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 Betreff des Beitrags: unübersetzte schwedische autoren
BeitragVerfasst: 11. August 2011 13:44 
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eine frage an alle literaturkenner: welches sind eurer meinung nach die interessantesten unübersetzten schwedischen autoren jenseits des krimigenres und warum? welche leseempfehlungen würdet ihr aussprechen?
vielen dank


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BeitragVerfasst: 14. August 2011 15:47 
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@unbekannterzeuge

Ich fürchte, Du wirst hier sehr wenige Antworten auf Deine Frage bekommen, obwohl es hier hunderte von sehr interessanten Büchern gibt, die es wert wären ins Deutsche übersetzt zu werden, wenn man von Inhalt und Qualität spricht, aber da das Verlagswesen eine rein kommerzielle Angelegenheit ist, haben Bücher von Jungautoren oder solche, die nur in begrenzter Auflage verkauft werden können, keinerlei Chance je den deutschen Markt zu erreichen.

Bei mir trudeln seit zwei Wochen die neuen Kataloge mit den Neuerscheinungen Herbst/Winter der schwedischen Verlage ein und ich finde in jedem der Kataloge Bücher mit hohem literarischem Wert (ohne Kriminalromane), aber ich sehe bereits am Namen der Autoren oder dem Inhalt, dass sich die deutsche Verlagswelt nicht für viele der Bücher interessieren werden, obwohl das Thema der diesjährigen Buchmesse in Göteborg die deutschsprachige Literatur ist und die deutschen Verlage daher auch die Chance hätten, die schwedische Literatur zu entdecken.

Literatur heisst nicht gute Bücher zu veröffentlichen, sondern verkaufsträchtige Bestseller auf den Markt zu bringen. Wenn beider zusammentrifft, um so besser. Schwedische Autoren gibt es leider nicht sehr viele, die in dieses Schema passen, da Qualität und hervorragende Wortwahl nicht zum Auswahlkriterium der deutschen Verlage gehören.

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Täglich ein Stück Schweden entdecken und Hintergründe verstehen. - Die Geschichte Schwedens von der Eiszeit bis zur Gegenwart


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BeitragVerfasst: 15. August 2011 10:28 
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hallo, herzlichen dank für deine antwort. dass ich wenig antworten bekommen würde, dachte ich mir schon, allerdings liegt das sicherlich in erster linie am leseverhalten der masse, die sich eben üblicherweise mit krimis begnügt. ich sehe es nicht ganz so negativ wie du, natürlich werden die großen verlage wie dtv und suhrkamp in ihren planungen hauptsächlich von verkaufsaussichten geleitet, aber es gibt daneben ja noch eine unzahl kleiner, unabhängiger literaturverlage, die sich in erster linie auf unterstützung durch das feuilleton verlassen und den mut haben, unbekannten autoren eine chance zu geben, sofern diese genügend qualität haben.
bist du beruflich in der branche tätig? kannst du mir ein paar autoren nennen, die du zwar für gut, aber unvermittelbar hälst?
vielen dank


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BeitragVerfasst: 15. August 2011 13:52 
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Das hängt davon ab, was Du unter "in der Branche" verstehst. Ich habe bisher 13 Bücher in drei Sprachen veröffentlicht, arbeite als Journalist, der auch Bücher rezensiert, bin an der schwedischen Buchmesse engagiert und habe einen Pressedienst für deutsche Verlage. So gesehen kenne ich den Buchmarkt halbwegs.

Es gibt zwar, wie Du sagst, kleinere une unabhängige Verlage, sowohl hier in Schweden als auch in Deutschland, aber sie sind, wenn sie überleben wollen (in Deutschland) von Libri abhängig, und bereits Libri hat bestimmte Auswahlkriterien, die es kleinen Verlagen nicht leicht machen. Bei Übersetzungen kommt hinzu, dass man die Rezensenten der grossen Zeitungen kennen muss, möglichst persönlich, denn ohne Rezension geht ein Buch nicht öfter als 1000 bis 2000 mal über den Ladentisch, mit viele Glück.

Ich bekomme z.b. jede Woche etwa 30 schwedische Bücher zugeschickt, wovon ich, im besten Fall, zwei auswähle und rezensiere. Da ich an die Leser denken muss, sind 9 von 10 der Bücher von Autoren, die bereits bekannt sind und einen gewissen Verkaufserfolg versprechen, denn ich brauche für meine Arbeit die Verlage und die Autoren, kann es mir also gar nicht erlauben viele Neulinge zu beachten, wobei ein Teil auch echter Ramsch ist, den ich bekomme.

Für einen Autor ist sein eigenes Werk etwas echt wichtiges, egal worum es handelt, aber jemand, der nicht "Bücher schreiben" lernte oder nur seine Erinnerungen und Eindrücke verkaufen will, sollte es besser lassen, denn das lässt sich nicht vermarkten. Fesselt mich nicht der erste Absatz, so lese ich gar nicht erst weiter und finde ich im ersten Absatz etwas, was schon 20 andere geschrieben haben, so vergesse ich das Buch ebenfalls. Ein Lektor eines Verlages ist da noch kritischer. Bei Fischer kenne ich einen Lektor, der liest von jedem Manuskript nur den ersten Satz und wer mit einer Standarformel beginnt, die man in hundert anderen Büchern findet, hat gar nicht erst eine Chance.

Noch schwieriger ist es für jemanden, der ein Buch in Eigenregie oder bei Miniverlagen herausgibt, da diese Personen oder Verlage gar nicht erst wissen wem sie ein kostenloses Buch schicken müssen, oder sie haben so knapp kalkuliert, dass sie sich die Ausgabe nicht leisten können. Da sind Totgeburten in jedem Land, auch wenn dies bedauerlich ist, da auch hier hin und wieder sehr gute Werke zu finden sind.

Das ist aber ein anderes Thema.... Wenn ich ein Buch einfach spontan zur Übersetzung vorschlagen sollte, so ist es Josefin Palmgren mit "Engångsligg", da sie ein sehr zeitnahes Thema behandelt und eine sehr eigene Sprache verwendet. Ich hoffe nur, dass sie auch den Stoff für weitere Bücher hat. Weitere Vorschläge schicke ich Dir diese Tage per PN zu, da ich im Moment ziemlich beschäftig bin, da hier das Kulturfest beginnt.

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BeitragVerfasst: 15. August 2011 20:23 
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habe dir ne nachricht gesendet. vd


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