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 Betreff des Beitrags: Vinga - Die Pyramide vor Göteborg
BeitragVerfasst: 9. November 2010 13:34 
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Wer den Schärgarten an Schwedens Westküste liebt, der weiß, dass es auch über kleine Inseln unglaublich viel zu erzählen gibt. Eines dieser bemerkenswerten Eilande ist Vinga – der westlichste Fleck des Göteborger Stadtgebiets, rund zehn Seemeilen vom City-Zentrum entfernt. Mit seinem Leuchtturm und der pyramidenförmigen Seemarke ist Vinga weit sichtbares Signal für Seereisende – zugleich Abschied und Willkommen, das erste und letzte Wahrzeichen von Göteborg. Wenn man etwa von Fredrikshavn mit der Fähre nach Osten fährt, ist Vinga das Erste, was man von Schweden sieht. Und man weiß: Jetzt ist man gleich da… Nur noch etwa eine Stunde bis zum Anlegen an Stenas Danmark-Terminal!
Andere sehen Vinga als das Tor zur Welt – “nach draußen”. Der berühmte Göteborger Dichter Evert Taube etwa. Aufgewachsen auf dem 1 mal 0,5 Kilometer großen Inselchen, packte ihn früh die Sehnsucht nach der Ferne – und er sagte: ”Sverige ligger i öster och västerut där ligger världen.” (Schweden liegt im Osten, und im Westen da liegt die Welt). Zu Taubes Jugendzeiten lebten rund 40 Menschen auf der Insel, die aus rundgewaschenen Porphyrit-Felsen, ein paar Grasmatten und einem Grundwasserzugang besteht. Everts Vater war ab 1890 der erste Leuchtturmwärter des “neuen”, 29 Meter hohen Leuchtturms, der bis heute in dieser Form erhalten ist.

Bereits im 17. Jahrhundert entzündete man auf Vinga Leuchtfeuer, um der Seefahrt das Navigieren durch die Untiefen im Kattegat zu erleichtern. Nicht immer hat es geholfen: manche Seefahrer verwechselten Vinga mit anderen Leuchttürmen und liefen prompt auf Grund. Darum wurde 1857 auch das pyramidenförmige Seezeichen – “båk” – gebaut. Es machte Vinga unverwechselbar. Ebenso wie der Gassenhauer von Lasse Dahlquist von 1946: In “Oh boy” singt er davon, wie die englische Flotte bei Vinga gesichtet wurde.

Heute wird der Leuchtturm, der 1949 elektrifiziert und 1974 automatisiert wurde, als Kulturgut gepflegt. Der Verein “Vinga-Freunde” kümmert sich um die Instandhaltung und vermietet sogar zwei Insel-Häuser an Feriengäste (leider immer lang im voraus ausgebucht). Hobby-Skipper sind eingeladen, im Mini-Gästehafen anzulegen – wobei gemahnt wird, die Hafengebühr auch dann zu bezahlen, wenn gerade keiner da ist. Vinga ist schließlich nicht mehr ständig bewohnt, aber im Sommer beliebtes Ziel für Touristen und Ausflügler.

Homepage der Vinga-vänner: http://www.wingavanner.se/index.htm

Entnommen aus dem täglich aktualisierten Schwedenblog:
http://www.blog-schweden.de


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