Euro wieder unbeliebt

Karsten
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Euro wieder unbeliebt

Beitrag von Karsten »

Die Schweden sind gegenüber einer Euro-Einführung wieder skeptischer geworden. Dies belegt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Sifo. Nach der Umfrage, die im Auftrag des Schwedischen Fernsehens erstellt worden war, sind jetzt 50 Prozent der Befragten dagegen, dass Schweden den Euro einführt.

39 Prozent sind für eine Einführung, elf Prozent gaben sich unentschlossen. Im Zuge des rapide gesunkenen Werts der schwedischen Krone hatten sich im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der befragten Schweden für den Euro ausgesprochen. In einer Volksabstimmung im Jahr 2003 hatte Schweden die Einführung der gesamteuropäischen Währung abgelehnt.

(Quelle: Radio Schweden)



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nightbow
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von nightbow »

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hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

Naja, wenn es nach Leuten wie Farage ginge, würden wir heute immer noch an den Grenzen kontrolliert werden. Wer so ein Europa will, der will eine reine Wirtschaftsunion ohne jeden Unterbau.

Seine Argumente sind auch etwas fragwürdig - er wirft z.B. der EZB die Anhebung des Zinssatzes vor. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. In der Tat wurde der Zinssatz minimal angehoben, um direkt danach dann von 4% auf 0,5% in den Keller zu donnern.
Wer der Abwertung des Wort redet, der hat meiner Ansicht nach auch wenig wirtschaftlichen Sachverstand. Abwertung ist in der Regel ein Fiasko für Sparguthaben und bringt der Wirtschaft mittelfristig gar nichts.



nightbow
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von nightbow »

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hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

Naja, die Briten (und der Herr im Video ganz besonders) hätten die EU am liebsten als reine Freihandelsunion. Zölle und was sonst noch so den freien Fluss der Wirtschaft verhindert soll wegkommen, aber jegliche Zugeständnisse zu gemeinsamen Projekten (z.B. Erasmus) oder gar die Idee, ein vereintes Europa zu schaffen, ist diesen Leuten zuwider.

Dem stehe ich äußerst kritisch gegenüber. Wer heute für solche nationalstaatlichen Refugien plädiert, der hat meines Erachtens die Lehren aus zwei Weltkriegen nicht gezogen. Die ist letzten Endes ja, dass es nur gemeinsam geht.



hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

Nachtrag aus aktuellem Anlass: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 72,00.html

Ein ganzer feiner Herr, dieser Nigel Farage. Krawallbruder im Stile von Schill und Haider, würde ich sagen.



nightbow
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von nightbow »

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hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

Ich hab mirs gerade nochmal angesehen.

Das ist pure Polemik und nichts weiter. Das beginnt bereits mit dem Vergleich mit der Sowjetunion. Wie gesagt streicht er die Anhebung im Juli 2008 heraus, als angeblich die Krise am stärksten war. Lehman brach jedoch im September 2008 zusammen, und die EZB reagierte gefasst und konsequent mit einer Absenkung.

Wie gesagt ist die Abwertung eine ökonomische Dummheit, die er allen Ernstes damit zu begründen versucht, dass Großbritannien abgewertet hat und die Demonstranten in Griechenland nach Abwertung schreien, aber sie die Regierung wegen des Euros nicht geben kann.

Klänge nachvollziehbar, aber das Video ist schon über ein Jahr alt. Großbritannien hat sich in der Zwischenzeit nicht besser durch die Krise gebracht als die Euroländer (eher das Gegenteil ist wohl der Fall). Und die Demonstranten, die seiner Meinung nach den Volkswillen in Griechenland ausdrücken, sind nicht die heutigen Protestler, die sich gegen ihre abgesenkten Löhne wehren, sondern die Steinewerfer und Randalierer vom Dezember 2008, die Athen aus Frustration wochenlang aus Frustration über ihre Situation in einen Ausnahmezustand versetzten. Im übertragenen Sinne sagt er also, dass man doch besser auf Randalierer hören sollte.

