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Wegen des geplanten Eisenerzabbaus nahe dem nordschwedischen Jokkmokk haben die Sami Proteste angekündigt. Der alljährlich gut besuchte Markt von Jokkmokk ist für die schwedische Urbevölkerung die ideale Gelegenheit, sich Gehör zu verschaffen. Besonders von den tausenden ausländischen Touristen erhoffen die Sami einige Aufmerksamkeit.
Der Markt von Jokkmokk hat Tradition. Seit mehr als 400 Jahren schon wird dort Anfang Februar lokales und vor allem samisches Handwerk angeboten, Rentierrennen, Konzerte und die einmalige Atmosphäre locken inzwischen an die 40.000 Besucher aus ganz Schweden und dem Ausland. Dieses Mal wollen die Sami den Markt für mehr nutzen als nur ihren alljährlichen Treffpunkt. Es geht um das Bergbauprojekt in der Regie des Unternehmens Beowulf Minings.
Eine Gefahr für das unberührte und empfindlich Ökosystem im Norden, erklärt einer der Initiatoren der für Samstag geplanten Demonstration, Mattias Pirak vom Samidorf Jåhkågaska, im Samischen Radio. „Wir wollen mit den Protesten zeigen, wo wir in dieser Frage stehen. Das allein ist schon sehr wichtig. Versuchen müssen wir es auf jeden Fall.“
Prospektion ohne Genehmigung
Bereits zweimal dieses Jahr ist das Bergbauunternehmen von Samidörfern wegen unerlaubter Prospektion bei der Behörde für Bergbau angezeigt worden. Darin beschuldigen die Sami Beowulf Minings, nach neuen Eisenerzlagerstätten gesucht zu haben, ohne einen gebilligten Plan für die Arbeit vorweisen zu können. Dies verstoße gegen das Mineralgesetz, so der Vorwurf. Im vergangenen Jahr wurde das Unternehmen bei ebenfalls nicht zuvor genehmigten Probebohrungen erwischt.
Matthias Pirak ist klar, dass die Nachfrage nach Eisenerz groß und der Erzabbau entsprechend ein lukratives Geschäft ist. Dennoch hebt er einen warnenden Zeigefinger: „Wenn man nur ans Geld denkt, kann man gleich jeden Baum fällen, jeden Fluss eindämmen und jedes Kilo Eisenerz aus der Erde graben. Natürlich kann man es sich einfach machen und daran Geld verdienen, aber man muss sich auch fragen, ob das dann noch eine Welt ist, in der wir leben wollen.“
Der Demozug geht am Samstag durch Jokkmokks Straßen, wo neben den normalerweise 3.000 Einwohnern mindestens zehnmal so viele Menschen auf den Beinen sein werden. Flugblätter in schwedischer und englischer Sprache sind schon vorbereitet. Doch auch wenn der Markt zu Ende ist und damit ein Forum für die Proteste verschwindet, ist die geplante Kundgebung erst der Anfang, versichert Pirak: „Die Arbeit geht dann selbstredend weiter. Wir werden niemals aufgeben, so einfach ist das.“
(Quelle: Radio Schweden)
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