Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lappland

calle
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von calle »

Ich finde den Unterschied auch ganz interessant. Meines Wissens werden Hunde, Katzen, Elche, Rinder, Pferde und vieles mehr erschossen. Das ist doch bei richtiger Ausführung eher humaner als eine riesen Veranstaltung beim hier oft stundenlang entfernten Tierarzt zu machen. Sollte nicht Humanität an oberster Stelle stehen und nicht die Ideologie?
Viel weniger verstehe ich, warum Hunde mehr Recht am Leben haben als zum Beispiel sanft dreinblickende Rinder, die nie jemanden etwas zuleide getan haben. Stattdessen werden etliche von ihnen geschlachtet um dann als Hundefutter zu dienen.
Das sieht mir persönlich ja sehr nach Rassismus auf tierischem Niveau aus. :piggy:



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carola1
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von carola1 »

Hallo,
also es werden natürlich nicht alle Hunde, die eine nächste Saison nicht mehr laufen können, entsorgt. Die kleineren Veranstalter, ich sage mal bis ca. 80 Hunde, kümmern sich schon. Bei diesen privaten Unternehmern kann man auch ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, Touren buchen. Bei Diesen kann man in der Regel auch wohnen, also einen kompletten Urlaub buchen. Man ist dann in den Tagesablauf integriert und sieht wie alles abläuft. Diese Unternehmer sind verantwortungsvoll und auch die alten Hunde werden weiter versorgt. Alles gut. Wer also mal eine Schlittenhundetour machen möchte, sollte auf jeden Fall die privaten Unternehmer unterstützen.



Forelle
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Forelle »

Hallo Carola,
wo genau ist das. Hätte interesse an einem Hund. Bin aber wieder zurück aus schweden. Würde mich freuen, wenn euer
Projekt von Dauer ist. Wahrscheinlich komme ich dieses Jahr nicht mehr nach Schweden, könnte euch aber bei der nächsten
Tour mit einplanen. Evtl könnte es auch dieses Jahr noch klappen, das hängt davon ab , ob mein Eigentum in schweden
erfolgreich versteigert wird.
Gruß und viel Erfolg
Über eine Info würde ich mich freuen.
Hans



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gundhar
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von gundhar »

carola1 hat geschrieben: ....
Hier lernte ich jemanden kennen, der versucht, nach jeder Saison, möglichst viele der "aussortierten" Huskys zu retten. Aussortiert bedeutet: Hunde, die acht bis zehn Jahre alt sind und die nächste Saison nicht mehr laufen können, werden erschossen.
...
Hierbei handelt es sich um kleinere,"private" Anbieter, die ihre Hunde gut behandeln. Ok, so weit, so schlecht. Mein Bekannter konnte nun sechs Hunde vor dem sicheren Tod retten. Einen konnte er erst vermitteln.
...
Das Geschäftsmodell wie beschrieben ist nicht neu! :twisted:

Eine schöne herzrührende Geschichte über "aussortierte Huskies" alternativ Hunde aus "Tötungsstationen" in "Irgendwo". Darüber werden dann die ersten Huskys aus Tierheimen verkauft. Wenn der Laden dann richtig brummt und der Nachschub schwieriger wird, kann man genügend Hunde aus den östlichen Nachbarländern von irgendwelchen Vermehrern dazukaufen.
Die Gewinnspanne ist enorm hoch, außerdem werden viele der Tiere nicht verkauft sondern über einen "Betreuungsvertrag" (üblicherweise ca. 300-400€) abgegeben. Das hat den Vorteil daß man den Hund nach 3 Jahren wieder zurückfordern kann und an den nächsten Kunden verkaufen.

Ja das klingt schlimm, ist es auch!!! Wer mehr erfahren will kann ja mal: https://mapofhope.de/taskforce/ard-betr ... tz-hunden/ oder googeln "Tierschutz Betrug"

Ich kenne einige Leute in Lappland die Huskys haben. Die Hunde sind für die Besitzer normale Haustiere oder Familienmitglieder und werden nicht gleich erschossen wenn sie älter werden. Sie bleiben weiterhin in ihrer Gruppe und werden mit durchgefüttert.
Anders als bei manchen "Tierfreunden" in Deutschland werden die Hunde bei schweren Erkrankungen wie Wirbelsäule oder Hüfte eingeschläfert anstatt sie mit viel Aufwand noch ein Jahr länger zu quälen.