Zur griechischen Politik sei auch noch gesagt, dass er sich die Lage natürlich jetzt schönreden kann. Ich bin zwar kein intimer Kenner der griechischen Politik, weiß aber in groben Zügen, dass die Macht in den letzten Jahren regelmäßig zwischen zwei Kräften hin und her ging, die beide keine nennenswerten Reformen auf den Weg brachten und es stattdessen bei einem eher dekadenten Stillstand mit kosmetischen Korrekturen beließen. Die mehrfach an Brüssel gemeldeten falschen Zahlen passen da nur allzu gut ins Bild.

Gerade Reformen hat Griechenland aber schon lange nötig, weil das Staatswesen ineffizient ist und die wirtschaftliche Situation Griechenlands bescheiden ist. Früher hätte man da einfach die bequeme Hintertür genommen: massive Abwertung der Währung. Die Effekte davon wären ein indirekter Schuldenerlass und eine vorübergehende bessere Konkurrenzfähigkeit. Die langfristigen Folgen hingegen sind die Vernichtung von Sparguthaben, eine massive Inflation und die weiterhin bestehenden strukturellen Probleme - denn nur weil man einen kleinen Umrechnungstrick anwendet, wird weder der Staat noch die Wirtschaft effizienter. Das ist nicht nur zum Schaden der Griechen, sondern letzten Endes auch zum Schaden der ganzen Union. Aus dem Blickwinkel betrachtet ist es wichtig, dass die Griechen endlich dazu angehalten werden, ihren Staat in Ordnung zu bringen. Wenn nicht jetzt, wann dann?



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Alandica
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von Alandica »

Ich finde die Analyse von Hansbaer sehr gut und dem kann ich nichts weiter hinzufügen.

Der Sinn Europas und des Euros hat zudem nicht nur einen wirtschaftlichen Sinn, sondern erleichtert auch das Zusammenleben der Menschen auf diesem Kontinent und sorgt zudem dafür, dass Politiker Leute wie Jört Haider aus Österreich oder momentan Geert Wilders in Holland nicht mehr so einen Unfug treiben können, wie sie es zu Zeiten der Nationalstaaterei gekonnt hätten.

Wo es früher hieß, "Achtung Grenze" und man in langen Schlangen auf die Kontrolle warten musste, heißt es heute "Herzlich Willkommen in ..." - freie Fahrt für freie Bürger, quer über den ganzen Kontinent!

Wer sich die "gute alte Zeit" zurückwünscht, gegen Euro und EU ist, der muss gleichermaßen auch gerne auf die Freizügigkeit innerhalb Europas verzichten wollen seine Zukunft innerhalb der eigenen nationalen Grenzen suchen. Und das würde mitunter auch bedeuten, dass wir nicht mehr einfach so, wann und wie wir wollen, nach Schweden reisen könnten. Denn dann würde die Aufenthaltsdauer auf 90 oder 180 Tage im Jahr begrenzt sein.

Die Benelux-Länder und die nordischen Länder haben übrigens lange vor der EU eine Union gebildet, die der ursprünglichen Idee EU sehr nahe kommt.


Zurück zum Euro ... ich bin weiterhin überzeugt, dass Schweden in spätestens 10 Jahren den Euro hat. Denn Dänemark wird bei der Abstimmung im nächsten Jahr für den Euro stimmen und ihn in schätzungsweise 5 Jahren einführen. Dann wäre Schweden das einzige nordische EU-Land, welches noch keinen Euro führt ... und spätestens dann merken auch die Schweden, dass sie die Zeit verschlafen haben.


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nightbow
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von nightbow »

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hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

nightbow hat geschrieben: naja immerhin wird den schweden die möglcihkeit gegeben selber abzustimmen über sowas.
Die Schweden haben 1994 eigentlich schon drüber abgestimmt - und haben Ja gesagt. Damals ging es nämlich um den EU-Beitritt Schwedens, und dieser beinhaltete auch einen verpflichtenden Beitritt zum Euro.

Was die Schweden jetzt betreiben läuft nach dem Motto: ja, ich hab das mal versprochen, aber jetzt überlege ich mir doch nochmal, ob ich Lust drauf habe.
darf ich als ausländer in schweden dann eigentlcih acuh abstimmen?
Nein. Die Teilnahme an Volksabstimmungen ist an das Wahlrecht für den Reichstag gekoppelt, und das haben nur Schweden.



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Alandica
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von Alandica »

Ja, die Schweden geben dem Volk die Möglichkeit, darüber abzustimmen. Grundsätzlich finde ich das auch gut und ich muss zugeben, dass ich mich damals darüber aufgeregt habe, dass das in Deutschland nicht möglich war.

