vedspis bei Platzmangel

vedspis bei Platzmangel

Beitragvon abrovinsch » 15. Februar 2006 18:38

hej,
Es schneit schon wieder - och nö. Also verkrieche ich mich wieder ins Haus und tipper mal 'ne Runde:
Von Anfang an war klar, dass in die Küche ein vedspis muss. Weil mein Haus (zur Dalslandstuga umgebautes Torpet) aber naturgegebenermassen im Querschnitt mehr schmal ist, herrschte ein wenig Platzmangel. Dies nicht so sehr von den zur Verfügung stehenden Quadratmetern her, sondern einfach von der Ergonomie her.
Der Ofen selber sollte aber auch nicht zu klein sein, zwar brauche ich kaum alle vier Platten, jedoch Platz um heisse Gussdeckel abzulegen. Es ist auch schön wenn man die Ofenringe immer bequem zur Seite schieben kann.
So kam ich an einen alten VESTA-spis, 69cm breit und 50cm tief.
Als Gesamtgrundfläche für vedspis und(!) Schornstein, standen nur 0,95m² zur Verfügung, unmittelbar an brennbares Material grenzend.

Zuerst muss der Fussboden abgestützt und versteift werden.
Bei mir hatte ich Glück und konnte unter die entscheidende Stelle so gerade noch darunterrobben. Da mein Haus direkt auf dem Felsen steht war alles weitere ein Kinderspiel, man muss nur ein paar kernige Steine plazieren und den Rest mit kleineren Holzbalken auffüllen. Damit das ganze auch schön unter Spannung bleibt, sollte man die Fussbodenbalken mit einem kleinen Hydraulikwagenheber so 5-10mm nach oben durchdrücken. Ich habe die Holzverkeilung dann so bemessen, dass etwa 4-5mm Vorspannung erreicht wurde.
In meinem Fall war es sehr sinnvoll den Fussboden an der Stelle auch gleich zu versteifen. Ich hatte im Jahr zuvor sowieso den Fussboden noch oben hin zusatzisoliert, und deshalb unter dem geplanten vedspis 2"ige Planken eingearbeitet.

Auf den verstärkten Fussboden kommt als erstes eine einfache Brandschutzplatte, gibt es in jedem Baumarkt und sieht in etwa so aus wie eine normale Gipsplatte (ist es aber nicht).Bild
Rechts zur Küchenanrichte hin und nach hinten zu, erkennt man die weissen 10cm starken Gasbetonplatten. Die sind recht brandsicher, leicht und isolieren (den den Schrank will ich ja nicht heizen).
Im Abstand von min.2cm dazu, ist der eigentlich Sockel aus Ziegeln gemauert.
Das ergibt einen Abstand von etwa 22cm zwischen dem eigentlichen Ofen und dem umgebenen Holz.
Die Spalte zwischen Ziegel und Gasbeton werden nach aussen und nach oben hin vermutz, nicht aber nach hinten/innen hin.


Die folgende Zeichnung zeigt das zu schweissende Anschlusstück (als Material wieder alte Diskbänk von der Sorte wie man sie in den Milchräumen verwendet hat) zwischen dem ovalen, hinteren Rauchkanalausgang des vedspis und dem NVI-Schornstein, der ja halb über dem spis nach oben gehen muss.
Bild
OR= Ofenrohr
In meinem Falle D=150mm, Edelstahl.
30 - 40 cm lang
Nun muss man das, vorher runde ofenrohr an der unteren Anschlusstelle,
VS=Verschweissung,
rechtekig dengeln.
Man beginnt ganz grob und spannt später einen passenden Metallklotz in den Schraubstock um die Ecken schön hinzukriegen.
Der Querschnitt von VS, sollte mindestens so gross sein, wie der Rauchausgang am Ofen, nicht zu knapp kalkulieren.
Die Masse von VS, ergeben sich aus der Gesamtkonstruktion, beziehen sich aber auch auf:
RA= Rauchanschluss.
Der Rauchanschluss RA sollte mit seinem Gegenstück am Ofen gut und sicher überlappen (und auch mit einer Sicherrungsschraube versehen werden).
Nehmen wir mal an, ich kann RA 40mm über den Anschluss am Ofen schieben, dann brauche ich zwischen dem Anschlussstück und den Gasbetonplatten etwas mehr, sagen wir 50mm Raum. Ich muss also wissen wo genau die hinterste Kante des Rauchgasanschlusses am spis in Relation zur Gasbetonrückwand später zu liegen kommt und ziehe davon dann 40-45mm ab, was übrig bleibt ist die maximale Breite des Rechtecks VS. Da ich den benötigten Querschnitt ja bereit kenne, errechnet sich daraus die Länge des Rechtecks VS.