Ayla
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Ayla »

Man kann auch wirklich alles schlecht reden :thumbsdown:

Kein Wunder, dass sich immer weniger Menschen engagieren, wenn sie dafür solche Kommentare über sich ergehen lassen müssen. :twisted:

Wirklich schade :oops:


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gundhar
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von gundhar »

Ja es ist nicht schön. Hier in der Gegend gibt es auch eine Fau die mit dem gleichen Geschäftsmodell arbeitet. Sie hat mittlerweile von der Behörde ein Verbot Tiere zu halten. Sie findet jetzt immer wieder gutgläubige Menschen die dann angeben es wären ihre Tiere und die Frau XXX paßt nur im Moment auf diese auf. :twisted:

... und noch etwas: im ersten Beitrag ist von Hunden mit 8 bis 10 Jahren die Rede. Die Lebenserwartung bei Huskys liegt bei 10 bis 12 Jahren. Wenn sie zeitlebens "belastet wurden" eher weniger. Willst Du so einen Hund der jahrelang durch die lappländischen Wälder gerannt ist nun aus seinem Rudel herausreißen, nach Deutschland karren wo er in einer Großstadtwohnung sein Dasein fristen soll, mit bestenfalls täglichem 2 Stunden Spaziergang und Stöckchenwerfen ? Einen Husky in Deutschland zu halten ist ohnehin grenzwertig weil kaum jemand die Bedürfnisse dieser Hunde erfüllen kann. Deshalb sind die deutschen Tierheime schon voll mit Huskys.

Einen alten Hund aus seiner Heimat und seinem Rudel und seiner gewohnten Umgebung entführen? Das würde ich so einem Hund niemals antun!!



Yasi
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Yasi »

Es gibt ein schweizer der in Kiruna solche Hunde rettet und vermittelt für ein Umkostenbeitrag. Und leider JA, es gibt solche die Tiere trächtig sind, oder zu alte für rennen, abschieben/töten. Es sind meistens ältere Hund manchmal auch solche die nicht für den schlitten geeignet sind. Er hat selten jungtiere.
Es gibt auf beide seiten weisse wie schwarze schafe.


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calle
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von calle »

Vielleicht muss man einem Schweden wie mich dieses Thema mit der Hunderettung aus Schweden einmal näher erklären.
1. Frage:
Ich dachte in Deutschland wären die Tierheime überfüllt, warum kümmert man sich nicht endlich mal um diese armen Kreaturen? In Schweden findet man durch verschiedene Massnahemen fast keine !! Hunde in Tierheimen.
2. Frage:
Ist es aus humanitärer Sicht wirklich besser, ein altes Tier, welches vielleicht noch zwei Jahre zu leben hat, noch einmal aus seinem sozialen Umfeld herauszureissen? Es ist schon ein ziemlich heftiger Eingriff, wenn man nach Gutdünken die Welpen einer Hundemutter wegnimmt, um sie in ein neues Zuhause zu verkaufen, Jede normal veranlagte Hündin und jeder Welpe trauert tagelang, bis sie sich notgedrungen in ihr Schicksal fügen. Das wäre wie Babys bei Menschen verkaufen. Und nun zerreisst man das soziale Umfeld dieses Tieres noch einmal mutwillig?
Ein Hund hat sich genauso sein soziales Umfeld aufgebaut wie Menschen es auch machen. In acht bis zehn Tierjahren entstehen Freundschaften und bilden sich Gewohnheiten. Das wird alles zerstört, wenn man ein Tier meint aus seinem alten Umfeld "retten" zu müssen.
Für mich persönlich als freiheitsliebender Menschen wäre es ein Graus, diese Freiheit und meine liebgewordenen Gewohnheiten anhand "gutmeinenden" Mitmenschen einbüssen zu müssen. Kann es einem an Arbeit gewohnten und in seinem Rudel lebenden Hund nicht ebenso gehen, wenn er nicht mehr in skandinavischen Wäldern herumrennen darf??
Stattdessen soll der Hund alles liebgewordene gegen ein völlig anders strukturiertes Leben tauschen. Ob dieses dann wirklich besser ist, ist ja auch noch offen. Und alles nur, um ein paar Tage bis wenige Jahre, womöglich noch mit Heimweh und Athrose weiter zu leben? Und sterben wird er dann trotzdem!
Ein Tod vor Ort in Schweden dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde und wird dem Tier kaum bewusst werden.