Aber, wenn Deutschland hätte abstimmen lassen, wäre dort weiter die D-Mark die Währung und was wäre der Euro ohne das größte Land in der EU? Sicher hast du auch schon mal von der Bedingung Frankreichs gehört, dass Deutschland mit Frankreich in den Euro geht und Frankreich dafür der Wiedervereinigung Deutschlands zustimmt.

Mit einer Abstimmung lässt man auch viele Leute abstimmen, die von dem Thema keine Ahnung haben. Ein schwieriges Für und Wider.

Schweden sollte sich sputen was den Euro angeht, denn Dänemark hatte bereits damals seine Krone an die DM gekoppelt und sie ist somit bereits an den Euro gekoppelt. Dänemark könnte im Grunde von heute auf morgen dem Euro beitreten, während Schweden noch das ganze Spielchen mit dem Wechselkursmechanismus I und II durchlaufen muss. Finnland und Dänemark haben derzeit gegenüber Schweden den Vorteil, dass sie keine Kursschwankungen haben gegenüber den europäischen Handelspartnern.

Als kleines Beispiel sei Åland genannt. Dort kann man neben dem Euro (früher Finn-Mark) auch mit der Schwedischen Krone bezahlen. Nachdem die Krone durch die Krise stark abgewertet wurde (von 1 € : 9,9 SEK bis zum Kurs 1 € : 12.6 SEK), wurde für die Schweden alles teurer, die Fährpreise wurden in SEK angehoben und die Umrechnungskurse auf der Insel auch angepasst. Das gleiche passiert auf mittlere Sicht auch in Schweden selber - alles wird teurer, Inflation, Löhne steigen ... Das ist quasi das im Kleinen und praktisch erklärt, was Hansbaer oben schon mal anders erwähnte.

Dänemark hat diesen Nachteil durch die Kopplung der Dänischen Krone an den Euro (früher an die D-Mark) auch schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Und das macht Dänemark dann trotz Nicht-Euroland wiederum für Unternehmen interessanter, eine Niederlassung in Dänemark oder in Finnland (Euroland) zu eröffnen anstatt in Schweden. Die Folge sind also auch weniger neue Arbeitsplätze oder Arbeitsplatzverluste durch Verlegungen z. B. der Nordeuropazentrale von Schweden nach Dänemark oder Finnland, wie es sie vor einigen Jahren vermehrt gegeben hat. Oder wenn generell in Euro abgerechnet wird, haben die Schweden auch den Nachteil, denn sie müssen mit den ständig schwankenden Preisen fertig werden.

Und letzteres wirkt sich schließlich auch auf die Ladenpreise aus.

Aber ich glaube du siehst, dass der Nichtbeitritt in den Euro einen langen Rattenschwanz mit sich zieht.


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nightbow
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von nightbow »

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Juschka
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von Juschka »

Hallo. Jetzt muss ich mich dazu doch auch mal zu Wort melden.

An Nightbow: es ist echt eine Schande, dass Du hier Leute wie diesen Farage zitierst. Das ist Rechtspopulismus in Reinkultur und hat in einer sachlichen Debatte nun wirklich nichts zu suchen. Man kann natürlich für oder gegen den Euro sein und es gibt sicher etliche Gründe für beide Argumentationen. Aber ich würde Dich doch sehr bitten, in Zukunft diesen Populismus hier zu unterlassen, denn davon hat nun wirklich niemand etwas.

Überhaupt ist mir bereits aufgefallen, dass Du hier im Forum scheinbar sehr zu polarisieren versuchst. Das ist nicht schön und bringt Dir sicher von Seiten der Forenmitglieder viele Antipathien ein. Wie gesagt: man kann vernünftig über alles diskutieren, aber es sollte doch bitte sachlich und "vernünftig" bleiben.

Einen schönen Gruß sendet
Juschka



hansbaer
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Re: Euro wieder unbeliebt

Beitrag von hansbaer »

Zunächst einmal: die Kritik gegenüber Nightbow halte ich für überzogen. Natürlich gibt es mal Threads, wo alle mit dem falschen Fuß aufgestanden sind (oder soll ich eher sagen mit den falschen Reifen?), aber das ist die Ausnahme. Meinungsstark zu sein halte ich für nichts falsches. Auch hat er hier deutlich gemacht, dass er Farages Aussagen in den Raum stellt, ohne sie sich zu eigen zu machen.

