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Allgemein bekannt ist, dass Schweden das Land der Kaffeetrinker ist. Kaffee wurde, nach einem Beleg des Göteborger Zolls, bereits 1674 in Schweden importiert. Allerdings musste er zu Beginn als Medizin in den Apotheken des Landes gekauft werden. Heute trinkt ein Durchschnittsschwede jedes Jahr 1200 Tassen Kaffee, also 11 Kilogramm, oder eben vier Tassen am Tag.
Was jedoch viele Besucher Schwedens weniger wissen, ist ein Brauch, der auf jeden Fall bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurückzuverfolgen ist und bis heute eine gewisse Bedeutung in Schweden hat. Es handelt sich dabei darum, zum Nachmittagskaffee sieben verschiedene Sorten an Kleingebäck anzubieten.
Es ist überliefert, dass sich die Hausfrauen noch bis zu den 70er Jahren teilweise Wettbewerbe lieferten, wer das beste Gebäck zum Kaffee bieten kann. Natürlich gab es auch damals schon Frauen, die nicht unbedingt stundenlang in die Küche stellen wollten, sondern Schnellbackmethoden erfanden. So ist es, zum Beispiel, möglich aus dem gleichen Teig die verschiedensten Plätzchen zu schaffen. So manche Hausfrau teilte daher den Grundteig in sieben Teile, und fügte dann jedem Teig andere Zutaten hinzu. Bereits mit etwas Sirup, Zimt, Schokolade und anderen Kleinigkeiten ist es eine Kleinigkeit seine sieben Sorten an Kleingebäck zu schaffen.
Auch heutzutage werden bei einer schwedischen Kaffeeeinladung mehrere Sorten an Kleingebäck geboten, auch wenn es sich nicht mehr unbedingt um sieben verschiedene Sorten handelt, sondern nur noch um fünf oder sechs, oder wenn das Gebäck nicht mehr aus dem eigenen Herd, sondern den Regalen eines Supermarkt oder aus einer Konditorei kommt.
Es gibt in Schweden kaum eine Zeitschrift oder eine Zeitung, die nicht mindestens einmal im Jahr Rezepte für sieben Sorten Kleingebäck veröffentlicht, und ein Klassiker unter den Rezeptbüchern, das 1945 erstmals veröffentlicht wurde, nennt sich immer noch „Sju sorters kakor“, also „Sieben Sorten an Kuchen und Kleingebäck“.
Dass die Zahl Sieben als magische Zahl das Gelingen einer Kaffeeeinladung garantiert, kann natürlich in Verbindung mit den sieben Sorten an Kleingebäck gesehen werden. Ein Schwede weiß natürlich auch, dass das Gebäck nicht unbedingt gleichzeitig auf den Tisch kommt und wird sich daher nicht gleich an den Zimtschnecken satt essen, wenn danach die Plätzchen auf den Tisch kommen und nach den Plätzchen vielleicht sogar eine Torte wartet.
Copyright: Herbert Kårlin
_________________ Täglich ein Stück Schweden entdecken und Hintergründe verstehen. - Die Geschichte Schwedens von der Eiszeit bis zur Gegenwart
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