Es gäbe hierzu viele Denkansätze doch im Vordergrund steht für mich das unglückliche Leben deutscher Tierheimhunde, die bis heute vergeblich auf Hilfe hoffen, weil es überall auf der Welt wichtigere Hunde zu retten gilt als gerade sie.



Ayla
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Ayla »

calle hat geschrieben: 1. Frage:
Ich dachte in Deutschland wären die Tierheime überfüllt, warum kümmert man sich nicht endlich mal um diese armen Kreaturen? In Schweden findet man durch verschiedene Massnahemen fast keine !! Hunde in Tierheimen.
Da es in Schweden meines Wissens so gut wie keine Tierheime für Hunde gibt, erübrigt sich die erste
Phrase.
Durch ‚verschiedene Maßnahmen’ soll ja wohl heißen, dass wenn sie nicht mehr gebraucht werden, dem
Menschen in welcher Art auch immer nicht mehr dienen oder ihn erfreuen können, einfach entsorgt
werden. Da bekommt man doch einen tiefen Einblick in die ‚menschliche’ Einstellung so mancher ‚Naturliebhaber’.

Die deutschen Tierheime sind aus zwei Gründen überfüllt:
Zum einen gibt es auch in Deutschland Menschen die meinen, sich gesunde Tiere einfach vom Hals schaffen zu müssen, weil sie ihnen lästig geworden sind. Die Tötung gesunder Haustiere ist in Deutschland gesetzlich untersagt. Auch auf schlechter Tierhaltung oder Tierquälerei wird zumindest in Maßen geachtet. Diese Tiere werden dann eingezogen und landen im Tierheim. In Zeiten der
Wegwerfgesellschaft nimmt diese Haltung leider immer mehr zu.
Des Weiteren unterstützen deutsche Tierheime in erheblichem Maße den ausländischen Tierschutz, um die Tiere vor den ‚humanitären Maßnahmen’ zu schützen, die in diversen Ländern vorherrschen.
Nach einigen hier getätigten Aussagen ist hierfür anscheinend noch Potential in weiteren Ländern vorhanden.
calle hat geschrieben: 2. Frage:
Ist es aus humanitärer Sicht wirklich besser, ein altes Tier, welches vielleicht noch zwei Jahre zu leben hat, noch einmal aus seinem sozialen Umfeld herauszureissen?
Ein Hund hat sich genauso sein soziales Umfeld aufgebaut wie Menschen es auch machen. In acht bis zehn Tierjahren entstehen Freundschaften und bilden sich Gewohnheiten. Das wird alles zerstört, wenn man ein Tier meint aus seinem alten Umfeld "retten" zu müssen.
Für mich persönlich als freiheitsliebender Menschen wäre es ein Graus, diese Freiheit und meine liebgewordenen Gewohnheiten anhand "gutmeinenden" Mitmenschen einbüssen zu müssen. Kann es einem an Arbeit gewohnten und in seinem Rudel lebenden Hund nicht ebenso gehen, wenn er nicht mehr in skandinavischen Wäldern herumrennen darf??
Stattdessen soll der Hund alles liebgewordene gegen ein völlig anders strukturiertes Leben tauschen. Ob dieses dann wirklich besser ist, ist ja auch noch offen. Und alles nur, um ein paar Tage bis wenige Jahre, womöglich noch mit Heimweh und Athrose weiter zu leben? Und sterben wird er dann trotzdem!
Ein Tod vor Ort in Schweden dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde und wird dem Tier kaum bewusst werden.
Es ist schon ein ziemlich heftiger Eingriff, wenn man nach Gutdünken die Welpen einer Hundemutter wegnimmt, um sie in ein neues Zuhause zu verkaufen, Jede normal veranlagte Hündin und jeder Welpe trauert tagelang, bis sie sich notgedrungen in ihr Schicksal fügen. Das wäre wie Babys bei Menschen verkaufen. Und nun zerreisst man das soziale Umfeld dieses Tieres noch einmal mutwillig?
Kein Tier in freier Natur kümmert sich ein Leben lang um seine Nachkommenschaft. Sobald diese für sich selber sorgen kann, muss sie die Familie verlassen. Dies ist ein kleiner Unterschied zwischen Mensch und Tier.
calle hat geschrieben: Ein Hund hat sich genauso sein soziales Umfeld aufgebaut wie Menschen es auch machen. In acht bis zehn Tierjahren entstehen Freundschaften und bilden sich Gewohnheiten. Das wird alles zerstört, wenn man ein Tier meint aus seinem alten Umfeld "retten" zu müssen.
Für mich persönlich als freiheitsliebender Menschen wäre es ein Graus, diese Freiheit und meine liebgewordenen Gewohnheiten anhand "gutmeinenden" Mitmenschen einbüssen zu müssen. Kann es einem an Arbeit gewohnten und in seinem Rudel lebenden Hund nicht ebenso gehen, wenn er nicht mehr in skandinavischen Wäldern herumrennen darf??
Stattdessen soll der Hund alles liebgewordene gegen ein völlig anders strukturiertes Leben tauschen. Ob dieses dann wirklich besser ist, ist ja auch noch offen. Und alles nur, um ein paar Tage bis wenige Jahre, womöglich noch mit Heimweh und Athrose weiter zu leben? Und sterben wird er dann trotzdem!
Ein Tod vor Ort in Schweden dauert nur einen Bruchteil einer Sekunde und wird dem Tier kaum bewusst werden.
Das ist schon starker Tobak. Jedes Lebewesen hat einen instinktiven, unabdingbaren Lebenswillen, und ein gottgegebenes Recht zu leben. Die Ansicht einiger Menschen, dies je nach ihren aktuellen Lebensumständen zu missachten lässt schon tief blicken.
Wenn ein Mensch in Rente geht, krank wird oder in ein Altersheim muss, stellt sich diese Frage ja auch nicht, oder inzwischen vielleicht doch? :oops:
Wenn ein Tier in der freien Natur aus dem Rudel gejagt wird, legt es sich dann zum sterben hin, weil sein gewohntes Umfeld nicht mehr vorhanden ist? Nein, es sucht sich ein neues Rudel und passt sich den neuen Umständen an.