Nun zum Thema:

Ich bin der Ansicht, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes gut daran getan haben, keine Volksabstimmungen vorzusehen. Es ist ein frommer Wunsch, dass die Bürger Pro und Contra abwägen und dann eine Entscheidung treffen. Die Realität ist eine andere. Die Leute watschen damit ihre Politiker ab (siehe französisches Referendum zur EU-Verfassung) oder entscheiden nach persönlichen Sentimentalitäten. Die Schweiz taugt in der Hinsicht auch nur bedingt als Vorbild. Dort hat es bis in die 70er Jahre hinein gedauert, bis Frauen wählen durften, und an den allermeisten Volksabstimmungen beteiligen sich gerade einmal knapp über 50%. Da überstimmt eine engagierte Minderheit locker eine lethargische Mehrheit.
nightbow hat geschrieben:ich weiss nciht ob der EUR da nur ein kleines bonbon ist oder wirklcih so massgeblcih über arbeitsplätze entscheidet (und was sind schon arbeitsplätze in einem land wenn man die nationalen interessen bewusst auf ein gemeinsames europa ausrichtet, dann ist doch eigentlcih (für europe) egal wer in welchem land arbeitet, oder?
Naja, da kann ich nur daran erinnern, dass 2003 einige schwedischen Firmen mit Wegzug drohten für den Fall, dass der Euro nicht kommt.
wenn ich deine (nachvollziehbaren) gedanken weiterdenke stelle ich mir die frage warum wir dann keine währungsunion mit USA oder womöglich der ganzen welt anstreben? oder ist das ein langfristiges ziel für das erst die politischen vorrausetzungen geschaffen werden müssten?
Das wäre ein äußerst langfristiges Ziel. Die Grundlage für eine solche Union wäre, dass die Staaten das Recht abgeben, einiges Geld zu emittieren. Die USA würden da nie mitziehen, denn seit dem Ende des Bretton-Woods-System werfen die ihr Geld in Massen in die Welt. Das ganze funktioniert nur deswegen, weil viele Länder den Dollar als Reservewährung eingelagert haben und den USA damit einen indirekten Kredit geben.
aber ich habe ja ncihteinmal verstanden wass der ganze hokuspokus mit der "wirtschaftskriese" sollte, und wie unvorstellbare summen geld auf einmal weg sind, bzw eigentlcih nie existiert haben. könnte mich (als sven svensson) dazu bewegen den gleichen leuten die mir die wirtschaftskriese "eingebrockt haben und mir nun erzählen wollen dass währungsunion toll ist, einfach keinen glauben mehr schenke.
Das Gedächtnis der Leute ist kurz - das ist leider so. Mittlerweile tun ja alle so, als gäbe es die Krise gar nicht. Man kann sich das aber wohl so vorstellen, dass da jahrelang mit Geld gehandelt wurde, das durch keine reale Leistung oder Ware gedeckt war. Und als man merkte, dass man heiße Luft gekauft hatte, war das Geld weg. Also haben die Regierungen Geld bereitgestellt, um die daraus entstandenen Verluste abzufangen.

Mit anderen Worten: die Staaten haben versprochen, dass sie das Geld, was da verspielt wurde, bereitstellen werden. Sie haben also einen Kredit aufgenommen und zahlen diesen nun ab. Letzten Endes zahlt also der Steuerzahler über Jahrzehnte (Jahrhunderte?) verteilt die Zeche für das unverantwortliche Handeln einzelner.

Das ist natürlich nur eine grob vereinfachte Darstellung.

Ich glaube, den Bankern ist das mit dem Euro nicht so wahnsinnig wichtig. Sie verdienen ja auch durch Währungsspekulationen.
Die Advokaten der Euro-Einführung waren eher produzierende Betriebe. Bei denen schwanken die Rohstoffpreise, die ja oft auf dem Weltmarkt besorgt werden müssen. Und es schwanken die Verkaufspreise, denn je nach Lage und Wechselkurs können sie ihre Produkte im Ausland mal für viel, mal für wenig Geld absetzen. Durch die Euro-Einführung fallen da einige Unsicherheiten weg.



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