Berufsunfähigkeitsversicherung VS Sjukersättning

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Kuddl
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Berufsunfähigkeitsversicherung VS Sjukersättning

Beitrag von Kuddl »

Hat jemand von euch schon einen Vergleich gemacht oder Ahnung darüber, inwieweit die Leistung der Försäkringskassan eine deutsche Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) überflüssig macht? Nach ein paar Jahren in Schweden denke ich darüber nach, diesen echt teuren ’altdeutschen Ballast’ abzuwerfen. Die ’Sjukförsäkring’ scheint der BU zu entsprechen. Mannomann, langsam fange ich entgegen diesem System zu vertrauen….

Also ein kleiner Vergleich wie ich das Ganze hier verstehe:

Wann fängt die Zahlung an?
BU: nach 6 Monaten
Sjukersättning: nach mindestens 1 Jahr (innerhalb des ersten Jahres gibt es andere Zahlungen die 80% des letzten Einkommens entsprechen)

Wie hoch ist die Zahlung?
BU: meine läuft auf 1039€
Sjukersättning: 64% des ’angenommenen Einkommens’, maximal 1733€ (63% vom 7,5-fachen des ’Prisbasbelopp’). Einkommen aus dem Ausland, die der Sjukersättning entsprechen (z.B. Invalidenrente) , werden auf die Sjukersättning angerechnet!

Wann hat man Recht auf eine Zahlung einer Rente?
BU: ab 50% Berufsunfähigkeit aufwärts, nach nach Prozentsatz gestaffelt, steigend
Sjukersättning: 25%, 50%, 75% 100%


Was kostet das Ganze?

BU: 40€ pro Monat
Sjukersättning: nix

Welcher Schadensfall ist wichtig?
BU: Krankheit, Körperverletzung, Kräfteverfall von mind. 6 Monaten
Sjukersättning: Krankheit, oder andere Minderung des physischen Leistungsvermögens

Recht auf Erhalt der Zahlung:
BU: sofort nach Abschluss der BU Versicherung
Sjukersättning: mind. Ein Jahr lang muss man schon in die Rentenkasse eingezahlt haben

Sjukersättning: Bezahlt in die Rentenkasse weiterhin ein :)

OK, nach vielen Recherchen bin ich jetzt schlauer. Das Ergebnis meiner Forschung könnt ihr hier nachlesen:
http://www.swedenfriends.de/showthread.php?t=5710
Zuletzt geändert von Kuddl am 20. Juni 2008 00:53, insgesamt 1-mal geändert.


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Hannoveraner
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Beitrag von Hannoveraner »

Hej!

Ich habe mir dieselbe Frage gestellt. Nachdem ich nun bald ein Jahr hier oben arbeite, bin ich nicht sicher ob ich meine deutsche BU kündigen soll.
Ich bekomme in DE nämlich gar nichts, sollte ich berufsunfähig werden :x

Ich mach mal eine weitere Pro/Contra Liste auf:

PRO BU
- Bei evtl. Rückzug nach DE wird die BU im Alter weit teurer
- die meisten BU Versicherungen zahlen unabhängig vom Land innerhalb der EU (also falls Du nochmal weiterziehst)
- man kann Höhe und Ausführung der BU selbst mitbestimmen
- wer weiss wie lange Schweden noch eine BU führt, evtl. kommen die Herren der Politik in ein paar Jahren auf das gleiche schmale Brett wie unsere in DE


CONTRA BU
- Das System in SWE ist noch auf staatliche Fürsorge ausgelegt zusätzlich zu den ca. 63% kann man sich weiter versichern
- Die Schweden vertrauen drauf, sollte also funktionieren
- Fand das in DE schon unnötig, allerdings geht es mir noch gut und ich bin Büromensch, so dass ich sehr vielseitig weiterarbeiten kann


Meine Meinung:¨
Jede Versicherung zeigt Ihr wahres Gesicht erst im Ernstfall und der ist bei jedem verschieden. Als Handwerker oder körperlich arbeitender würde ich mich gut absichern (mit Verweisklausel) und die ca. 40 Euro investieren. Solltest Du die Absicht haben in Schweden zu bleiben.
Ich habe mir einen Zeitraum von 3 Jahren gesetzt, bevor ich mich entscheide ob SWE oder DE meine Zukunft wird (oder evtl. doch der Süden 8) ).
Man kann sich die BU auch per "Rückkauf" wieder auszahlen lassen, so dass nicht alles verloren ist. Aber wie und ob das geht.....keine Ahnung.

Soviel mal meine Gedanken zu dem Thema. (Fazit: ich warte noch etwas)

Cheers, Chris


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Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

Hannoveraner hat geschrieben: Man kann sich die BU auch per "Rückkauf" wieder auszahlen lassen, so dass nicht alles verloren ist. Aber wie und ob das geht.....keine Ahnung.
Ich glaube, dann hast du eine Sparkomponente in deiner BU. Kann das sein?
Gruss und danke für eure Gedanken.