Im Grundsatz unterscheidet sich der Mensch von allen anderen Lebewesen dadurch, dass er mitfühlend und hilfsbereit ist. Leider sind diese Eigenschaften inzwischen bei sehr Vielen durch Egoismus, Respektlosigkeit (auch und vor allen Dingen der Natur gegenüber) und reines Profitdenken ersetzt worden. Ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass sich diese Entwicklung wieder umkehren wird.


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Ayla
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Ayla »

Ja, leider ist das wohl so. :cry:

Aber die Quittung dafür wird nicht auf sich warten lassen. :twisted:

Ich wünsche allen 'Andersdenkenden' eine schöne Restwoche und einen wunderschönen Midsommardag. :wink:

Mit herzlichen Grüßen

Ayla


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calle
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von calle »

Liebe Ayla, lieber Sital,
interessant, das Andersdenkende immer beschimpft werden. Dabei fehlt in manchen die Sachlichkeit. Sicherlich wäre es gut für Euch weniger emotional als mehr mit Fakten zu arbeiten.

- Hundehalter wissen, wie stark ihre Tiere in ihrem alten Umfeld gebunden sind, leicht auch für Laien erkennbar, wenn ein Tier sich vor Freude fast überschlägt, wenn nach einer längeren Trennung das "alte" Herchen wieder auftaucht. Diese Übereaktionen habe ich noch nach ganz langer Trennung beobachten können. Auch wenn ein Tier nichts sagen kann, zeigt es damit in meinen Augen ganz deutlich sein Heimweh.

- Freilebende Rudeltiere müssen sich in ganz seltenen Fällen ein neues Rudel suchen, so etwas passiert beinahe nie in der Natur, das ganze Rudel zerstört werden, Rudel organisieren sich mit Ihren übriggebliebenen Exemplaren stattdessen wieder neu. Gewöhnlich werden sogar Fremdtiere verbissen, diese müssen dann ausgestossen und alleine weiterleben, was auch eine Weile funktioniert. Die Einzigen, die sich neu organisieren müssen sind männliche Jungtiere, wenn sie aufmucken und damit besteht eine Hoffnung auf Verbreitung ihrer Gene, wenn sie es schaffen, ein anderes Leittier zu besiegen. Weibliche Tiere, bleiben sogar oft ein Leben lang bei ihrer Familie.

- Es gibt natürlich auch Tiere, die nicht im Rudel leben, dort verlassen Individuen ihre Nachkommen manchmal sogar schon vor der Geburt.

