch aus mit der Versteuerung in Schweden? Für mich als Studenten ist es sehr interessant, wieviel meines Gehalts tatsächlich übrigbleibt. Ich bleibe wie gesagt 3 Monate in Stockholm und habe nicht vor mich dort extra anzumelden (oder muss ich das?). Meinem Arbeitgeber habe ich meine dt. Konto angegeben. Ich werde dort monatlich 18000 sek verdienen und frage mich, wie dies versteuert wird. Da ich nur 3 Monate arbeite und somit lediglich ein Jahreseinkommen von 54000 sek haben werde gehe ich davon aus, dass ich dort unter einer Steuerfreizgrenze liege oder?!
Zahle ich, falls dem so sein sollte, trotzdem Steuern und muss die dann per Steuererklärung zurückfordern?
Zahle ich überhaupt Steuern in Schweden oder unterliege ich der dt. ESt?
Beeindruckend nutzlos so ein VWL-Studium für den Alltag :lol:


Du unterliegst im Allgemeinen der schwedischen Steuer und wirst auch eine Steuererklärung machen müssen. Allerdings fällst du damit sozusagen in die Kategorie "Saisonarbeiter". Diese zahlen etwas weniger Steuern, und das Verfahren ist auch etwas vereinfacht. Erschwerend kommt aber hinzu, dass man sich um die Sozial- und Krankenversicherung kümmern muss. Dazu kannst du aber aus Deutschland ein entsprechendes Formular erhalten.

Man zahlt als Saisonarbeiter nur 25% Steuern.
Hier mehr Informationen: http://www.skatteverket.se/download/18.f273d1c11967381d548000152/44205.pdf

Bei Fragen kannst du dich auch ans Skatteverket wenden. Die antworten in der Regel relativ schnell.


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BeitragVerfasst: 15. März 2010 13:34 
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Registriert: 14. März 2010 18:09
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moin,

danke für die schnelle Antwort! :wink:

Find ich ja krass, dass ich da wirklich "soviel" Steuern zahlen muss und dass es scheinbar keine Freigrenze gibt...

Was muss ich denn bzgl. der Sozialversicherung unternehmen? Macht das nicht mein Arbeitgeber für mich? Würde mich ja wundern, da die mir diesbezgl. garnichts gesagt haben. Was passiert denn, wenn ich das nicht mache? Ist das illegal? :roll: Da ich ja noch Student bin bezahlen ja meine Eltern für mich sowieso in Deutschland ins Sozialversicherungssystem ein!?
Muss ich dann doppelt zahlen?!

har det bra
martin


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BeitragVerfasst: 15. März 2010 13:57 
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Registriert: 31. Juli 2008 19:25
Beiträge: 1029
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Fubbes hat geschrieben:
Find ich ja krass, dass ich da wirklich "soviel" Steuern zahlen muss und dass es scheinbar keine Freigrenze gibt...


Ich habe nicht behauptet, dass es keine gibt :-)

Es gibt eine, aber ich weiß nicht, wie das auf die besondere Form der Einkommenssteuer angewendet wird. Ich nehme an, dass die 25% aus zwei Gründen angewendet werden: zum Einen, weil die grundlegende Einkommenssteuer in Schweden an die jeweilige Wohnsitzkommune und -region gehen (normalerweise beträgt diese Steuer rund 30%), was natürlich nicht geht, wenn man nicht in Schweden wohnt. Zum anderen muss die Sozialversicherung getrennt gemacht werden, weswegen der schwedische Staat hier weniger Aufwendungen hat.

Bei "normalen" Arbeitnehmern würde man im EInkommensjahr 2010 bei einem Jahreseinkommen 54000 kr einen Abzug von 20400 kr haben. Das effektive Bruttoeinkommen läge also nur bei 54000-20400 = 33600 kr. Wenn das bei dir genauso angewendet wird, müssten also theoretisch 15.200 kr pro Monat nachher rauskommen. Wie gesagt aber ohne Gewähr.

Zitat:
Was muss ich denn bzgl. der Sozialversicherung unternehmen? Macht das nicht mein Arbeitgeber für mich? Würde mich ja wundern, da die mir diesbezgl. garnichts gesagt haben. Was passiert denn, wenn ich das nicht mache? Ist das illegal? :roll: Da ich ja noch Student bin bezahlen ja meine Eltern für mich sowieso in Deutschland ins Sozialversicherungssystem ein!?


Wie gesagt: Skatteverket kann hier genaueres sagen.

Aus dem Merkblatt, das ich weiter oben verlinkt habe:
Zitat:
Social security contributions etc.
If as an employee you are covered by Swedish social
insurance your employer must pay employer’s social
security contributions calculated on your income. If
instead you are covered by foreign social insurance
you must corroborate this with an E 101 certifi cate
(certifi cate of relevant EU legislation) or a certifi cate
of posting from the foreign insurer.


Wenn du also selbst dafür sorgen musst, dann brauchst du so ein E101-Zertifikat. Und wenn du es nicht machst, wirst du geteert und gefedert :-)
Im Ernst: das schwedische System ist relativ unbürokratisch, aber ganz ohne geht es leider nicht.


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