RT=Rauchgasthermometer
Hier schweisst man ein passendes Rohrstück ein, diesesmal aber aus normalem Stahl, da die magnetischen rökgas-thermometer viel praktischer sind als die mit Schraubsicherung.

SL1= sutlucka 1
Kann man preisgünstig auch neu im Geschäft aus Gus (sieht neckischer aus) kaufen.

SL2= sutlucka 2
Daraus ergibt sich das nächste Mass, nämlich die Gesamthöhe des Anschlusstückes.
Die zweite Reinigungslucke soll von unten (also unter dem vedspis durch) erreichbar sein. Hier kann sich den lieben Winter über Dreck ablagern, der wird dann erst beim Frühjahrsputz entfernt. Da die Lucke an der untersten Stelle liegen soll, ergibt sich das Mass aus der Bauhöhe des vedspis.
Die Luke soll auch aus VA gebaut und ABSOLUT Brandsicher sein - besonders wenn man plant auch Brennholz unter dem Ofen zu lagern. Die nötige Sicherheit erreicht man durch Verwendung zahlreicher Edelstahlschrauben (M5 reicht), die von innen nach aussen ragen sollen, damit das Gewinde nicht verrust. Natürlich müssen sie vor dem Schliessen des Anschlusstückes von innen gut verschweisst sein.
Aussendrauf setzt man dann Flügelmuttern, die man auch unter Verrenkungen bequem ohne Werkzeug lösen kann.

Die beiden Ausleger recht und links am Anschlussteil dienen nur zur Zusätzlichen Befestigung, aber auch um die Oberfläche des vedspi nach hinten hin etwas zu verländern und so einen sauberen und rut zu reinigenden Abschluss zu bekommen.

Das folgende Bild zeigt eine Bauphase, Anpassungsarbeiten.
Bild
Der spis war rostig und leer, als ich ihn bekam, aber technisch in Ordnung. Gründlich bürsten, eine Lage feuerfesten Lehm auf den Backofen und mir Ofenschwärze behandeln, neue Griffe angeschraubt und fertig.
Als der Putz gut durchgetrocknet war, hat er zwei Lagen weisse Latexfarbe bekommen - wer's traditionell will, kann ja kalken.
Später mal baue ich dann noch eine neckische Hutze über den vedspis.

Bild
mvh Ralf
abrovinsch
 
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Beitragvon heimargu » 16. Februar 2006 17:43

hej Ralf

tolle Leistung von Dir, (muß ich mir zu Ostern unbedingt bei Dir ansehen)!
Unser Haus in Darlarna (Borlänge) hatte auch so einen ähnlichen spis !

hejdå Heinz
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Beitragvon Tommy2 » 1. Juni 2006 20:57

Whoww viel Arbeit, Respekt. Sei froh das dieses Schmuckstück in Schweden entstanden ist, der deutsche Schornie würde vor lauter Sechseckspringerei bei Dir gar nicht mehr aus deinem Haus kommen...und dann würde er gleich die Baubehörde anrufen und das Wohnhaus amtlich sperren lassen :-)

Begründung: Der Ofen ragt in die Verkehrsfläche gemäß Paragrapf xy usw. würden Sie Dir dann noch eine Unterlassungsverfügung mit amtlicher Aufforderung zum Rückbau mit Zwangsgeldandrohung von 2.500 EUR bei Nichteinhalten der Vorschriften anordnen.

Glaubt Ihr nicht?

Habe so was ähnliches in D selbst schon erlebt, habe das Schreiben aber einfach weggeschmissen und weiter gemacht, hat auch keinen mehr gestört...man darf sich nur nicht immer einschüchtern lassen.

Schöne Grüße
Tommy2
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