- Natürlich hat jedes Tier einen Überlebenswillen, das ist nun wirklich keine Neuigkeit, aber dieses gilt sicherlich für alle Tiere! Und das für Hundefutter andere Tiere gemordet werden müssen, weil manche Tierschützer meinen einen tierischen Rassismus zu betreiben und einige Lebewesen anderen vorziehen ist schon sehr traurig. Sollten nicht alle Lebewesen mit Respekt behandelt werden?

- Wenn in Deuschland keine gesunden Tiere getötet werden dürfen, warum gibt es dann Schlachthäuser, ist das etwa Doppelmoral?

- Warum ist der Tod eines Hundes etwas anderes als der eines jeden anderen Tieres? Ein Tierarzt oder gezielter Schuss erledigt das schmerzfrei. Das gleiche kann man sicherlich nicht von vielen Tötungsarten, die die Natur ihren Induvidien bietet behaupten.

- Huskybetriebe, wie sie hier aufgeführt werden, wird man vermutlich keine Tierquälerei vorwerfen können. Und wenn doch, sollte dies am konkreten Beispiel gezeigt werden.

- Das trächtige Tiere getötet werden ist wohl ein Märchen, es sei denn, sie sind krank. Hundewelpen kosten in Schweden ein kleines Vermögen, selbst Mischlinge werden selten unter 300-500,-€ weggegeben.

- Deutschlands Waffenexporte sind übrigens auch expotentiell angestiegen. Also Hundliebe und Politik haben nicht unbedingt etwas gemeinsam.
:bowler:



Ayla
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Ayla »

Lieber Calle,

zunächst einmal kann ich nicht erkennen, dass ich Dich in irgendeiner Weise beschimpft haben soll. Wäre nett, wenn Du das spezifizieren könntest. Wobei die Bezeichnung ‚tierischer Rassismus’ gegenüber Menschen, die sich engagieren, wohl schon eher negativ ausgelegt werden kann.

Natürlich wird hier mit zweierlei Maß gemessen, was mit Sicherheit eine eigene Diskussion wert wäre. Aber wir reden hier von Haustieren, die als Familienmitglieder mit den Menschen gemeinsam in einem Rudel leben und ihm in vielerlei Hinsicht wertvolle Dienste leisten. Und natürlich ist dies mit Emotionen verbunden, die man einem Familienmitglied eben entgegenbringt, und zwar auf beiden Seiten. Du schilderst diese Emotionen ja auch mehr als deutlich, die ein Hund seinen Besitzern gegenüber hat und zeigt.

Nun zu den Fakten:
calle hat geschrieben: - Hundehalter wissen, wie stark ihre Tiere in ihrem alten Umfeld gebunden sind, leicht auch für Laien erkennbar, wenn ein Tier sich vor Freude fast überschlägt, wenn nach einer längeren Trennung das "alte" Herchen wieder auftaucht. Diese Übereaktionen habe ich noch nach ganz langer Trennung beobachten können. Auch wenn ein Tier nichts sagen kann, zeigt es damit in meinen Augen ganz deutlich sein Heimweh.
Ein Hund liebt seinen Besitzer ohne wenn und aber, auch wenn dieser ihn schlägt und misshandelt. Wird
dieser Hund aus seinem (wenn auch schlimmen) Umfeld genommen wird er eine Zeit lang trauern. Doch
Fakt ist, dass dieser wie auch jeder andere Hund sich in einem liebevollen neuen Umfeld sehr wohl einleben
und dort ein glückliches und erfülltes Leben führen kann, egal, wie alt er ist.
calle hat geschrieben: - Freilebende Rudeltiere müssen sich in ganz seltenen Fällen ein neues Rudel suchen, so etwas passiert beinahe nie in der Natur, das ganze Rudel zerstört werden, Rudel organisieren sich mit Ihren übriggebliebenen Exemplaren stattdessen wieder neu. Gewöhnlich werden sogar Fremdtiere verbissen, diese müssen dann ausgestossen und alleine weiterleben, was auch eine Weile funktioniert. Die Einzigen, die sich neu organisieren müssen sind männliche Jungtiere, wenn sie aufmucken und damit besteht eine Hoffnung auf Verbreitung ihrer Gene, wenn sie es schaffen, ein anderes Leittier zu besiegen. Weibliche Tiere, bleiben sogar oft ein Leben lang bei ihrer Familie.

