Dacheindeckung: mit welchen Ziegeln ist das Dach eingedeckt? Tonziegel oder Zementziegel. Bei Tonziegel ist eine gute Überwachung nach Defekten ständig notwendig. Es können kleinere Abplatzungen an dem Ziegel entstehen und sehr schnell ist ein größerer Defekt da. Eine Ganzerneuerung ist nur notwendig, wenn das Dach wirklich undicht ist. Bei Zementziegel kann man sehr gut den Vergleich mit der "Frankfurter Pfanne" anstellen. Hier gibt der Hersteller 30 Jahre Garantie auf seine Zementziegel. Eine Lebensdauer von 80 Jahren sind durchaus nicht ungewöhnlich. Solange das Dach dicht ist, würde ich nichts daran ändern wollen.
Wasserinstallation: alte Bleileitungen sind absolut tabu und sollten sofort entfernt und ausgetauscht werden. Verzinkte Eisenleitungen wachsen nach innen zu und irgendwann kommt der Tag, daß man keinen Wasserdruck mehr hat, dann ist es höchste Zeit, den Austausch vorzunehmen. Als Ersatz bieten sich Kupfer- oder Kunststoffleitungen an. Hier unbedingt den Fachmann vor Ort konsultieren. Hohem Wasserdruck halten die Kunststoffleitungen, die verklebt werden, oft nicht stand. Kupferleitungen sind zwar gut, aber auch hier gibt es u.U. Komplikationen je nach der Wasserqualität und der Qualität der Kupferrohre. Ein Austausch ist spätestens dann erforderlich, wenn die ersten Rohrundichtigkeiten eintreten.
Elektroinstallation: vorhandene Anlagen haben zwar Bestandsschutz, doch es geht hier einfach um Sicherheit. Früher hatte man in einem Haus einige Glühlampen, vielleicht noch ein altes Radio und an elektrischen Geräten nichts. Der Kühlschrank hielt erst nach dem 2. Weltkrieg Einzug in die Wohnungen, die Waschmaschine in den 60er Jahren, die Tiefkühler in den 70er Jahren, die Microwelle kam erst in den 80er Jahren. Fernsehen kam erst in den 60er Jahren. Die Verkabelungen aber blieben und wurden nur durch einige Kabel ergänzt. Früher war es üblich, 2-adrige Leitungen mit einem Querschnitt von 0,75 mm2 zu verwenden, später kamen dann 1,5 mm2 Leitungen. 15 A- Schmelzsicherungen sind bis auf die Neubauten normal, FI-Schalter gab es nicht. Schukosteckdosen sind unbekannt gewesen.
Wenn sich noch Verkabelungen von 0,75mm2, 2-adrig und keine Schukosteckdosen im Haus sind, dann empfehle ich die Totalsanierung:
Von der Hauptsicherung nach der Zähleruhr alles kappen und eine große Unterverteilung installieren und von dort aus eine Neuverkabelung mit 1,5 mm2 Leitungsdurchschnitt zu allen künftigen Stellen auszuführen. ( Elektroherd mind. 4,00m2), Steckdosen nicht auf Sockelleistenhöhe sondern unterhalb der Lichtschalter installieren, man muß sich dann nicht so bücken. Ausreichende Anzahl von Steckdosen (Doppelsteckdosen) besonders in der Küche und im Wohnzimmer (TV) vorsehen. An jeder Tür kommt ein Lichtschalter und eine Steckdose hin! (Bequemtlichkeit beim Saugen). Genügend Stromkreise installieren, so daß möglichst viele Sicherungsautomaten eingebaut werden können ( aber bitte keine vom Baumarkt).
FI- Schalter ist ein MUSS, wenn im Bad eine Steckdose ist. Im Falle eines Defektes / Kurzschlusses unterbricht dieser Schalter den Stromkreislauf innerhalb von Millisekunden. Neben der Hauptuhr in der Nähe eines Außenfensters oder Außentür unbedingt einen Starkstromanschluß montieren. Eventuell auch darauf achten, daß man im Notfall ohne große Umbauten ein Notstromaggregat draußen aufbaut und in Betrieb nimmt und den dort produzierten Strom in das Hausnetz oder Heizung einspeist.
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Viel Spaß beim Renovieren!