Kuddl


Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

nix
Zuletzt geändert von Kuddl am 20. Juni 2008 00:54, insgesamt 1-mal geändert.


Hannoveraner
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Beitrag von Hannoveraner »

da sich der Thread ja an Teilnehmern übersichtlich hält mach ichs mal persönlich:

Hallo Gerhard, hallo Kuddl,

erst einmal vielen Dank für die Infos über die beiden Systeme und wie/was ausgezahlt werden kann.

Ich kann nun nur noch 2 Dinge beitragen:

Meine private BU, aus Deutschland, funtktioniert in gesamt Europa. Sollte man also unsicher mit den schwedischen Möglichkeiten sein ist dies auf jeden Fall eine Alternative.


Und um meine Aussage, dass ich bei der staatlichen BU leer ausgehe (damit auch Wichtigkeit eine privaten BU in DE) noch einmal zu belegen:

"Seit 1. Januar 2001 gibt es die Berufsunfähigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch für Versicherte, die vor dem 2. Januar 1961 geboren sind und nur in Form der teilweisen Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit gemäß § 240 SGB VI."

Leider leider kann man hier (und wie bei so vielen anderen Dingen) nicht mehr auf Hilfe zählen. Aber das würde den Thread jetzt wieder in Richtung Gesellschaftskritik führen.

Eine letzte Frage noch: Kennt jemand ein Buch/Möglichkeiten, in dem man sich in die schwedische Gesellschaft einlesen kann. Wie alles funtkioniert, Steuern, Renten, etc..... So quasi Basiswissen aus einer Hand?


Chris


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Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

Hallo ihr,
was mich allerdings am meisten stört ist dass sich bei Einkünften aus einer privaten Invaliditätsversicherung die Sjukersättning vermindert. Man hat also gar nix davon wenn man sich sowas extra leistet.
Wenn man natürlich darauf baut dass auch in Schweden bald keine Sjukersättning mehr gibt, dann hast du Recht Gerhard.
Aber nochmal die Frage an dich Gerhard: Wie kommst du von 64% auf 80%?

viele Grüsse
Kuddl


Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

Chris,
hier noch ein paar Links, die ich ganz hilfreich finde:

http://www.konsumenternasforsakringsbyra.se/
http://www.konsumentverket.se/
http://www.scb.se/templates/Amnesomrade____10926.asp
http://www.kvalitetsindex.se/

Ansonsten gilt das Gleiche wie in Deutschland. Immer ein paar mehr Angebote einholen. Neulich hat sich meine Autoversicherung von 2000 auf 7000kr erhöht, weil ich nur 500m weiterweg gezogen bin. Mein Parkplatz ist allerdings immer noch der Gleiche. Die Versicherungen sind nicht zu durchschauen.
Wenn man Angebote einhohlt, sollte man die Länsförsäkringar nicht dabei vergessen, die sind meist gut dabei.

viel Erfolg
Kuddl


Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

Hallo Gerhard,
Die Aktivitetsersättning bekommt man nur, wenn man zwischen 19 und 29 Jahren alt ist, sonst heisst sie Sjukersättning. Sjukpenning ist wieder was anderes, das bekommt man wenn man länger als 14 Tage krank ist. Steht alles auf www.forsakringskassan.se Aber das nur am Rande.
Deine AGS hört sich viel besser an, als das was ich als Gruppenversicherung von meiner Arbeit habe. Wir haben AspisPronia, und die ist freiwillig. Von denen stehen mehrere üble Geschichten im Netz, über Bestechung und Fälle in denen Gerichtsurteile gegen sie entschieden haben.
Von AspisPronia bekomme ich 1500kr pro Monat wenn ich berufsunfähig werde. Kann man immerhin ein paar Bier von trinken :thumbsdown:

Das hier hab ich von der Seite der försäkringskassan:
Hur stor blir den inkomstrelaterade sjukersättningen?
Hel inkomstrelaterad sjukersättning beräknas som 64 procent av antagandeinkomsten. Yrkesskadelivränta, utländsk invaliditetspension eller utländska förmåner som motsvarar sjukersättning kan minska din inkomstrelaterade sjukersättning.
Und wenn der Staat sparen kann, dann wird er sich das nicht entgehen lassen.


Kuddl
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Beitrag von Kuddl »

Hallo Gerhard,
ja, das werd ich auf jeden Fall mal anstossen. Danke für die Hilfe.
Ich bin allerdings leider KEIN Gewerkschaftsmitglied, weshalb ich auch nicht Kollektivversichert bin. Manchmal fühle ich mich deswegen auch ein bischen ausgestossen. Aber als ich als deutscher Studi in die schwedische Gewerkschaft eintreten wollte, habe ich die Antwort bekommen, dass das nicht möglich sei. Das sei so nicht vorgesehen. Eine ausländerfeindliche Gewerkschaft ist auch was neues...
Jetzt bin ich jedenfalls etwas böse auf den Laden. *schmoll*


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