- Es gibt natürlich auch Tiere, die nicht im Rudel leben, dort verlassen Individuen ihre Nachkommen manchmal sogar schon vor der Geburt.
Ich habe nie behauptet, dass Tiere ständig Ihr Rudel verlassen. Nur wenn es passiert, bringen sie sich
nicht um und verzweifeln daran. Egal wie schlecht es ihnen damit geht, werden sich der neuen Situation
anpassen und mit ihr leben.
calle hat geschrieben: - Natürlich hat jedes Tier einen Überlebenswillen, das ist nun wirklich keine Neuigkeit, aber dieses gilt sicherlich für alle Tiere! Und das für Hundefutter andere Tiere gemordet werden müssen, weil manche Tierschützer meinen einen tierischen Rassismus zu betreiben und einige Lebewesen anderen vorziehen ist schon sehr traurig. Sollten nicht alle Lebewesen mit Respekt behandelt werden?

- Wenn in Deuschland keine gesunden Tiere getötet werden dürfen, warum gibt es dann Schlachthäuser, ist das etwa Doppelmoral?
Der Unterschied zwischen der Tötung eines Nutztieres und der eines Hundes ist, dass die Nutztiere gemäß
ihrer Namensgebung zur Nutzung gezüchtet werden. (Hierüber kann man natürlich trefflich streiten)
Ein Hund, erfüllt ganz andere Funktionen. Er ist Aufpasser, Retter, Therapeut, Blindenhund und vieles
andere mehr. Er arbeitet bei der Polizei, zieht Schlitten und ist last but not least ein wahrhaft treuer Begleiter
des Menschen. Ich kenne keine Kuh und kein Schwein, die diese Eigenschaften besitzen.

calle hat geschrieben:- Huskybetriebe, wie sie hier aufgeführt werden, wird man vermutlich keine Tierquälerei vorwerfen können. Und wenn doch, sollte dies am konkreten Beispiel gezeigt werden.
Hat auch niemand behauptet. Es wurde nur darüber berichtet, was mit den Hunden teilweise geschieht, wenn sie ihren Dienst, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr verrichten können.
calle hat geschrieben:- Das trächtige Tiere getötet werden ist wohl ein Märchen, es sei denn, sie sind krank. Hundewelpen kosten in Schweden ein kleines Vermögen, selbst Mischlinge werden selten unter 300-500,-€ weggegeben.
Kann ich mich nicht erinnern, dies hier irgendwo gelesen geschweige denn darüber geschrieben zu haben. Spricht aber einmal mehr für die wahre 'Uneigennützigkeit' und den wirklich humanitären 'Geschäftssinn' sehr vieler Menschen.

Zum Schluss werde ich dann doch nochmals etwas emotional.
Was mich zornig macht, ist die Begründung, die über Leben und Tod eines treuen Begleiters des Menschen entscheidet. Der Hund wird lästig, weil er die an ihn gestellten Anforderungen nicht mehr in vollem Maß erfüllen kann. Sei es als Diensthund, weil er seine volle Leistung nicht mehr erbringt, oder in der Familie, weil der Spaßfaktor nachlässt. Er nach Jahren treuer Dienste als reiner Kostenfaktor abgestuft und entsorgt wird, auf welche Art spielt für mich dabei erst einmal eine untergeordnete Rolle. Gibt aber doch einen Einblick in das Verhältnis zwischen dem Mensch und seinem Begleiter.

Mit freundlichen Grüßen :bowler:

Ayla


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calle
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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von calle »

Hallo Ayla,

unter tierischen Rassismus verstehe ich, wenn ein Tierleben höher bewertet wird als ein anderes und ein Tier - sprich alter verbrauchter Hund womöglich auf Kosten eines anderen - sprich z.B. junges gesundes Rind weiterlebt weil dieser Hund etwas zu fressen braucht.
Ich schätze es als eine sehr wertvolle Eigenschaft, die hier viel in Schweden anzutreffen ist, das man zwar sehr grosses Verständnis für einen persönlichen tierischen Freund hat, aber unter dem Strich werden dann keine Unterschiede mehr zwischen verschiedenen Tierarten gesehen. Ich schliesse mich dem an und betreue meinen persönlichen Hund sehr gut aber auch die Elche, die in meinem Wald leben, den Wolf genauso oder den schwarzen Fiegenschnäpper, der jeden Morgen vor meinem Fenster singt. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und schliesse auch Pflanzen mit ein. Hat man ein Gesammtbild der Natur vor Augen ist ein Hund nur ein kleiner Mitspieler in einem grossen Zenario und vielleicht sollten wir Menschen ruhig ein wenig grosszügiger denken lernen.
In dem Zusammenhang möchte ich ein noch einmal Mal meine Zweifel daran äussern, ob man einen an Freiheit gewohnten Husky für ein paar dazu gewonnene Lebenstage wirklich einen grossen Gefallen damit tut, wenn man ihn nach Deutschland in beengte Verhälnisse, zu neuen Besitzern und einem völlig neuen sozialen Umfeld zwangsumquartiert.
Und als letztes möchte ich auch noch einmal bezweifeln, ob ein wohl angebrachter Todesschuss aus einem Gewehr vom Besitzer eines Hundes gegenüber einer Giftspritze des Tierarztes wirklich so schlimm ist - - - denn das war in Wirklichkeit der Grund, warum ich begann an dieser Diskussion teilzunehmen.

Aber ich denke damit wäre auch alles gesagt und man beginnt sich vom eigentlichen Thema Schweden zu entfernen und wäre mit dieser Hundedisskussion wohl in einem anderem Forum besser aufgehoben.



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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von Ayla »

Hallo Calle,
calle hat geschrieben:Aber ich denke damit wäre auch alles gesagt und man beginnt sich vom eigentlichen Thema Schweden zu entfernen und wäre mit dieser Hundedisskussion wohl in einem anderem Forum besser aufgehoben.
Da es hier um das Verhältnis von ausschließlich Teilen schwedischer Hundebesitzer zu ihren Tieren geht, sind wir in diesem Forum schon ganz richtig.
calle hat geschrieben:In dem Zusammenhang möchte ich ein noch einmal Mal meine Zweifel daran äussern, ob man einen an Freiheit gewohnten Husky für ein paar dazu gewonnene Lebenstage wirklich einen grossen Gefallen damit tut, wenn man ihn nach Deutschland in beengte Verhälnisse, zu neuen Besitzern und einem völlig neuen sozialen Umfeld zwangsumquartiert.
Also langsam denke ich dass wir uns in zwei unterschiedlichen Foren bewegen. Zum einen reden wir hier von Jahren und nicht Tagen, zumindest, wenn es nach dem Hund geht. Zum anderen kann ich nicht erkennen, wo die Rede davon ist, diese Tiere nach 'Deutschland in beengte Verhältnisse zwangsumzuquartieren'. Ich weiß wirklich nicht, wo Du das schon wieder hervorgeholt hast.
calle hat geschrieben:Iunter tierischen Rassismus verstehe ich, wenn ein Tierleben höher bewertet wird als ein anderes und ein Tier - sprich alter verbrauchter Hund womöglich auf Kosten eines anderen - sprich z.B. junges gesundes Rind weiterlebt weil dieser Hund etwas zu fressen braucht.
Hunde erhalten in den meisten Fällen die Fleischreste als Nahrung, die der Mensch nicht nutzt und die, wie ganz besonders hier in Schweden schon sehr häufig miterlebt, einfach weggeworfen werden (Pansen, Innereien u.s.w.). Die Bezeichnungen 'alt' und 'verbraucht' bestätigen eigentlich nur meine bereits mehrfach beschriebene Meinung über das Verhältnis der hier angesprochenen Menschen zu ihren Tieren und Lebewesen im Allgemeinen. Ich kann Dir nur von Herzen wünschen, dass Dein Umfeld nicht auf ähnliche Ideen kommt, wenn Du einmal 'alt und verbraucht' bist :oops:

Da ich zum Wohl der Hunde nicht möchte, dass dieser Beitrag auf der Trollwiese landet, weil es vielleicht doch noch den einen oder anderen Teilnehmer gibt, der sich gerne unterstützend einbringen kann, möchte ich dieses Thema für mich mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe abschließen (kann ich mir leider nicht verkneifen :pfeif: )
"Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten."

Mit freundlichen Grüßen

Ayla


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Re: Aussortierte, vor dem Tod gerette Schlittenhunde in Lapp

Beitrag von calle »

Zufällig gestern bei einem Deutschen zu Besuch habe ich einen Bericht über Deutschlands Tierheimkatastophe gesehen. Ich bin schwer schockiert. Vieles habe ich erwartet aber nicht so etwas: 120 000!!!! Tiere werden jährlich in deutsche Tierheime abgebeben?? Um Gotteswillen das ist ja grauenvoll und teilweise leben die dort Wochenlang und niemand will sie. Wie ist soetwas in unserer zivilisierten Welt überhaupt möglich?



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